Bürgerhaushalt Abstimmung

rathaus_online

(Vorschlag 5039: Auf dem Rathaus-Turm einen riesigen WLAN-Mast errichten und WLAN umsonst für alle!!!1111!!!11!!111) 

Der zweite Stuttgarter Bürgerhaushalt ist seit gestern in der Votingphase. Bis einschließlich 8. April kann man die circa 3000 (!) eingegangenen Vorschläge mit den Buttons “gut” bzw. “weniger gut” bewerten. Die 100 Vorschläge mit den meisten Stimmen werden dann in die Haushaltsdebatten für 2014/2015 einfliessen.

Die Seite ist ziemlich am rumächzen, beteiligen sich scheinbar dieses Mal wesentlich mehr Menschen als 2011. Schade auch, dass es keine Filterfunktion gibt, nach dem man alle Vorschläge nach der Zahl der abgegebenen Stimmen sortieren kann, wiederum erklärt man das auf der Seite so: “Die Vorschläge werden nach Zufall sortiert angezeigt. So hat jeder Vorschlag die gleiche Chance, bewertet zu werden.” Stimmt natürlich auch wiederum.

Aktuell dümpeln die meisten Vorschläge zwischen 20 und 50  abgegebenen Stimmen herum – wobei man wiederum nicht sieht, welcher Anteil davon auf “gut” oder “weniger gut” entfällt, es wird einfach alles zusammenaddiert, und mir ist gerade wiederum unklar, was genau ausschlaggebend ist für die weitere Diskussion im Gemeinderat. Also ob man im Backend die “guts” auswertet oder es einfach nach den Gesamtstimmen geht, frei nach dem Motto, was (am meisten) (kontrovers) abgestimmt wurde, können auch wir uns zur Brust nehmen.

Hab wie neulich mit “Kultur” gefiltert und die fünf Seiten durchforstet. Neben viel Stadtteil-Kino dort, Stadtteil-Bibliothek hier oder “Eurythmie als Kunst aufführen” oder den Bahnhof von Christo verhüllen zu lassen habe ich die “Nightlife-affinen” Vorschläge raus gepickt.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, was da vor zwei Jahren alles dabei war, aber heuer gibt es einige Posts, die in Richtung “Röhre wiedereröffnen”, “Zapata erhalten” oder allgemein zusammengefasst in “Flächen für Subkultur” schaffen gehen. Anbei eine kleine Zusammenstellung plus Teaser. Um abstimmen zu können, muss man sich beim Bürgerhaushalt allerdings anmelden.

Konzept für Subkultur: “Seit der Schließung der Röhre und anderer Spielstätten für Subkultur v. a. in Folge der Baumaßnahmen fehlt Stuttgart ein funktionierendes Konzept für die Bereitstellung von Flächen und Veranstaltungsorten für Konzerte und anderen kleinkulturellen Veranstaltungen im Bereich der Subkultur. Mit Subkultur sind hier Kulturformen gemeint, die neue Impulse bringen, sich im alternativen/experimentellen/kreativen Bereich bewegen…”

Zum Vorschlag

Die Diskothek “Röhre” wieder eröffnen: “OB Kuhn hat bereits öffentlich darüber nachgedacht die Diskothek “Röhre” am Wagenburgtunnel wieder zu eröffnen. Sie wurde am 15. Januar 2012 angeblich wegen zu schmaler Fluchtwege bei Einrichtung der Baulogistik für Stuttgart 21 auf der Fläche davor geschlossen.” (…)

Zum Vorschlag

Subkultur erhalten und neue Veranstaltungsflächen/ -räume schaffen: “Nachdem das KimTimJim seine Pforten geschlossen hat, wurde nun auch dem Zapata die Lichter ausgeknipst. (…) Wir fordern daher umgehend: Einen aktiven Austausch zwischen Stadt, Veranstaltern und Kulturschaffenden / Mehr Mitspracherecht für Veranstalter & Kulturschaffende / Mehr Veranstaltungsstätten” (…)

Zum Vorschlag

Betriebsgenehmigung für den Kulturbetrieb Zapata erweitern!: “Bedauerlicherweise stellt das Zapata zum 01.03.2013 seinen Betrieb ein. Ursache ist die Verweigerung der Stadt Stuttgart die Betriebsgenehmigung von Sonntag 23:00 Uhr bis Donnerstag 19:00 Uhr zu erweitern. Der beabsichtigte Kulturbetrieb an diesen Tagen wurde somit verboten.” (…)

Zum Vorschlag

Zukunft der Wagenhallen: Raum für Kunst in Stuttgart: “Die Wagenhallen in Stuttgart haben sich in den vergangenen Jahren als Produktionsstätte und kultureller Veranstaltungsort etabliert. Damit die Wagenhallen auch in Zukunft als Raum für Kunst in Stuttgart bestehen und sich entwickeln können, muss die improvisierte Zwischennutzung in eine dauerhafte Nutzungsform überführt werden.”

Anmerkung: Dachte eigentlich, man hat da einen anderen Status. Vorschlag wurde scheinbar von den Wagenhallen selbst eingereicht.

Zum Vorschlag

Veranstaltungsort für die alternative Szene: “Aus meiner Sicht fehlt Stuttgart ein Veranstaltungszentrum für Freunde der alternativen (im weiteren Sinn) Szene. Ausserdem konnte ein Kommunales Kino immer noch nicht realisiert werden. Auf der anderen Seite hat die Stadt Stuttgart ein Problem mit alkoholisierten Menschen in der Innenstadt. Mein Vorschlag wäre, dass die Stadt Stuttgart beispielsweise ein brachliegendes Fabrikgelände aufkauft und dies an Interessenten, die Clubs, Kinos, Diskotheken und Gastronomie für eher alternativ (im weiteren Sinn) orientierte Menschen anbietet (weitervermietet).”

Anmerkung: Große Diskussion hier was alternativ ist.

Zum Vorschlag

Neue Konzerthalle für Stuttgart: (…) “In dem Konzertbesuchersegment zwischen 1.500 und 4.000 Besuchern können Konzerte in Stuttgart nur bedingt realisiert werden (unter 1.500 Besuchern im Theaterhaus, über 4.000 in der Porsche-Arena). Große musikalische Veranstaltungen im Pop- wie Klassikbereich gehen zunehmend an Stuttgart vorbei.” (…)

Anmerkung: In der Diskussion unter dem Vorschlag erklärt Paul Woog, früher Popbüro, heute Geschäftsführer beim Konzertveranstalter Michael Russ GmbH, seine Sicht der Dinge. 

Zum Vorschlag

Alternativ-Kultur erhalten: “Bitte immer wieder Nischen zur Verfügung stellen, in denen sich Kleinkunst und Alternativ-Kultur ansiedeln kann.” (…)

Zum Vorschlag

Mehr Konzertflächen in Stuttgart schaffen / Schutz der verbleibenden Konzertflächen: (…) “Spielstätten für 300-1000 Zuschauer sind leider kaum noch vorhanden. Die Stadt sollte sich deshalb dafür einsetzen, dass: 1. Die verbleibenden Spielstätten wie unter anderem das LKA und die Wagenhallen geschützt werden. 2. Bestehende Flächen wie das Zapata wieder genutzt werden können.” (…)

Zum Vorschlag

Man sieht, einiges geht in dieselbe Richtung. Vielleicht hätte man sich untereinander besser absprechen sollen, um mit einem gemeinsam ausformulierten Vorschlag ins Rennen zu gehen.

Noch ne ganz andere Baustelle, die Rollergirls hätten gerne eine Rollerhalle zum Trainieren.

Eine Rollsporthalle für Stuttgart: “Roller Derby – die am schnellsten wachsende Sportart mit 1400 Vereinen weltweit und den Stuttgart Valley Rollergirlz (unterm Dach des MTV Stuttgart) als eine der besten Mannschaften Europas in unserer Heimatstadt. 30 Mannschaften gibt es in Deutschland – Stuttgart war und ist Vorreiter. Roller Derby ist eine rasante Sportart, die auf Rollschuhen ausgetragen wird. Regelmäßig finden in der SCHARRena internationale Spiele vor über 1200 Zuschauern statt. Doch leider ist dort kein Training möglich. Genausowenig wie in vielen anderen Hallen im Stadtgebiet.” (…)

Zum Vorschlag

www.buergerhaushalt-stuttgart.de

12 Comments

  • Sugg sagt:

    “Zur Bestimmung des Platzes unter den Top 100 werden die Bewertungen voneinander abgezogen. Die Wertung “gut” steht für “+1”, die Wertung “weniger gut” für “-1”.

    Wurde zum Beispiel bei einem Vorschlag “A” 50 mal “gut” und 30 mal “weniger gut” angeklickt, dann erhält der Vorschlag den Wert +20. Ein Vorschlag “B” mit 51 mal “gut” und 30 mal “weniger gut” erhält den Wert +21 und würde in der Liste vor Vorschlag “A” stehen”

  • martin sagt:

    ah! das hab ich nicht gefunden, danke.

  • Netty sagt:

    Danke, dass ihr die Rollsporthalle mit aufgeführt habt!

  • Paul sagt:

    Wow, danke für die Info, wusste nicht einmal das es so etwas gibt. Dann kann ich schön voten was ich gut finde 😉

    Irgendwie geht der Link unter ” Bürgerhaushalt” nicht. Ich glaube es ist die Flasche URL..

  • martin sagt:

    danke habs repariert.

  • Naddi sagt:

    wenn man sich das so durchliest sind 100 Vorschläge nen Witz
    sollten vielleicht 100 sein die was kosten plus kostenneutrale plus einnahmen

  • martin sagt:

    was meinst du jetzt genau? bzgl kosten und einnahmen kann man da auch filtern

  • Naddi sagt:

    Ja es gibt 3 Optionen

    Einnahmen
    Kostenneutral
    Ausgaben

  • martin sagt:

    ja und jetzt? 😉 was meinst du oben? meinst du dass viele ein witz sind (ja) und man da noch mehr hätte rausfiltern also rausschmeißen müssen bevor man die abstimmung freigibt?

  • Naddi sagt:

    Nein, es sind so viele gute Vorschläge dabei, dass ich 100, die letztendlich auch nur eventuell umgesetzt werden einfach zu wenig finde.

    Da sind so viele sinnvolle, einfach Vorschläge dabei, die nichts kosten oder sogar was einbringen, die sollte man meiner Meinung nach gesondert in Betracht ziehen.

  • martin sagt:

    man hat sich jetzt technisch optimiert

    “wir möchten uns herzlich bei allen entschuldigen, die am Montag und Dienstag kaum bewerten konnten, weil die Online-Plattform zu langsam war.

    Der Grund hierfür war erfreulich: In nur drei Tagen wurden so viele Vorschläge bewertet, wie 2011 in vier Wochen. Mit diesem Ansturm hatten wir nicht gerechnet.

    Jetzt sind wir besser gerüstet. Neue Hardware und eine optimierte Software verkraften nun mehr.”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.