Welche DJs müssen wofür GEMA zahlen?

gema_neu

 

Dachte eigentlich die ganze GEMA-Reform-Nummer wäre irgendwie vom Tisch, aber da ist mir Ende November total entgangen, dass ab 1. April der Tarif VR-Ö in Kraft tritt, bei dem die DJs zu Kasse gebeten werden, so heißt es.  

“Die Vervielfältigungsrechte (sog. Laptopzuschlag) werden ab 1.4.2013 nicht mehr pauschal je Veranstaltung erhoben, sondern von dieser entkoppelt. Künftig wird eine Lizenzvergütung in Höhe von 0,13 EUR je vorgenommener Vervielfältigung erhoben. Das ist gerechter, denn dadurch wird nach den tatsächlichen Vervielfältigungen abgerechnet. Der neue Tarif ist dementsprechend unabhängig von der Höhe der Lizenz für die Wiedergaberechte, die für die Veranstaltung fällig werden. Die Vergütung ist für alle Vervielfältigungen, die ab 01.04.2013 vorgenommen und zur öffentlichen Wiedergabe genutzt werden, einmalig zu bezahlen.”

Hoher Verstehenurbahnhof-Faktor und wenn ich ehrlich sein soll: von diesem Laptopzuschlag hab nur einmal dunkel was gehört. Ansonsten klingt das alles beim querlesen gerade ziemlich kompliziert. Die De-Bug hat einen seit gestern viel geteilten (und heute bei 10000flies.de an der Spitze stehenden) Fragen-Antwort-Katalog mit einer GEMA-Mitarbeiterin erstellt.  Der Text steht auch heute morgen bei 100000flies.de an der Spitze, mit einer Gesamtsumme an Shares, die sonst fast nur der Postillon mit seinen Posts erreicht. Da sieht man mal wieder wie viele DJs es gibt.

Auch nach diesem Interview bleibt ein hoher Bahnhof-Faktor, das erstellte Diagram macht es etwas einfacher. Wie das konkret ab dem 1.4. ablaufen soll, ist mir nicht ersichtlich. Prinzipiell kann man aber sagen: Fein raus ist man mit der guten alten Schallplatte.

gema

 

Graphik: De-Bug

Text De-Bug

23 Comments

  • westernbasti sagt:

    da wird der rechner-crash bzw. neukauf aber teuer…. wenn beim kopieren des backups pauschal für alle songs die gebühr fällig wird… verrückt. wie wird das eigentlich kontrolliert? gibts über beatport dann nen gema-trojaner? oder kommen stolze schnurrbart-träger mit ausweis und kladde um 1.30h in die kanzel marschiert und kontrollieren die 10000+ files die son dj auf seiner liste hat?
    ist bestimmt ne pro-vinyl-verschwörung. dann können sich die dj-freunde ihre gästeliste bald wieder erarbeiten indem sie die plattenkoffer schleppen 😀

  • philthy sagt:

    die gema soll sich mal gepflegt f****n.
    sollen lieber mal schauen, dass die kohle bei dem ankommt, bei dem sie entsteht. so! 😀

  • Ralle sagt:

    Ich glaub ich programmier da gleich mal ne GEMA-DJ-Gebührenrechner-App? Herr Weh?

  • Ich glaube wenn ich DJ wäre, dann würde ich spätestens zum 1.4. umsatteln auf Chorleiter. Oder greift da die GEMA auch ab, wenn man “Huch, auf dem gelben Wagen” singt?

  • Ken™ sagt:

    @ Philthy:

    WORD!

    Und da das ja ein privater Verein und keine Behörde ist, darf nur die Polizei und sonst niemand per Durchsuchungsbefehl meinen USB Stick durchsuchen. Ausser natürlich, es herrscht Gefahr im Verzug! 🙂

  • martin sagt:

    ui, usb stick. ich wittere eine mit-was-soll-dj-auflegen diskussion.

  • afro-dieter sagt:

    damit ich das richtig verstehe – wenn ein Dj einen Song ausm Downloadshop direkt auf ne Externe Festplatte zieht und von da aus öffentlich abspielt, kostets keine GEMA – aber, wenn er auf dem Rechner zwischenspeichert.

    Hä!?

  • ch12r sagt:

    April, Apri!?

    Müssen DJs dann fortan nach getaner Arbeit – analog zu den Dopingproben im Sport – erstmal in die Laptop-Screening-Zone, wo sie dann zur Abgabe einer Datenprobe genötigt werden?

  • martin sagt:

    nee, anders herum. verstehe ich es zumindest

  • martin sagt:

    ja, das ist die große frage ch12r, das wissen die glaub selbst nicht wie sie das handhaben sollen.

  • westernbasti sagt:

    geiler comment bei der zeit:

    ” No-Cloud
    28.02.2013 um 13:41 Uhr

    13. Zu billig

    Wenn heute Kinder im Club Ihr MacBook aufbauen und dann 128 kbps MP3s abspielen lassen, dann finde ich eine Zwangsgebühr sehr richtig. Sie ist nur leider noch nicht hoch genug.”

  • BastiFantasti sagt:

    Naja wie schon viele richtig erkannt haben wird es unabhängig davon (Lizenz hin oder her)schwierig für die GEMA überhaupt zu kontrollieren wie und wo was gespielt wurde. Gibt ja schliesslich keine Playlisten. Wie will sie bspw. ermitteln ob die songs die gespielt wurden alle über die GEMA abgeklärt sind (Bezw. welche Künstler dabei sind die von ihr überhaupt vertreten werden). Und da kein GEMA Mitarbeiter einfach einen Laptop durchforsten darf gestaltet sich das auch schwierig. Desweiteren kann doch jeder DJ sagen das er seinen Lappi mit dem er auflegt auch dazu benutzt hat die MP3 bspw. über Beatport zu kaufen/heruntergeladen zu haben. Keiner kann das überprüfen. Da müssten theoretisch Grundgesetze ausgehebelt werden. Ich rate jedem das so wie oben beschrieben zu handhaben und ohne kopien zu arbeiten…sprich seine Musik über den Laptop über Beatport runterzuladen und auch mit diesem dann später aufzulegen. Schon kann die Gema ein kassieren vergessen 😉

  • Herr Cut sagt:

    Das ist doch Nonsens. Ich selber weiss ja gar nicht was bei Beatport, Soundcloud oder Promopools geladen wurde.Ich würde sagen das man dann als Dj auf jeden Fall die Preise an die Clubbetreiber weiter geben muss!! Diese dann wieder an die Gäste, so wie es sonst auch überall gehandhabt wird.
    Die #GEMA sind solche Bastarde und sollten sich mal gepflegt selber ficken, boah da platzt mir echt das Hemd.

  • Herr Cut sagt:

    Sorry für die #GEMAfekalsprache

  • BastiFantasti sagt:

    @HerrCut du hast schon vollkommen Recht. Nur wie wird das dann in den ganzen Lounges auf der Theo bspw. laufen? Die lassen die DJs ja oft umsonst auflegen. Klar beschweren sich immer viele das es heutzutage ein Überangebot an DJs gibt aber für viele Clubs (Auch in Stuttgart) hat sich das doch auch sehr gelohnt die letzten Jahre. Viele Junge DJs haben se da die Abende gestalten und auflegen lassen und das für umme! Der DJ ist da zu Personal geworden – gleichgestellt wie irgendwelche Bardamen (Nichts gegen die Leute aber ein DJ ist qualitativ in seiner Arbeit ja wohl etwas hochwertiger wie ein Gläserputzer oder Türsteher)- ohne eine richtige Wertschätzung durch die Booker. Hoffentlich wird sich hier auch etwas ändern und die DJs werden wieder mehr geschätzt!

  • Whiskydrinker sagt:

    @BastiFantasti: Die GEMA muss es nicht interessieren, was gespielt wird. Die darf grundsätzlich zunächst kassieren. Wenn du in einem Club den ganzen Abend Musik unter Creative Commons auflegst, dann musst du denen beweisen, dass die nicht zum Kassieren berechtigt sind.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann geht das sogar so weit, dass man bei jedem Musikstück den Realnamen des Interpreten angeben muss. Wenn man also DJ XY spielt, dann muss in der Liste dann dessen Realname stehen. Versuche das mal teilweise bei irgendwelchen Promos rauszubekommen.

  • Larsimodo sagt:

    Fragen über Fragen.

    1. Werden Vinyl-Platten dann hoffentlich nicht teurer?
    2. Wird es Jahres/Monatsabos für DJs geben?
    3. Beim beatjugglen wird dann doppelt kassiert?
    4. Wenn man ein Lied nur anspielt, wird dann der volle Betrag fällig?

    und

    5. Wo kann man sich als Club-Kontrolleur bewerben ? Oh mann. Dürfte wahrscheinlich ein nicht sehr prestigebeahafteter Beruf sein/werden. Da wird der ein oder andere wahrscheinlich auch das ein oder andere mal aufs Maul kriegen

  • Herr Cut sagt:

    Also ich war zu Beginn meiner Dj Tätigkeit recht froh wo auflegen zu dürfen. Sogar ohne Gage. Es ist und war gar nicht so einfach mal wo rein zu kommen wenn du nicht von deinem Homme per Vädderleswirtschaft reingeschlafen wirst. Also so läuft das halt, wie überall im künstlerischen Bereich.
    Aber das es dann evtl mal die Möchtegern DJs ausmistet wäre schon mal ein guter Schritt. Zum anderen muss ich schon sagen ist das enorme Abzocke. Wir zahlen Steuern für die Tracks, zahlen Steuern weil wir Rechnungen an die Clubs schreiben usw. Wahrscheinlich liegt die Verwaltungspflicht für die gespielten Liedern, sowie beim Lohnsteuer und Umsatzsteuerjahresausgleich, dann auch auch beim Dj. #einfachabkotz

  • se sagt:

    vllt fusionieren ja gema und gez… mir kommt das ganze auch sehr hanebüchen vor, aber worauf ich eigentlich hinauswill, ich kann den kommentar von BastiFantasti (“Nichts gegen die Leute aber ein DJ ist qualitativ in seiner Arbeit ja wohl etwas hochwertiger wie ein Gläserputzer oder Türsteher”) nicht einfach so stehen lassen. was geht denn? herrenrasse dj?! no way. machste deinen job scheiße, hast du es verkackt. egal ob als dj oder “schnödes” bar-/club-/türpersonal. und die djs die du in deinem kommentar ansprichst, haben unter umständen doppelt verkackt, wenn sie nichtmal kohle für ihren job kriegen. zustände sind das… 😉

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