Und alle so: Pfiiiiiiiiii

Die Chefin war da, um Sebastian Turner f├╝r die zweite Runde der OB-Wahl zu unterst├╝tzen, und einen wirklich freundlichen Empfang hat sie nicht bekommen. “Kanzlerin k├Ąmpft gegen Trillerpfeifen” titeln die Stuttgarter Nachrichten, “Stuttgarter pfeifen Merkel aus” Spiegel Online.

Dabei gab es extra einen “Sicherheitsbereich” vor der B├╝hne, in den nur CDU-, FDP- oder Freie W├Ąhler-Mitglieder durften, aber keine – wie Turner selber – parteilosen B├╝rger. Wor├╝ber sich der Blog Blog NAU! im Selbstversuch zurecht wundert.

Das ganze Spektakel ist in obigem Video zu sehen, ich hab es teilweise angeguckt und mir ist aufgefallen, dass Turner wirklich von “meinem Stuttgart” spricht. Aber wirklich Spa├č ob dem Trillerpfeifenkonzert macht das ja nicht. Und wenn ich auch Verst├Ąndnis f├╝r die Proteste habe und solche zu einer Demokratie geh├Âren, ich stimme da Thorsten Puttenat von Fl├╝gel.TV zu, dem man sicher nicht mangelnde Sympathie f├╝r die Proteste vorwerfen kann (ich zitiere einfach mal von seiner Facebook-Seite):

“Ich verstehe die Emp├Ârung und habe davon selbst nicht zu knapp in mir selbst. Aber ich halte nichts von Dauerl├Ąrm. Ja, auch Pfiffe, Vuvuzelas und Buh-Rufe sind Teil der Meinungsfreiheit. Und ja, man erregt dadurch die Aufmerksamkeit der Medien und damit auch den ├Âffentlichkeitswirksamen Transport einer Haltung. Das ist ein wichtiges Mittel des Protests.

Aber was ist dar├╝ber hinaus der Effekt?”

Ähnlich sieht es auch Dora Asemwald.

12 Comments

  • Thorsten W. sagt:

    Und so dr├╝ckt es Michael Marquardt, stellvertretender Kreisvorsitzender der Stuttgarter FDP, aus: “Nur Trillerpfeifen, alte gefrustete Weiber mit ungepflegten Haaren und Trillerpfeifen, ungepflegte, nach alten Schwei├č stinkende, rumbr├╝llende M├Ąnner ohne jeden Anstand.”

    https://www.facebook.com/pages/Michael-Marquardt/158858680803243

  • Die Einblendung am Ende des Films ist unvollst├Ąndig. Der vollst├Ąndige Text lautet: “Es ist besch├Ąmend und ein Trauerspiel, wenn Gegner/Demonstranten/Prostestanten noch nicht einmal die Nationalhymne unseres Landes w├╝rdigen! Aber weitaus besch├Ąmender ist es, wenn L├╝gner/Politiker/Parteimitglieder die B├╝rger unseres Landes verraten.”

  • pete sagt:

    turner: “du angie, wir brauchen f├╝r freitag noch ne einlaufmusik. irgendnen wunsch?”
    angie: “warte ich schau mal kurz auf meinem ipod in meinen top25…
    SAFRI DUO – PLAYED-A-LIVE!!!”
    kaufmann: “gute wahl, gerade auch f├╝r die jungen leute! damit kriegen wir sie!”

  • Kollege Geiger sagt:

    Apropos Einlauf- und Auslaufmusik: ich sag jetzt mal was – Nationalhymne zusammenpfeifen ist nat├╝rlich zwiesp├Ąltig. Aber Nationalhymne abspielen f├╝r mich auch. Das war eine Werbeveranstaltung f├╝r einen (parteilosen) Kandidaten! Das ist, als ob man die Hymne bei einer Nivea-Promotion in der Kronprinzenstrasse auflegen w├╝rde.

  • martin sagt:

    finde ich auch ja. also nationalhymne abspielen bei so einer veranstaltung. hab mich gewundert als ich das geh├Ârt habe am freitag.

  • Kollege Geiger sagt:

    Merke(l): Hymne ist, wenn Neuer auf dem Platz steht, nicht Turner.

  • Dee Kay sagt:

    In Amerika w├╝rde die Hymne sogar bei einer Nivea-Promotion abgespielt werden und keiner w├╝rde etwas dagegen haben ­čśÇ

  • Frau Doktor sagt:

    Bei CDU-Veranstaltungen wird eigentlich immer die deutsche Nationalhymne gespielt. Angefangen hat das in den 50ern, wo man sich als die einzige wahre deutsche Partei profilieren wollte, gegen die ganzen vaterlandslosen Gesellen von der SPD, die bis vor kurzem noch die Internationale sangen. Mit anderen Worten: Die CDU benutzt die Hymne nicht im Sinne von “Hey, we are family”, sondern eher um Leute auszugrenzen. Quasi: Ich bin Deutschland, aber du nicht ÔÇô wenn du nicht auf einer CDU-Veranstaltung mit uns die Nationalhymne singen willst. Ganz besonders schief wird’s ja im OB-Wahlkampf: Da k├Ânnen alle Stuttgarter w├Ąhlen, die EU-B├╝rgern sind. Da kann man schon mal pfeifen.

  • Toni D. sagt:

    Also mir tut die Olle ja schon etwas leid. Und was hat Sie jetzt f├╝r ein Bild vom sch├Ânen Stuttgart?! Immerhin macht der Geburtsort des Wutb├╝rgers seinem Namen alle Ehre.

  • Etscho sagt:

    ich war am Freitag auch dort. Leider hab ich von den Reden von Turner und Angie nicht viel verstanden weil es einfach zu laut war. Klar darf man demonstrieren und auch durch Pfeifen zeigen was man gut findet oder eben nicht. Aber durchgehend Pfeifen hat irgendwie was pupert├Ąres und trotziges.

    Am Wahlzettel wird entschieden, nicht an der Trillerpfeife.

  • Jen sagt:

    nun, ich war im vorderen Bereich und ich habe weder ein Parteibuch der genannten Parteien, noch w├Ąhle ich sie. gewusst wie. ­čśë und auch Demonstranten durften hinter die Absperrung. weil sie sich Karten geholt hatten. ganz einfach.

  • martin sagt:

    ein obert├╝rkheimer bezirkspolitiker hat den marquardt wegen seinem ├╝blen statement angezeigt.

    http://www.stuttgarter-nachric.....b9ce2.html

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