Variété Liberté

Wenn nur Dortmund und Schalke auf Twitter kommen, kann man auch mal Kultur machen, vor allem wenn man der größte Konschtblog im deutschsprachigen Raum ist und vor allem wenn der Pro7 Blockbuster, das RTL Eventkino unter den Kunstevents in die Stadt kommt.

Steigt im Wilhelmspalais, nennt sich Variété Liberté, die Akzente machen mich kirre und lass ich bald weg, gab es schon in verschiedenen deutschen Städten und geht von heute an bis Samstag und schimpft sich Kunst- und Kulturfestival. Das Wichtigste ist eigentlich, dass DJ Emilio am Freitag und Moritz Esyot am Donnerstag auflegt.

In den vier Tagen kann man regionalen Künstlern über die Schulter schauen. Macht jeder bisschen was anderes, der eine hat einen grünen Daumen, der andere malt Bilder und der nächste klebt Holzteile zusammen. Dazu gibt es Musik live, von Traktor, Serato und von Spielkonsolen, dazu noch etwas Poetry Slam. Initiiert wird das ganze von einer Kippenmarke, die ausnahmsweise mal nicht Cowboy heißt, sondern aus einem Land kommt, in dem es westlich der Hauptstadt nur noch Kühe und Atlantik gibt, remember Ötti.

Kippen wurden übrigens nur in der Einzahl verteilt. Früherdamalsalsallesbesserwar ist man ja bei solchen Events mit fünf bis zehn Schachteln heimgelaufen. Das war aber noch in den goldenen 20er Jahren, als ihr noch mit Cro in der Grundschule wart. Aaaawww Schwäbisch Gmünd!

So. Gestern Abend wurde vorab eine Art Schwänzeschütteln veranstaltet, wie der Hauber früher immer gesagt hat. Bedeutet, man lädt ein paar Leute ein, in Marketing-Abteilungen nennt man sie eventuell Opinion Leader, ich bin lieber Onion Leader und hab mir davor extra die Zähne geputzt. Sonst waren erst mal keine mir bekannten Onion Leader da, aber sicherlich ganz viele wichtige Menschen aus der lokalen Kunstszene. Hab zunächst nur Tobsen beim Fressen erkannt. Passt.

Als nächstes den Geiger auf dem Balkon getroffen, nicht unser Kai Thomas, sondern den Daniel Thomas, remember WuF-Tafel, macht für diese Variete Liberte-Geschichte, Akzent fuck off, nervt beim Tippen, Streetart-Touren. Ab heute jeden Tag jeweils ab 15:30 und 18:00 Uhr, wobei man dazu sagen muss, dass die Abendtouren schon komplett  voll sind.

Geiger-Daniel wiederum hielt mir zunächst wie schon die Tage am Telefon einen Vortrag, dass es in Stuttgart keine Streetart gäbe, wenn dann rund um den Nordbahnhof, wo er auch intensiv mit seine Touris rumtouren wird. Da ich prinzipiell von nix was Kunst angeht auch nur eine dünne Schnitzelpanade an Ahnung habe, konnte ich darauf nicht eingehen, sondern habe brav zugehört und derweil auf einen Mann beobachtet, der tatsächlich eine Gürteltasche von Louis Vuitton um den Ranzen geschnallt hatte. Hab allerdings nicht nachgefragt, ob das ein Original von sonstwerher ist oder eine chinesischtürkische Koop. Geiger war wohl nicht sauer und hat mich trotzdem nachher ein paar Leuten vorgestellt. Auch Jan Diez. Hi Jan, ich bin der Martin.

Nach und nach konnte ich die Anwesenheitsliste abhaken: Foffie und seine Freunde, Manuel Brenner, Moritz Esyot, Pavlo, Thorsten Neumann, Christoph, Tina, dazu ein Adi und eine Maike. Eindeutig gefehlt hat unser Hotte Thorsten, für sowas ist er eigentlich immer zu haben, am Dienstagabend wo rumstehen. Auch nicht rumgestanden dafür rumgehangen ist Robin Treier.

Und Brody selbstverständlich, der seine eigenen Blumenkübel mitgebracht hat.

Wollte er, Achtung, schlechtester Witz seit der Geburt Christi, ein paar neue Models pflanzen! Jaja, ich schäm mich ja schon.

Aus den Kübeln macht ein Kumpel von Foffie die Tage noch Kunst oder vielleicht ist das schon Kunst, ich weiß es doch nicht. Standen überwiegend auf dem Balkon herum, und es ging eigentlich meistens um Nightlife und Fußball, aber nicht um Dortmund und Schalke, sondern Pauli und den VfB, und wie toll die Location Wilhelmspalais doch wäre. Ja, das ist sie wirklich.

Allerdings weiß ich immer noch nicht ob das Festival die nächsten Tage auch oben oder doch unten stattfindet. Eher unten war die Ansage, aber konkret wusste es keiner so recht. Oben wäre halt doch nochmals schöner.

Nach ein paar Ansprachen, darunter ne recht lieblose von einer Düsseldorfer Galeristin, gab es noch etwas Live-Programm, Poetry, Songs und sowieso Häppchen all night long. Hab mich fair zurückgehalten und nur punktuell zugeschlagen. In den 90er wäre ich den Platten noch hintergerannt, damals, als wir noch arm waren. Vom Alkohol hab mich ebenfalls eher entfernt (“Cola?”), manche haben bisschen die Jenny gemacht. Geht klar, muss man ja auch was von haben, wenn man einen Abend lang Onion Leader sein muss.

Ob das jetzt alles total megahammerhartgeile Kunst ist kann ich wie gesagt nicht beurteilen, vom Hocker gehauen hat es mich das allesamt nicht, kann man aber trotzdem mal hingehen, weil man allgemein immer mal wieder ins Wilhelmspalais gehen kann.  Außerdem in Angebot Workshops for free und eine Pinnwand, auf der man einen Eintrag tweeten kann.

Variété Liberté
von Mittwoch, 19. September bis Samstag, 22. September
Wilhelmspalais, ehemalige Stadtbücherei
www.placedelacreativite.de

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