Kerry King

(Foto: B.C. Rich)

Heidi Klum, die Katzenberger – Leute von dem Schlag sitzen gerne mal im örtlichen Drogeriemarkt herum und machen Reklame für ihr Parfüm, Augenbemaldingens, sich selbst und derartigen Plunder.

Kerry King, knuffiger Gitarrist von Slayer, macht auch Reklame. Oft für Satan, Körperverletzung, Krieg und Metal. Parfümmäßig ist da eher nichts zu holen – zumindest keines, das er verkaufen würde. Der Kalifornier bewirbt Gitarren von B.C. Rich – geiler Mist, wenn man 16 Jahre alt ist und richtig, äh, rumrocken will.

Kommenden Donnerstag (27.9., 16 Uhr) sitzt er deswegen im Soundland in Fellbach rum. Meet & Greet, Autogramme, Techtalk und Fotos. Ich sag mal “Spitzentyp” mit einer recht autoritären Aura.

Als wir mal in Wacken in sicherer Entfernung zu Kerry King Salat gegessen haben (er: rohes Fleisch, ich glaube das Tier zappelte noch), haben wir uns überlegt, mit welchem Satz wir wohl am schnellsten von ihm verhauen würden. Im orientalischen Kulturkreis wäre “Ich furze in den Bart deines Vaters” ein adequater Powersatz, recht schnell nie wieder Geburtstag zu feiern zu dürfen.

Falls ich richtig auf die Schnauze will, geh ich zu Kerry King und sage: “Ey Kerry, alter Wonneproppen. Fährste in Urlaub?” und er dann so “Wieso?” und dann komm ich: “Hast doch die Haare schon eingepackt!” Und bevor ich dann “lol” oder “Scherzle gmacht” sagen kann, liege ich mit doppeltem Kieferbruch an der Jet-Tanke um die Ecke. Straßengraben geht auch. Vielleicht sag ich auch: “Geile Tribals. Fand ich auch steil als ich Siebzehn war”. Oder: “Alter, ‘Enter Sandman’ Lieblingslied!”. Der Gedanke, vom Lieblingspopmetalstar der eigenen Jugend verprügelt zu werden, wirkt besonders in ausgelassenen Momenten durchaus erhellend.

Achkomm, God Hates Us All und Kerry King spielt halt Gitarre wie andere Leute verprügeln. Näher werden sich Poesie und Körperverletzung nie kommen. Und ich fand den schon mit 12 Jahren den Kracher. Wenn ich ganz ehrlich bin, käme er mir auch als Oberbürgermeister sehr gelegen, nicht so wie der Actionbäcker. Und wenn Chuck Norris mich mal doof von der Seite anmacht, dann würde ich sofort Kerry King anrufen.

Also, Kerry King Signing Session, Donnerstag, 27.9., 16 Uhr, Soundland, Schorndorfer Straße 25. Damit der Laden nicht aus allen Nähten platzt: Voranmeldung via backoffice@soundland.de

[youtube]http://youtu.be/F29aFb0CuyU[/youtube]

Übrigens. Dieser Clip von Slayer stammt aus dem Jahre 1985. Aufgenommen exakt da, wo bis 1980 das Studio 54 war. Ich sag mal: Disco. Kerry King hatte damals noch Haare und wirklich pfundigen Armschmuck. Gibt’s heute wahrscheinlich bei Accessorize inne Schulstraße.

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