Elektroschrott

Samstag 30 Grad und strahlend blauer Himmel. Fritz-Walter-Wetter fürs Ausmisten also. Als ich diese eine berühmte Schublade öffne, die wohl jeder hat, in die man alles reinlegt, was sonst keinen Platz hat, fällt mir ein Haufen alter Telefone und sonstiges entgegen, den ich längst verdrängt hatte. Die maskuline Antwort auf den Mädchenflohmarkt. “Are friends electric” singt dazu Gary Numan in meinem Kopf.

Das Merkwürdige daran ist aber nicht, dass das bekackteste und beknackteste aller Modelle mysteriöserweise fehlt, weil es wie eine Socke in der Waschmaschine durch ein schwarzes Loch ins Nichts gesogen wurde: Ein Siemens Slider, das aussah wie eine Fa Seife und ganz unbeholfen zweifarbig war – mit einem grün/rot Display.  Merkwürdiger ist, dass wahrscheinlich in jedem dieser Teile eine unbeantwortete SMS gefangen ist (“Der Arsch meldet sich auch nie zurück”).

Und am allerallermerkwürdigsten ist, dass in der selben Schublade zu jedem Elektroteilchen mindestens ein Ladegerät schläft. Es macht sich da breit, verheddert sich mit den anderen und paart sich vermutlich dort im Dunkeln. So dass ich in einigen Monaten noch mehr überholte Technik zuhause habe.

Das Nokia (2.Reihe, zweites von rechts) war das Beste. Beim diesem Nokia Designerquitschquatsch (untere Reihe, zweites von rechts) blieben immer die Backenbarthaare in der Tastatur hängen und Wange und Telefon mussten schmerzvoll voneinander getrennt werden. Gut vermarktet würde man heute sagen: Inklusive digitaler Epilierfunktion.

Auf dem iPod dürfte noch der ein oder andere 90er Jahre Hit sein. Aber das größte Bedauern und Betrauern gehört der Canon Ixus. Was für eine schöne, einfache, tolle Bilder machende Kamera. Die Nachfolger hatten immer nur mehr Pixel, aber niemals mehr mehr Stil.

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