Architekturkritik

Neulich zufällig auf einen Link zu einem Artikel im german-architects eMagazin gestoßen, der ziemlich ausführlich, detailliert und fundiert mit den stadtplanerischen Entwicklungen der letzten Jahre abrechnet:

“Quartiersweise werden Flächen für belanglose Investorenarchitektur freigeräumt, Reste kleinteiliger Innenstadtstruktur werden bedenkenlos beseitigt, monofunktionale Büro- und Shopping-Center jeder nennenswerten, bezahlbaren Wohnungsdichte vorgezogen. Stets kritisierte und warnte die Presse – vergeblich.”

Anlass für den Artikel ist ein Vortrag von Vittorio Magnago Lampugnani, einem bekannten italienischen Architekten und Professor für die Geschichte des Städtebaus in Zürich. Der hatte Ende April in Stuttgart einen Vortrag über “persönliche Gebrauchsanweisungen zur zeitgenössischen Stadtplanung” gesprochen und dabei laut Autorin Ursula Baus nicht viel Neues erzählt, aber vieles, was in Stuttgart über die Jahre konsequent vernachlässigt wird.

Im Folgenden beweist die Autorin an diversen aktuellen und dauerhaften Beispielen, was in Stuttgart beim Thema Stadtentwicklung so alles schiefläuft – etwa beim Gerber “Das riesige Loch, das derzeit hier klafft, wird demnächst mit 650 Tiefgaragenplätzen dazu beitragen, noch mehr Autos in die Stadt zu ziehen.”, dem Caleido “An dieser Stelle bricht eine Nowhere-Architektur in coolem Glas-Schick mit der Parzellenstruktur des Stuttgarter Südens.” aber auch Halbhöhen- und Höhenlagen “Zugepflastertes Vorfeld im Verbund mit Garagentoren verwandelt die Wohnstraße zum Albtraum.”.

Ein sehr lesenswerter Artikel ohne Polemik aber mit einem guten Buchtipp, “Architekturstadt Stuttgart. Bauten – Debatten – Visionen”, in dem architekturkritische Beiträge aus der Stuttgarter Zeitung gesammelt sind.

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