Klangerfinder

Neulich im Transit: RAM an den Decks – sagt man doch so unter jungen Leuten? Komme mir dabei bisschen vor wie die BW Bank, die sich bei Jugendlichen für ihr active extend Konto anbiedern will. Egal: RAM jedenfalls am Plattenteller, Aussi und ich direkt daneben. An der DJ Kanzelwand. Noch ganz promibesoffen von der Begegnung mit MV&Co. Höhen- und Guettaluft schnuppern. Zusammen dahingehen, wo die Nadel die Rille trifft. Hoffen, dass ein bisschen Sternenstaub auch auf uns abfällt.

Plötzlich ein jugendlicher Amerikaner über Bande zu uns: „Tell the DJ to play »I need a dollar«!“ Aussi und ich wittern eine Geschäftsidee. Unisono „Du das kostet fei“. Der unbestechliche RAM wollte sich aber partout nicht kaufen lassen. Für kein Geld der Welt das Lied spielen. Und auch keine Songs gegen Schnaps. Nur Reggae gegen kalte Füße hatte er im Programm.

Bin da selber weitaus weniger unbestechlich. Die fleischgewordene Vorteilsannahme. Ich würde auch annehmen, wenn Freunde mal in ihr Haus einladen  – aber was soll man denn zwei Wochen lang in Rutesheim?

Erfolgreich bestochen haben mich dafür die Klangerfinder. Deutschlands weltbeste Erfinder von Klängen. Wer es dreimal in Folge schafft, das beste Kundenweihnachtsgeschenk zu schenken, der schafft es auch in mein Herz. Für immer. Deshalb an dieser Stelle eine saufreundliche Erwähnung, liebe Klangerfinder.

Das Stuttgarter Unternehmen macht Komposition, Konzeption und Sounddesign. Und sexy Projekte wie den Raumklang für ein Haus der Berge in Berchtesgarden. Oder die Konzeption und Komposition des Eröffnungskonzerts für die Bauzaun-Ausstellung im Haus der Geschichte. Oder das Audi Soundlogo. Gongogonogogong. Kennt man, wenn man’s hört.

Und an Weihnachten, da schenken sie ihren Kunden tolle Sachen. Im Jahr eins habe ich einen Vogelstimmen-Imitator bekommen und mich tierisch gefreut. Über den Materialmix Holz-Metall-Wildleder, aber vor allem über das total einfache Prinzip. Der Audubon Bird Call ist übrigens benannt nach dem Ornithologen John James Audubon.

Streber Streber!

Falsch: Google Google!

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=HhhJkvLMIjQ[/youtube]

Hab dabei als Suchergebnis sogar dieses Anwendungsvideo gefunden. Und ich dachte, meine Bilder sind schon out of focus. Aber die hier haben die Schärfe konsequent ganz woanders hingelegt. Komisch, das US-Feuerwehr-Sirenen-Geräusch am Ende kommt bei mir nicht aus der Vogelflöte.

Nachdem ich mit der Kombination aus Meisenknödel und Futterring auf meinem Balkon bisher noch keinen einzigen Vogel angelockt habe, werde ich mich demnächst mit dem Zwitscherteil rausstellen – tweet tweet tweet – und Vögelgeräusche machen. (@ RAM: wenn du mir an diese Stelle zwei Ö-Pünktchen rausredigierst, komme ich nie nie wieder, wenn du Disco machst.)

Zweites Weihnachtsgeschenk der Klangerfinder war ein Daumenklavier. Mit fantastischen Sounds. Bisschen wie Flageolett-Töne auf der Gitarre. Kommt ursprünglich aus Afrika und je nach Region und Volksstamm sind da unterschiedlich viele Metallzungen dran. Beim Stamm der Klangerfinder sind es 5 – womit ein gelernter Bassist also gerade noch zurechtkommt.

Wer Playstation Controller kann, kann mit dem Daumenklavier auch Musik machen. Guck:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=lAaFv5t3duY[/youtube]

Werde ich vielleicht dieses Jahr zur kessel.tv Lesung mitbringen – und unser eigenes Gewäsch musikalisch ein wenig aufpeppen.

Dann kam lange nix. Und dann das:

Der Trend geht ja zum Unboxing: Aufnahmen, wie man ein Päckchen aufmacht – das kann von Nespresso, Amazon oder eben Klangerfinder sein.

Foto Dirk Songuer. Superduperdirk, Danke.

2011 hat mich der Weihnachtsmann von den Klangerfindern erstmal vergessen. Jetzt aber kam mit etwas Verspätung, mit Liebe und mit etwas freundlichem Nachfragen aber doch mein Geschenk. Der Moodcube. Ein kleiner Würfel, für den die Jungs extra Sounds komponiert haben, einer besser als der andere. Und auch das hat schon ebber gefilmt. Man muss ja heute gar nix mehr selber machen.

[vimeo]http://vimeo.com/34380528[/vimeo]

Dann haben sie mit dem Würfel noch bissle Performance gemacht. Sieht man hier.

Ich nehme an, mit dem Moodcube werden wir die gesamte zweite Hälfte der Lesung bestreiten.

Ganzganz toll.

Ganzganz danke.

Ganzganz arg weiter so, Klangerfinder.

1 Comment

  • setzer sagt:

    Ich steh ja auf die Mini-Dreh-Dinger mit Beatles- und Volksmusik-Hits, die sie an Autobahn-Tankstellen verkaufen. Wenn neun Leute gleichzeitig jeweils an zwei dieser Dinger drehen, flippt der Typ an der Kasse in circa 12 Sekunden völlig aus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.