The Soul of KTV (16)

Neues Jahr, noch mehr Soul, auch wenn mir Anfang des Jahres nicht so viel Zeug untergekommen ist wie sonst – aber für eine Kolumne reicht’s allemal. Here we go.

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Und gleich zu Anfang die freudige Ankündigung: Wie letztes Mal schon angedeutet gibt es ab Februar tatsächlich die Party zur Kolumne! The Soul heißt das Baby und findet jeden Monat statt, immer zwei Mal im Wurst & Fleisch mit einem Gast-DJ aus Stuttgart, dann ein Mal im speakeasy mit einem Gast-DJ von weiter weg und dann wieder von vorne.

Für die erste Ausgabe am Samstag, 11. Februar habe ich mir meinen alten Soulkumpan Tom de Beyer eingeladen, mit dem ich von 1999 bis 2004 als Soul Glow einiges gemacht habe – Party in Radio-Bar und Le Fonque, Clubtour mit Friction, Mixtapes und so. Die Musik des Abends ist nicht engstirnig aber strikt: Soul und Funk von Anfang 60er bis Ende 70er. Keine Remixe, keine Mash-Ups. Be there!

The Soul
Sa 11.02.2012, 22 Uhr
Wurst & Fleisch
Thorsten W.
Tom de Beyer

Facebook-Event

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[vimeo]http://vimeo.com/33684489[/vimeo]

Als ersten musikalischen Tipp hätte ich hier Moody, bekannt auch als Moodyman oder Kenny Dixon Jr.. Kommt aus Detroit, macht sonst Techno und legt auch gern hinter nem Vorhang auf. Mit diesem neuen Track, mit dem er NuDisco grad mal rechts überholt, tritt er sozusagen erstmals an die Öffentlichkeit und zeigt auch sein erstes Musikvideo überhaupt. Nice.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=AsZGRTK9bAw&feature=youtu.be[/youtube]

Dann gleich mal noch bisschen in HipHop-Gefilden wildern. Aber Aloe Blacc singt, damit ist eh genug Soul drin, hier bei einem Track von The Kid Daytona. Schöner New York-Summer-Flow, das Video wurde irgendwie mit der Klamottenmarke LRG und ein paar bekannten Sprühen gedreht – in der New Yorker Bronx, natürlich.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=McWiqFsa9Jw&feature=youtu.be[/youtube]

Inzwischen auch einen Stammplatz hat die Kölner MPM-Truppe, hier mit dem neuen Projekt mit dem etwas seltsamen Namen The Türs. Dahinter verbirgt sich eine “transatlantische Supergroup”, der Beat wurde vom Kölner Twit One produziert, am Gesang ist MPM-Act Miles Bonnie zu hören und dann gibt es da noch ein paar Musiker. Der Song ist im Original übrigens von The Doors.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=GjEsAEsYCw4&feature=youtu.be[/youtube]

Das nächste Video ist schon ein Jahr alt, aber diese Loop-Aufnehmen-Drübersingen-Geschichten faszinieren mich nach wie vor, wenn so gut gemacht wie hier. Jarle Bernhoft kommt aus Norwegen, und seine andere Musik, in die ich so reingehört habe, gefällt mir nicht so – aber das Lied ist so fresh, das hat sogar die Macher der Ellen deGenres-Show überzeugt und sie haben ihn eingeladen. Und singen und Musik machen kann der Kerle allemal. Auch wenn er eine komische Frisur hat.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=-iW1-BuJ_Hc[/youtube]

Der Hype um den nächsten Künstler ist auch ein wenig an mir vorbeigegangen. Hinter The Weeknd steckt der kanadische Sänger und Produzent Abel Tesfaye, und er zeigt, wie weit man das Thema Soul noch dehnen kann – das gefällt mir ja immer.

Was mir auch gefällt ist, dass man die Album- bzw. Mixtape-Trilogie von The Weeknd für lau auf der Website runterladen kann, und so gut wie alle Tracks sind auch bei YouTube zu finden – wenn auch die Videos nur aus einem einzigen Bild bestehen. Reinhören lohnt sich aber!

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=ZXvzzTICvJs&feature=youtu.be[/youtube]

Haha, beim nächsten Video bin ich voll reingefallen. Ist ja eher so netter klassischer R’n’B, und ich dachte, klar, der Typ im Video ist der der singt, aber er macht im Video halt Gebärdensprache. Das ist aber gar nicht der Sänger, Ed Sheeran ist vielmehr ein typisches englisches Weißbrot. Die restliche Musik von dem Jungen ist dann auch das Gitarren-Geklampfe, das man so erwartet.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=oN0tFgLcp4g&feature=youtu.be[/youtube]

Jetzt wieder was ganz Frisches: Robert Glasper ist ein Jazz-Pianist und hat sich für die Single zum Album “Black Radio”, das im Februar auf Blue Note erscheint, Musiq Soulchild und Chrisette Michelle ins Studio geholt. Sehr schön, sehr musikalisch, feini. Musiq Soulchild ist für mich auch über die Jahre irgendwie immer unterschätzt worden, ich hab ihn vor langem mal am Telefon interviewt, netter Typ auch aber der Mega-Erfolg kam bisher noch nicht.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=SVWgwCyZ3z4&feature=youtu.be[/youtube]

Noch was ganz Neues, und das bestätigt für mich wieder mal, dass Mark Ronson einer der besten Produzenten zur Zeit ist. True story. Der fabelhafte Song “A La Modeliste”, zusammen mit – Achtung – Erykah Badu, Trombone Shorty, Mos Def, Zigaboo Modeliste und den Dap Kings, ist für die Dokumentation Re:Generation entstanden, in der DJ Premier, Pretty Lights, The Crystal Method, Mark Ronson, und Skrillex (?!) begleitet werden, wie sie verschiedenen traditionellen Musikstilen neues Leben einhauchen.

Gesponsert wird das Projekt wohl von Hyundai, und auf deren YouTube-Channel gibt es auch diverse Videos zu dem Thema – ob das dann schon die eigentliche Doku ist erschließt sich mir jetzt nicht ganz. Aber auf jeden Fall sehenswert das Ganze, und hier noch der Trailer:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=iLlxvrXURoo&feature=youtu.be[/youtube]

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=fAjAVUeMB3g[/youtube]

Der nächste Remix ist schon ein halbes Jahr alt und fängt relativ unspektakulär an – aber was A.Skillz aus dem Alltime-Classic “Caliornia Soul” von Marlena Shaw rausholt ist mal wirklich mächtig, und ich freu mich drauf das Ding im Club auszuprobieren.

A.Skillz werden die meisten wahrscheinlich von seiner Kollabo mit Krafty Kuts und da vor allem mit der Single “Tricka Technology” kennen – ein typischer Track, der nie in den Charts war, aber fabelhaft im Club funktioniert.

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[vimeo]http://vimeo.com/32512277[/vimeo]

Bleiben wir im Club. Beim KTV-Lieblingsmusikblog Chromemusic hab ich diesen Track gefunden – die mir unbekannte aber äußerst attraktive Yasmin trifft auf Ms Dynamite und Shy FX hat das Ganze produziert. Ja, auch das hat Soul.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=S7AEmImZGQQ&feature=youtu.be[/youtube]

Wenn wir schon im Club sind, dann kann ich auch gleich noch einen Housetunes bringen. Das Ding hier kommt aus Wien, produziert von Lee Stevens und abgemischt von – jetzt pass auf – meinem alten Kumpel Patrick Pulsinger. Und ich hab echt ne Weile gebraucht um drauf zu kommen, dass die Samples aus “I Got 5 On It” von Da Luniz sind.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=CB3cYAIPmms[/youtube]

Rein in den Club, raus aus dem Club, wie im echten Leben. Bei D’Angelo ist man ja über jedes Lebenszeichen froh, nach der überraschenden Ankündigung seiner Shows in Amsterdam Ende des Monats (ich bin gespannt auf die Berichte) ist plötzlich diese Coverversion des Soundgarden-Hits “Black Hole Sun” aufgetaucht.

Die Tonqualität ist leider bei allen Versionen auf YouTube so schlecht, aber das Ganze geht meiner Meinung nach immer noch in die absolut richtige Richtung. Und ich hoffe immer noch, dass das Album bald erscheint.

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[dailymotion]http://www.dailymotion.com/video/xn3n7_bobby-hebb-sunny_music[/dailymotion]

Jetzt kurz ein Thema, das mir etwas peinlich ist: Ich hab nämlich lange überlegt, welcher Sample das verdammt noch mal beim Megahit “Easy” von unserem Lieblingspanda Cro ist. Bis ich dann bei whosampled.com nachlesen musste, dass es – natürlich – “Sunny” von Bobby Hebb ist.

Mann! Sunny! Eines der schönsten Soul-Lieder, das jemals geschrieben wurde, von dem es so viele Coverversionen gibt, dass jemand zwei Compilations daraus gemacht hat (eine davon hab ich auf Vinyl).

Als Entschädigung für meine Blödheit hier als schönes DJ-Tool das Instrumental von Easy:

Cro – EASY Instrumental by Driso

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Sodele, jetzt zur Abwechslung hier mal ein Buchtipp. Gil Scott-Heron, der leider jüngst verstorben ist, hat ein Buch über eine legendäre Tour geschrieben, auf die er 1980 und 1981 von Stevie Wonder eingeladen wurde: “The Last Holiday – A Memoir”.

Der Zweck der Tour: Wonder wollte durchsetzen, dass der Geburtstag von Martin Luther King zum nationalen Feiertag erklärt wird. Genau zu diesem Zweck hat er übrigens auch obigen Song “Happy Birthday” geschrieben, was ich immer wieder gern erzähle. Und geklappt mit dem Feiertag hat es obendrein!

Vor seinem Tod hat Scott-Heron das Buch auch als Hörbuch aufgenommen, hier kann man ein ganzes Kapitel anhören – und bei dieser Stimme würde ich mir sogar überlegen, das erste Hörbuch meines Lebens zu kaufen.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=3nQrzxwhTos&feature=youtu.be[/youtube]

Kommen wir zu den Fundstücken. Q-Tip, den ich ja schon immer sehr sympathisch fand, ist in diesem Video zu sehen, wie er einfach mal mit der Hand am Arm bzw. mit der Plattennadel auf Vinyl einen Song loopt. Nice.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Dzp3KqShmAk&feature=youtu.be[/youtube]

Und wieder einmal talentierte junge Leute auf YouTube – diese beiden Mädels namens VanJess singen ein wunderschönes Medley aus einigen 90s-R’n’B-Krachern. Da werden Erinnerungen wach! (Sorry für die Werbung am Anfang des Videos, aber die beiden sollen ruhig bissle was verdienen).

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Kommen wir zu den Veranstaltungen – wurden hier in letzter Zeit etwas vernachlässigt, aber gab auch nicht so viel.

Abgesehen von The Soul am 11. Februar (siehe oben) sei noch die nächste Blue Magic mit my man DJ Emilio im Bix empfohlen – auch hier feinste schwarze Musik aus den 70ern.

Und am 8. Februar spielen die Dynamics im Universum (sollte ursprünglich in der Röhre stattfinden). Die sind ja bekannt für schöne Reggae-Coverversionen von Soul- und anderen Hits, und ich werd auf jeden Fall vor Ort sein!

So hört sich das zum Beispiel an:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=CdAP8M7-5Ro[/youtube]

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Nen Mix gibt’s diesmal leider nicht, dafür nächstes Mal wieder, versprochen!

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