Ab-Turner

Bei allen ernsten Diskussionen und der Emp├Ârung ob der spontanen Freude von Stefan Kaufmanns vermeintlich neuen Super-Kandidaten – die Tatsache, dass sich mit Sebastian Turner┬áein Werber um das Amt des Stuttgarter Oberb├╝rgermeisters bewirbt, birgt nat├╝rlich einige Ironien. Ich kann das sagen, ich bin selber sowas ├Ąhnliches.

Positiv gesehen kann man sagen, dass ein Werber gut darin ist, komplizierte Sachverhalte einfach zu verkaufen und Optimismus zu verbreiten. Negativ gesehen ist ein Werber gut darin, Leuten etwas zu verkaufen, was sie nicht brauchen oder (im schlimmsten Fall) was nix taugt, und Dinge sch├Ânzureden.

Noch ironischer ist, dass eine B├╝rgerbefragung in Deutschland, die im Oktober letzten Jahres ver├Âffentlicht wurde, ergeben hat, dass Werber ein noch schlechteres Image haben als Politiker – nur Versicherungsvertreter landen in der Hitliste noch weiter hinten.

Der Gipfel der Ironie ist vielleicht, dass unter der F├╝hrung von Turner bei Scholz & Friends von Berlin aus den Slogan “Wir k├Ânnen alles. Au├čer Hochdeutsch” f├╝r die Baden-W├╝rttemberger erfunden wurde. Ob er damit viele Sympathiepunkte sammeln konnte ist nicht belegt. Und von dem Slogan “Das neue Herz Europas”, ebenfalls aus seiner Schmiede, ist nur noch das Herz ┬á├╝brig geblieben.

Wahrscheinlich unter anderem deshalb wird Turner in einige Medien auch nicht als Werber, sondern als Unternehmer bezeichnet, weil er ehemaliger Gesch├Ąftsf├╝hrer und einstiger Mitgr├╝nder der Werbeagentur Scholz & Friends ist.

Das wiegt nat├╝rlich schwer, nur leider stimmt es nicht. Er ist nicht Mitgr├╝nder von Scholz & Friends, es ist etwas komplizierter. Doch dazu sp├Ąter – hier einige Beispiele von nicht unbedeutenden Medien, die ihn f├Ąlschlicherweise als Mitgr├╝nder bezeichnen:

Stuttgarter-Zeitung.de, 20.01.2012

Stuttgarter-Nachrichten.de, 23.01.2012

Stuttgarter-Nachrichten.de, 20.01.2012

Spiegel Online, 20.01.2012

TAZ.de, 22.01.2012

Wie gesagt, Sebastian Turner hat Scholz & Friends nicht mitbegr├╝ndet. Die Agentur wurde 1981 in Hamburg gegr├╝ndet – Turner war zu diesem Zeitpunkt 15 Jahre alt und hat in jenem Jahr eine Sch├╝lerzeitung gegr├╝ndet. Am Stuttgarter Karlsgymnasium! Bis zum Abitur lebte Turner im Kessel, womit zumindest ein Bezug zum Kessel hergestellt w├Ąre.

Bei S&F kam er erst 9 Jahre sp├Ąter, 1990, ins Spiel, als er die ÔÇ×Delta Design Dresden oHGÔÇť mitgr├╝ndete – die relativ bald von der Scholz & Friends Gruppe gekauft wurde. Aus der Delta Design Dresden oHG wurde die Scholz & Friends Berlin GmbH, au├čerdem wurde noch die Scholz & Friends Dresden GmbH gegr├╝ndet. Bis 2001 war Turner Gesch├Ąftsf├╝hrender Gesellschafter dieser beiden B├╝ros und danach Chef der internationalen Scholz & Friends Gruppe. (Quellen: www.s-f.com, Wikipedia 1, Wikipedia 2)

Auch die Bezeichnung “Mitgr├╝nder der Berliner Werbeagentur Scholz & Friends” stimmt deshalb nicht ÔÇô auch wenn die Gruppe inzwischen in Berlin ihren Hauptsitz hat, gegr├╝ndet wurde S&F in Hamburg, und Turner ist eben nur Mitgr├╝nder der Berliner Dependance.

Interessant ist, dass sich dieser Fehler durch ziemlich viele Medien zieht (Bild.de ├╝brigens nicht), Schuld ist wahrscheinlich wie so oft eine ungepr├╝ft ├╝bernommene Agenturmeldung. Aber man wei├č es nicht.

43 Comments

  • setzer sagt:

    Wo ist eigentlich Ike Turner, wenn man ihn einmal braucht?

  • vanDamme sagt:

    Schl├Ągt sich so durch.

  • Sebastian Turner sagt:

    Lieber Torsten W.,
    vielen Dank f├╝r die gr├╝ndliche Recherche – ich habe tats├Ąchlich 1981 regelm├Ąssig am Schulunterricht teilgenommen und war deswegen auch nicht bei der Gr├╝ndung von Scholz & Friends in Hamburg dabei. Wenn ich noch erg├Ąnzen darf: Delta Design Dresden wurde nicht verkauft, sondern wir haben gemeinsam mit Scholz & Friends im Jahr 1991 eine neue Firma gegr├╝ndet, die sp├Ąter nach Berlin umzog. Sp├Ąter wurden die Anteile an der Tochter in solche an der Mutter getauscht (heute “Scholz & Friends Holding Commarco”, die ich wiederum mitgegr├╝ndet habe). Feinschmecker w├╝rden also schreiben: Unternehmer und Mitgr├╝nder von Scholz & Friends Dresden und Berlin und der Scholz & Friends Holding Commarco. Vielen Dank auch f├╝r die Verwendung des jugendlichen Fotos.
    Beste Gr├╝sse
    Sebastian Turner

  • Jeeves sagt:

    Trotzdem: ein Reklamefuzzi. Nix Werbe-, nein: Reklame-.

  • Thorsten W. sagt:

    Lieber Herr Turner,

    Danke f├╝r den Hinweis – ist auch wirklich kompliziert mit den ganzen Firmengr├╝ndungen.

    Beste Gr├╝├če, Thorsten W.

  • J├Ârn Hahn sagt:

    Ist es nicht so gewesen, dass der Slogan “Wir k├Ânnen alles. Au├čer Hochdeutsch.” gar nicht f├╝r das Bundesland BW “erfunden” wurde, sondern die Kampagne urspr├╝nglich dem Freistaat Sachsen angeboten wurde?

  • Ulrich Schmidt sagt:

    Wenn Herr Turner “tats├Ąchlich 1981 regelm├Ąssig am Schulunterricht teilgenommen” hat, warum kann er dann nicht Deutsch? “Feinschmecker” (?) oder Grundschulabsolventen w├╝rden schreiben: “regelm├Ą├čig” und “Gr├╝├če”.

  • JMO2 sagt:

    Wow, geht der Wahlkampf bzw. die Anti-Kampagnen gegen m├Âgliche Kandidaten jetzt schon bei kessel.tv los?

  • Ingmar sagt:

    Schaut schaut, ein Grammar Nazi ­čÖé Kaschiert mit einer latenten Beleidigung.

    ich garantiere Dir dass kein Grundschulabsolvent mittlerweile mehr dank Rechtschreibreformreformreformierung noch regelm├Ą├čig regelm├Ą├čig richtig schreibt.

    Und ein Blog ist ein Blog und wird zum Gl├╝ck nicht korrekturgelesen, sondern ist netterweise authentisch.

  • martin sagt:

    yo, aus gr├╝ssen oder gr├╝├čen muss man wirklich kein drama machen, siehe eben stichwort “Rechtschreibreformreformreformierung”

    und chiller, we know ­čśë

  • Sebastian sagt:

    Bezugnehmend auf den ersten Absatz:

    “b der spontanen Freude von Stefan Kaufmann vermeintlich neuen Super-Kandidaten”

    Da fehlt was.

    “ein Werber um das Amt des Stuttgarter Oberb├╝rgermeisters bewirbt, birgt nat├╝rlich einige Ironien. Ich kann das sagen, ich bin selber sowas ├Ąhnliches.”

    Sie sind also sowas wie Ironie?

  • martin sagt:

    Werber = OB Kandidat = einige Ironien. Nicht Werber = Ironie. Ist aber eigentlich verst├Ąndlich genug geschrieben, vielleicht auch wenn man weiterliest. und danke f├╝r die erste anmerkung.

  • Ralle sagt:

    @ingmar: Die Verbl├Âdung der Menschheit endet im Netz – ist Dir das authentisch genug? Also wenn f├╝r Rechtschreibung keine Zeit mehr ist, dann kritzel doch deine Toilettenwand voll.

  • JMO2 sagt:

    Die Welt geht unter weil ein “├č” nicht mehr ein “├č” ist oder andersrum… Es tut mir leid, Herr Turner ist unw├Ąhlbar geworden!

  • Le Mischi sagt:

    Liebe Ralles, Ingmars, Sebastians,

    bitte tragt eure “deine Meinung kann nix, weil du nicht Lektorats-taugliche Kommentare in einem Blog schreibst”-Fehde doch irgendwo anders aus, falls ihr ansonsten nichts zum Thema beizutragen habt.

    Diskussionen ├╝ber Themen, Posts, Meinungen sind hier immer gerne gesehen, wenn ihr aber andere Kommentatoren, deren Meinung euch nicht passt, ├╝ber den Zeichensetzungs-Joker anpinkeln wollt: GTFO. Vielen Dank & Peace

    Le Mischi

  • Sebastian sagt:

    Soll ich mal kurz ausschreiben was “GTFO” bedeutet oder l├Âscht sich der Kommentar von selbst? “Verpisst Euch” wird durch eine englische Abk├╝rzung nicht weniger unfreundlich.

  • Le Mischi sagt:

    Hallo Sebastian,

    ist genau so gemeint wie ich es geschrieben habe und auch nicht missverst├Ąndlich: alle, die sich zu den Posts und deren Inhalt ├Ąu├čern und dar├╝ber mit anderen diskutieren, werden auf diesem Blog ernst genommen und sind immer willkommen (das behaupte ich jetzt zumindest einfach mal).

    Wer sich aber ├╝ber die Rechtschreibf├Ąhigkeiten der anderen lustig machen oder deren Meinung durch das Hinweisen auf Rechtschreibfehler diskreditieren m├Âchte, darf ebenfalls Toilettenw├Ąnde vollkritzeln gehen. Auch wenn ich mit den politischen Inhalten der Herren Turner oder Kaufmann sicherlich nicht konform gehe, ist sowas total Sandkasten. Sorry. Und den Untergang der deutschen Sprache / Jugend / Abendl├Ąndischen Kultur mit den Rechtschreibf├Ąhigkeiten in der Commentsection und dem fl├╝chtigen Kommentieren eines Blogs in ein T├Âpfchen zu schmei├čen ist hysterisch.

    Le Mischi

  • Le Mischi sagt:

    … wobei ich noch relativieren m├Âchte, dass ich mich gerade tats├Ąchlich haupts├Ąchlich ├╝ber den Kommentar von Ralle aufgeregt habe.

  • martin sagt:

    easy. rechtschreibung ist in der tat wichtig, da hat der ralf nat├╝rlich recht. nur der herr turner ist sicherlich der deutschen sprache m├Ąchtig, auch wenn er mal – vielleicht auch im eifer des gefechts oder eben wegen reformreform… gr├╝├čen mit zwei ss schreibt. ich muss bei ss oder ├č selbst oft genug schauen und mach es auch oft genug falsch. weiterhin schreib ich hier auch konsequent klein, kann man ebenfalls ankreiden.

    nur wie der micha schon sagt, muss man glaube ich deswegen nicht anhand von nicht ganz lektortighten comments einen untergang heraufbeschw├Âren, da bekomm ich jeden tag ganz anderes krasseres (“offizielles” presse)material zugeschickt, bei dem, wie meine werte mutter gerne sagt, hopfen und malz verloren ist.

    und sebastian, wie gesagt, danke f├╝r den ersten hinweis, das machte so wie es im artikel stand keinen sinn.

    und letztendlich, das ist das wichtigste, geht es bei diesem eintrag nicht darum.

  • olfinger sagt:

    man mag als journalist den versteckten vorwurf der schlampigkeit einfach nicht mehr h├Âren. ja! wir ├╝bernehmen agenturmeldungen ungepr├╝ft. und ja! das ist auch v├Âllig korrekt. denn genau daf├╝r sind agenturmeldungen da. agtenturen haben eine besondere sorgfaltspflicht. sie m├╝ssen so sorgf├Ąltig sein, dass wir journalisten ihre angaben ungepr├╝ft ├╝bernehmen k├Ânnen. ohne gewissensbisse, ohne schlampig zu arbeiten.

    guckst du unter anderem hier (ich wei├č… wikipedia m├╝sste ├╝berpr├╝ft werden. hab ich gemacht. schon bevors in wiki stand. der sachverhalt ist n├Ąmlich seit jahrzehnten bekannt): http://de.wikipedia.org/wiki/Agenturprivileg

    aber der st├Ąndig wiederholte vorwurf des bildblogs, wer und was alles agenturmeldungen ungepr├╝ft ├╝bernimmt, wird ja auch gerne und ohne sachkenntnis ├╝bernommen. tut uns doch mal einen gefallen: benennt die agentur als schuldigen. die ist n├Ąmlich allein verantwortlich.

  • Ralle sagt:

    @le mischi: Wer spricht? ­čśë
    Vielleicht wirst Du auch hysterisch, wenn ich mit der Lektorierung Deines K├Ąsebl├Ąttchens aka hedonistisches Lifestyle-Magazin durch bin.

    Le Ckmichamarsch

  • olfinger sagt:

    und was diese alberne rechtschreibediskussion angeht. fr├╝her oder sp├Ąter (ein altes bloggesetz) kommt einer darauf, dass ss was mit hitler zu tun hat. und dann dampft hier aber die kacke!

  • Levol sagt:

    “dass Werber ein noch schlechteres Image haben als Politiker ÔÇô nur Versicherungsvertreter landen in der Hitliste noch weiter hinten.”

    Und wo stehen GEZ-Fahnder? Bin ├╝berrascht.

  • martin sagt:

    olfinger: dann dampft sie halt, w├Ąre nicht das erste mal. aber die hitler nummer hatten wir hier bislang sehr wenig in vier jahren.

  • olfinger sagt:

    und bevor mich einer missverstehen m├Âchte:
    http://www.bruhaha.de/laws.html
    siehe “godwins law”

  • martin sagt:

    ist auch hier bekannt dieses gesetz, aber danke.

  • Thorsten W. sagt:

    @olfinger: Das Agenturprivileg ist mir tats├Ąchlich neu. Aber wie hat mein weiser Chef gestern gesagt: “Es gibt immer Gr├╝nde, und Gr├╝nde sind die Pest”. Was ich sagen will: Ein Fehler wird ja nicht dadurch besser oder weniger falsch, wenn ihn ein anderer verursacht hat.

    Mir geht es in dem Artikel ja auch gar nicht darum, jemanden anzuprangern, und vielleicht ist auch die Ursache f├╝r die Verbreitung des Fehlers gar nicht eine Agenturmeldung, sondern einfach die allgemeine Vereinfachung eines relativ komplexen Sachverhalts.

    Ich fand nur das Ph├Ąnomen interessant, dass sich dieser Fehler durch so viele verschiedene Medien zieht, und beim Lesen des des ersten Artikels hat mir ein Klick bei Wikipedia (ich wei├č, ist keine verl├Ąssliche Quelle) zumindest gezeigt, dass das so w├Ârtlich nicht stimmt.

  • kate sagt:

    kriegt euch mal wieder ein!
    es interessiert hier doch herzlich wenig, ob jemand hier glaubt sich durch seinen ├╝berkorrekten stil profilieren zu m├╝ssen. das ist ein blog. es ist mir pupsegal, wie eloquent und grammatikalisch richtig sich jemand im web 2.0 ausdr├╝ckt. es geht doch hier um die diskursive komponente des ganzen.

    ich finde den artikel gro├čartig, er hat was ins rollen gebracht und journalisten sollten sich mal nicht so aufregen und an ihrer kritikf├Ąhigkeit arbeiten.

    @thorsten: danke f├╝r die grandiose ├╝berschrift!

    und @olfinger: danke, ich hab gelacht.

  • Le Mischi sagt:

    Ralle, du bist nen super Typ und hast voll recht. Hammer wie ich das nicht erkennen konnte. Hast auch total den guten Humor und ich jetzt echt bisschen Angst, was von mir und meinem Selbstbild ├╝brig bleibt, wenn du mit mir und meinem K├Ąsebl├Ąttchen fertig bist.

  • MCBuhl sagt:

    Huh, kaum gibt’s ne Bildblogerw├Ąhnung, gibt sich hier die Qualit├Ątspresse die Klinke in die Hand. Wowe. ABer hey, Agenturprivileg hin oder her: wenn ihr wollt, dass wir eure Homepage als Qualit├Ątsmedium begreifen und im besten Fall daf├╝r blechen, dann, hey, macht euren verdammten Job. Wenn die Agenturen st├Ąndig Blech reden – ihr seid die Kunden, setzt sie unter Druck, dass die das abstellen. Und im Bildblog wird regelm├Ą├čig Ro├č und Reiter benannt: AGentur X macht Fehler Y. Korrigiert 1 Stunde sp├Ąter: Achtung! Nicht Y sondern Z ist richtig. Aber leider bekommen die Qualit├Ątsmedien der nachfolgenden Liste diese ├änderung nicht mit. Oder posten sie nicht. Und das ist wieder wie oben der Punkt: die Verleger wollen unser Geld aber nicht die Ausgaben (sprich Arbeit) dazu. Stattdessen nehmen sie sich noch raus, unsere Freiheitsrechte einschr├Ąnken zu wollen (Acta, Sopa, Pipa und wie das alles hei├čt)
    Dass wir uns richtig verstehen: ich lese seit 30 Jahren Zeitung, auch die Stuttgarter Presse. Ich habe mitbekommen wie es in den Keller ging – die billigsten REchschrEifehler gingen durch. Das ist einfach nur noch peinlich. Mal davon ganz abgesehen, dass bis heute viele hei├če Eisen in Stuttgart von euch NICHT angepackt werden: seit Arnulf Klett wird die Stadt sytematisch zerst├Ârt, ein Klub nach dem anderen PLATT gemacht, ein Geb├Ąude gesichtsloser als das n├Ąchste hingestellt und dann noch eine Einkaufsmall (der wie vielte Neustart der Eberhard Passagen mit dem endlich endg├╝ltigen Superhauptmieter ist das jetzt?) – und ihr? Bejubelt den Verwaltungsmeister und Schulenkaputtsparer als Lichtgestalt. Ach geh doch Fischen!

  • Flo sagt:

    @olfinger:

    In dem Wikipedia beitrag steht zwar, dass ein Journalist eine Agenturmeldung ungepr├╝ft ├╝bernehmen darf. Aber er muss es nicht. Warum passiert es dann immernoch, auch wenn jeder wei├č, dass es heutzutage keine Quelle gibt, die man nicht ├╝berpr├╝fen muss? Hauptsache schnell, auch wenn sich dann evtl. ein Fehler einschleicht?

  • MCBuhl sagt:

    @Flo: wegen automatisiert und so.

  • jw sagt:

    Warum eigentlich sollten es die oben genannten Medien von einer Agentur ├╝bernommen haben? Gibt es daf├╝r einen Beleg? Wie eifrige BildBlog-Leser wissen, berichtigen sich die Agenturen n├Ąmlich, sobald sie einen Fehler finden oder darauf hingewiesen werden. Und das findet sich dann i.d.R. auch bei Zeitungen etc. (Daher verlassen diese sich auch auf die Agenturen).

    ├ťbrigens: warum ist jemand, der eine – wenn auch nicht S&F – Agentur mitgr├╝ndet, kein Unternehmer? Wer ist dann Unternehmer?

    Und: “Wir k├Ânnen alles. Au├čer Hochdeutsch.” ist bei weitem der beste Werbeslogan, den ich f├╝r ein Bundesland kenne. Oder findet Ihr “Sie kennen unsere Pferde. Erleben Sie unsere St├Ąrken” (Niedersachsen 2007) z.B. besser?

  • Petra sagt:

    Zur Rechtschreibung:
    Auf einen lang gesprochenen Vokal wie in “m├Ą├čig”, “rei├čen”, “nie├čen” folgt immer ein “├č”
    Auf einen kurz gesprochenen Vokal wie in “Fluss”, “Kuss”, “Schiss” folgt immer ein ein doppeltes “s”
    Es k├Ânnte jetzt aber sein, dass man eine stylische, selbst importierte “Qwerty”-Tastatur vom Apfel sein eigen nennt, dann fehlt das “├č”.
    Und dann muss man auf einen sachlichen Beitrag einen unsachlichen Quatsch ertragen.
    Leute, die sich ├╝ber solche Kleinigkeiten aufregen, sind die Erbsenz├Ąhler, die an der HO-M├Ąrklin-Bahn, die Zugbeschriftungen ├Ąndern, wenn sie die Bahnhof Kleintupfingen auf der Anlage haben und nicht den von Stuttgart.

    By the way – Wie steht denn, der Herr Turner zu S21? W├Ąre das nicht viel wichtiger? W├Ąre er f├╝r Stuttgart ein guter OB?

  • Thorsten W. sagt:

    jw: Ich schreibe ja “wahrscheinlich”, ich wei├č es nat├╝rlich nicht. Aber um diese Frage geht es ja in dem Artikel: Wie verbreitet sich solch ein Fehler ├╝ber so viele Medien? Eine M├Âglichkeit w├Ąre eben eine Agenturmeldung, die ├╝bernommen und nicht gepr├╝ft wird, weil ja auch nix “heikles” drin steht, und auch der von mir entdeckte Fehler nat├╝rlich keine Demokratie zum Einst├╝rzen bringt.

    Eine andere M├Âglichkeit ist, dass es eine Agenturmeldung oder eine Pressemitteilung von Herrn Turner selbst gab, in der zwar die Fakten richtig drin standen, die aber zu kompliziert f├╝r einen der oben zitierten Nebens├Ątze waren und deshalb von den Autoren einheitlich falsch auf “Mitgr├╝nder” gek├╝rzt wurden.

    Und Unternehmer oder nicht – das habe ich ja nicht bezweifelt. Aber unter Werbern – wo ich wie gesagt auch arbeite, und weshalb mir das ├╝berhaupt erst aufgefallen ist – h├Ârt sich “Gr├╝nder von S&F” eben sehr gewichtig an, ein bisschen so wie “Erfinder des Automobils”.

    Zum Slogan – naja. Das ist wohl einfach Geschmacksache.

  • MCBuhl sagt:

    F├╝r “ss” statt “├č” schreiben gibt es noch einen Grund – der setzt aber voraus, dass man auch “ae” statt “├Ą” usw. schreibt: man ist so unglaublich international in seiner Kommunikation, dass man es verlernt hat, seinen Stil an die Kommunikationspartner anzupassen – in einem in Stuttgart ans├Ąssigen Forum ist es unwahrscheinlich, dass ein “├č” nicht korrekt dargestellt w├╝rde.
    Nun ja, aus “ss” schreiben wird ja auch schon Godwins law herbei gerufen. Marketing-Jugendwort des Jahres 2010?

  • Frau Doktor sagt:

    Dass Sebastian Turner Scholz & Friends mitgegr├╝ndet hat, ist eine Media Legend, die schon vor seiner Kandidatur f├╝r die OB-Primaries der CDU kursierte. Mich w├╝rde es jetzt nicht total wundern, wenn deren Ursprung eine etwas gro├čz├╝gig ├╝ber Details hinweggehende Selbstdarstellung der Agentur / Agentur-Gruppe gewesen ist. Und nat├╝rlich macht sich eine Presseabteilung nicht wirklich M├╝he, daraus entstandene Missverst├Ąndnisse aufzukl├Ąren. ­čÖé
    Die aktuelle Selbstdarstellung (http://www.s-f.com/group/de/aboutus/history/) l├Ąsst Turner zwar nicht als Mit-Begr├╝nder auftreten, aber er (und Thomas Hellmann, der Herr links, ├╝brigens seit ein paar Wochen Senator f├╝r Justiz und Verbaucherschutz in Berlin) werden als die zentralen Figuren der Firmengeschichte inszeniert ÔÇô was sie wohl auch waren.

    Was mich allerdings verwundert, ist die unprofessionelle Art, mit der Kaufmann die Turner-Kandidatur lanciert: Da hat die CDU das erste Mal ein Verfahren festgelegt, in dem die normalen Mitglieder die Kandidatin / den Kandidaten bestimmen ÔÇô auf einem eigenen Parteitag, au├čerdem kann jedes Mitglied Vorschl├Ąge machen, und dann hat Herrn Kaufmann, der sich ja gern als Retter des Kreativ-Standorts Stuttgarts aufspielt, nix besseres zu tun, als das ganze Verfahren ad absurdum zu f├╝hren? Was hat er sich da vorgestellt: Dass alle vor Verz├╝ckung, dass der gro├če Turner Stuttgart mit seiner Kandidatur beehrt, auf den R├╝cken fallen und sich einspeicheln? Mediale Aufmerksamkeit hat er ja erregt. Falls die Idee war, damit die CDU als die Partei herauszustellen, die immernoch die lokalpolitische Diskussion in Stuttgart bestimmt, dann hat das wohl etwas anders geklappt als geplant. Die Kandidaten-Findung und Selbstzerfleischung der CDU dominiert die Schlagzeilen, Turner, ein eigentlich interessanter Kandidat, ist besch├Ądigt, Kaufmann selbst wird als Kreisvorsitzender fleissig demontiert ÔÇô das muss man auch erstmal hinbekommen.
    Mein Highlight bis jetzt: Auf die Nachfrage, dass Turner nicht ├╝ber Verwaltungserfahrung verf├╝ge, antwortet Kaufmann: ÔÇ×Verwaltungserfahrung war in unserem Kriterienkatalog nicht der zentrale Punkt.ÔÇť Dass die fachliche Qualifikation kein zentrales Kriterium f├╝r den obersten Verwaltungschef der gr├Â├čten Stadt Baden-W├╝rttembergs ist, das hat Charme.

  • martin sagt:

    Das hat definitiv Charme.

    @ Petra, Herr Turner findet S21 toll.

  • Ingmar sagt:

    Lieber (wirklich?) Le mischi,

    ich hab heute mal wieder hier reingelesen und siehe da, es kam sogar ne Antwort.
    Lustigerweise habe ich keinen Rechtschreibflame oder sonstwas get├Ątigt, sondern eine h├Ąufig vorkommende Form der Beleidigung in Internetforen festgestellt: Rechtschreibflames. Aka: “XY schreibt Wort Z nicht richtig”. Daraus wird pers├Ânlich beleidigt, meistens mit einem Hinweis auf dessen fehlende Schulbildung oder gar auf seinen generellen Intellekt. Und nat├╝rlich dann mit Verallgemeinerungen.

    Wenn man sich dann deinen Post durchliest, findet man (was f├╝r ein Zufall) genau dieses Schema wieder: Dein Verhalten/Rechtschreibung/Meinung/insert random bla passt mir nicht, du bist doof. Du beleidigst pauschalisierend Leute, aber nunja, da das hier ein freier Blog ist nehme ich deine Meinung zur Kenntnis und werde daraufhin mein Leben ├Ąndern. Naja, eigentlich nicht.

    Rechtschreibung muss sein, jedoch gibt es recht viele Fehler, die man auch durch Korrekturlesen ├╝bersehen kann. Wenn man dann auch noch wie Herr Turner(und das muss ich ihm hoch anrechnen) relativ zeitnah in einem Blog pers├Ânlich (ohne Beraterstab und Kontrolleur und PR-Tante) antwortet, k├Ânnen solche Fehler wohlwollend ├╝bersehen werden. Davon geht die Welt sicher nicht unter.

    Bez├╝glich deiner Invocatio mit “Lieber/liebe” frage ich mich auch, woher du mich denn kennst, damit du mir solch eine Anrede zukommen l├Ąsst. Nat├╝rlich meinst du die aber ironisch/sarkastisch (und damit mir gegen├╝ber beleidigend), aber das war ja bei deinem Wutanfall hinter der Tastatur (so zumindest l├Ąsst sich dein Post lesen und darauf schlie├čen) anzunehmen.

    Einen angenehmen Restdonnerstag,

    freundlichst (oder auch nicht) Ingmar

  • MCBuhl sagt:

    A propos Qualit├Ątsmedien und Le Sorgfaltspflicht: Phishing ist eine neue Masche, *10.2.’12 im Focus. Oder doch schon 1996? http://alarmknopf.wordpress.co.....ue-masche/
    Naja, Le Qualit├Ątsmedienmitarbeiterstab wird hier eh nimmer mit lesen. Wir sehen uns um 3e am Friedrichsbau. Oder auch nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht ver├Âffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.