Z-Club Closing

Wenn wir bei Thema Abriss sind, muss noch der Z-Club erwähnt werden: Der schließt, war schon länger klar und hat nichts mit dem Ausgang der Volksabstimmung zu tun, zum Jahresende und kommt dann planmässig am 7. Januar 2012 unter die Birne (Soll an dem Tag nicht auch der Südflügel abgerissen werden?). Und ob einem Samstag die Bagger kommen, wage ich zu bezweifeln. Dann halt Montag. Der Grund: Club und der Garten stehen der geplanten Stadtbahnlinie U12 im Weg, die 2014 in Betrieb gehen soll.

Der Z-Club hat sich gerade in den letzten Monaten als Nische für die elektronische Szene etabliert und gab vor allem Stuttgarter Locals und Newcomern eine Plattform. Dass das Ding bisschen zum Laufen kam, lag vor allem an diesem Mann:

Netter Kerl der Rainer aka Arcon Ultra, der sich um den Freitag gekümmert und Aufbauarbeit geleistet hat. Auf der nächsten Seite kann man sein Statement und eine kleine Rückschau nachlesen.

Am Samstag findet zum letzten Mal Rainers eigene Veranstaltung Elektrosmog im Z-Club statt und danach folgen bis Weihnachten noch einige weitere Partys im elektronischen Segment. Ob es einen zweiten Z-Club geben wird, ist ungewiss.

Ende Dezember ist es soweit, der Z Club schließt zum letzten Mal seine Türen und wenige Tage später, genauer gesagt am 07. Januar 2012, wird er dann abgerissen. Dies hat natürlich mit der unmittelbaren Nähe zu den Gleisen am Hauptbahnhof und dem Großprojekt Stuttgart21 zu tun, denn irgendwann im Jahr 2014 soll eine U-Bahn Linie dort vorbei fahren wo heute der verträumte Biergarten steht. Schade, aber so dreht sich nun mal das Rad der Geschichte und wer sich dem trotzig gegenüberstellt, muss damit rechnen selbst unter die Räder zu kommen.

Für uns, d.h. die Besitzerin und meine Wenigkeit alias Clubmanager, war der Z Club eine Möglichkeit den gängigen Clubkonventionen zu entgehen. Ohne Türsteher, abseits der Thoedor-Heuss Partymeile, mit viel Liebe und ausreichend Enthusiasmus betrieben, per Selbstdefinition eine Nische zwischen Off-Location und kommerziellem Club, konnte sich ein eigener kleiner subkultureller Minikosmos entwickeln. Dank herausragenden Veranstaltern und freundlichem Pressesupport, konnten wir uns mit erhobenem Haupt zwischen den „großen“ Stuttgarter Clubs einreihen und einen bescheidenen Beitrag zur Vielfalt in der Stadt leisten.

DJ-Größen und Liveacts wie DJ Good Groove (Frisbee Records/Berlin), Oskar Offermann (White Label/Berlin), Julien Bracht (La Peña/Frankfurt) oder Le Grand Uff Zaque (Kalte Muschi/Karlsruhe) haben uns mit einem Gastspiel die Ehre gegeben und blieben auch weiterhin Freunde des Hauses.

Jedoch lag unser Schwerpunkt immer schon auf der Stuttgarter Local-Szene, denn nur durch die Initiative und die Impulse welche aus der lokalen Szene kamen, konnte sich das wunderlich vergnügte Eigengebräu Namens Z Club in dieser Form entwickeln und gedeihen. Vielseitigkeit war ein erklärtes Ziel und somit kann man im Nachhinein mit Stolz verkünden, der erste Club in der Stadt gewesen zu sein, der eine reine Dubstep-Veranstaltung organisiert hat.

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