The Soul of KTV (11)

Summer Summer Summertime… Yeah, endlich mittendrin, und welche Musik (abgesehen vom zweiten Summertime-Mix von Jazzy Jeff und Mick Boogie) passt besser zu dieser Jahreszeit als Soul? Also gibt’s diesmal ganz viel Sommer-Soul, lustige Fundstücke, Alben und sogar ein bissle HipHop.

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Und weil in Californien immer Sommer ist fangen wir dort gleich mal an – mit einem feinen Remix des Klassikers California Soul von Marlena Shaw. Den Song gibt’s auch in zig Varianten, ich hab z.B. noch eine von Brenda & The Tabulations. Der Remix wurde für den Film “The Lincoln Lawyer”, der in diesem Jahr in die Kinos kommt, gebastelt, und auch der Rest des Soundtracks lohnt sich anzuschauen – Marvin Gaye, Erik B. & Rakim und Gang Starr treffen auf schlechten Trance.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=hStwyvupaFQ[/youtube]

Und jetzt gleich ein Summer-Special-Triple mit einem gar wahnsinnigen Spannungsbogen. Oben steht zwar Mr. President, da kommt aber nicht “Cocojambo”. Dahinter steckt vielmehr der französische Produzent Patchwork, der vielleicht am bekanntesten mit seiner Band The Dynamics ist, zu der er bis 2009 gehörte – und die bekanntlich die besten Reggae-Covers bekannter Songs macht – ich hab aber auch den ein oder anderen Remix von ihm.

Als Mr. President hat er im März sein erstes Album “Number One” veröffentlicht, The Best Is Yet To Come ist die erste Single daraus und wunderbarster Discofunk ohne “Nu” davor. Und im Video ist tatsächlich eine Outdoor-Rollerdisco am Start – wie geil ist das denn?

Fand unser DJ Friction auch und hat gleich mal das Video zu seiner 2002er-Single “Feel Alright” ausgegraben:

DJ Friction feat. Della Miles
Tags: <a href=”http://www.viva.tv”>Viva TV</a>

Schön mit Rollerdisco drin (damals im Move gedreht) und dem (von mir gestalteten, höhö) Plakat zur “Feel Alright”-Clubtour mit Frico, Tom Baeuerle und mir. Wir haben gleich mal den Plan gefasst, nächstes Jahr zum 10. Jubiläum von Single und Tour ne Outdoor-Rollerdisco zu machen.

Und weil ich das leise Gefühl hab, dass die Soul of KTV-Mixe immer etwas untergehen, bring ich ihn diesmal vor dem Jump, und er kommt von – was ein Zufall – DJ Friction. Love ist das Motto, absolut passend zum Sommerthema, und Soul, Funk und Discoboogie ist die Musik.

Anhören auf Mixcloud, runterladen bei Soundcloud oder abonnieren im Podcast.

DJ Friction “Love Is The Message” Mix

1. Samson & Delilah – I Can Feel Your Love
2. Goldie Alexander – Show Me Your Love
3. The Fantastic Aleems Feat. Leroy Burgess – Hooked On Your Love (John Morales Mix)
4. Keni Burke – Let Somebody Love You (J-Ski Extended Edit)
5. Maxine Singleton – Don’t You Love It (Friction Edit)
6. Rufus & Chaka Khan – Do You Love What You Feel (Ac Edit)
7. Sharon Redd – Love How You Feel (Dub Mix)
8. Sugar Daddy – Love Honey
9. Tavares – Lovline (Frankie Rodriguez Edit)
10. Tata Vega – Get It Up For Love
11. The Whispers – It’s A Love Thing
12. Evelyn “Champagne” King – If You Want My Lovin’ (Jamie Bull Edit)
13. China Burton – You Don’T Care About Our Love
14. Third Wold – Now That We Found Love
15. The Gong’s Gang – Gimme Your Love
16. Maxine Singleton – You Can’t Run From Love
17. Goody Goody – It Looks Like Love (Dfp Edit)
18. Chantal Curtis – Get Another Love
19. Carol Shinnette – Cyanide Love
20. Karin Jones – Under The Influence Of Love
21. Brenda Harris – Makin’ Love (Keeps You Fit)

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Sunlightsquare ist ein Soul/Latin-Jazz-Kollektiv aus London und hat gerade einige schöne Songs am Start. Am besten gefällt mir die Coverversion des Wilson Pickett-Gassenhauers Land of 1000 Dances. Ich hab ja lange gar nicht geblickt, dass dieser Song neben “Heartbeat” von Taana Gardner die Basis für “Hotstepper” von Ini Kamoze ist. Den Mitsing-Refrain in halb so schnell, ganz einfach.

Als Video gibt’s den Track allerdings nicht, auf der Website der Band kann man aber reinhören und sich direkt die 7″ bestellen oder das mp3 runterladen.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Dhi8CLnk96M[/youtube]

Ich will ja nix sagen, aber ich hab das Album “Sing If You Want It” von Omar gebührend abgefeiert, als es 2006 erschienen ist. Ein Erfolg war es damals glaube ich nicht, erst die – zugegeben fantastischen – Remixe im letzten Jahr haben den Songs die verdiente Aufmerksamkeit gebracht.

Ende Juni hat jetzt das englische Über-Label TruThoughts die neue Single Dance veröffentlicht – nur auf Vinyl und digital. Und noch im Sommer wird das oben genannte Album noch ein mal rausgebracht, mit Dance als Bonus-Track. Wie gesagt – ich kann’s empfehlen!

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=AyVbOFLkOw8#at=65[/youtube]

Kommen wir zu bissle HipHop, der aber mehr als genug Soul hat und schon bissle älter ist. Akua Naru kommt irgendwo aus den USA, lebt jetzt in Köln und hat im Januar ihr Debutalbum “The Journey Aflame” rausgebracht. Das oben ist daraus die Single The World Is Listening und eine Tribute an alle anderen Female MCs die man so kennt. Außer Cora E.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=E3Vezcqen_Q[/youtube]

Roots Manuva ist ja eigentlich auch HipHop, zumindest war er das früher, hat schon immer gern mit elektronischen Elementen gespielt und klang immer ziemlich wütend. Sein zweites Album “Run Come Save Me” musste man 2002 haben, und die Single “Whitness” muss ich dringend wieder mal im Club spielen.

Die neue Single Watch Me Dance erinnert mich nicht nur wegen des Titels an “Dance Wiv Me” von Dizzee Rascal, Kumpan Roots Manuva singt jetzt also auch bissle und hat sich nen schicken Discobeat drunterlegen lassen. Aber gefällt, und ein neues Album soll auch bald rauskommen.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=qhQOF433324[/youtube]

Nicht fehlen darf natürlich auch ein Sommerausflug in den Mainstream: The Game feat. Justin Timberlake und Pharrell, da weiß man was man bekommt und schon vorher wie der Song sich anhören wird. “Rock Your Body” 2011, ist nicht neu, tut aber nicht weh und gefällt sogar dem Ram. Mal gucken wer’s am 23.7. als erster spielt.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=DVLXB7NQ570&feature=youtu.be[/youtube]

Kommen wir zu den Alben: DJ Jazzy Jeff bringt morgen ein neues raus! Yiieha! Das kann nur gut werden, und schaut man sich obigen Clip aus dem Studio an (scheint echt gerade ein Megatrend zu sein, diese Studio-Clips), dann wird es sogar fantastisch.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=OTvkVII009A&feature=youtu.be[/youtube]

Ein weiteres Album ist auf G.A.M.M. erschienen, dem Label aus Schweden, das bis heute die besten Bootlegs der Welt veröffentlicht, und die inzwischen sogar in “seriösen” Online-Shops verkauft werden – keine Ahnung wie sie das machen. Und ob sie die Rechte für diese James Brown-Compilation haben? Ich glaube nicht.

Auf jeden Fall haben sich auf Doin’ James die üblichen G.A.M.M.-Vedächtigen wie Red Astaire oder DJ Ayres an James Brown-Klassiker gewagt, und herausgekommen sind teils sehr coole Versionen. Der Remix von DJ Ayres im obigen Video macht aus dem sowieso schon meisterhaften “Give It Up Or Turn It Loose” einen noch tanzflächentauglicheren Stomper.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=jg5nDbWZvbg[/youtube]

Die alten Disco-Re-Edit-Helden haben wir ja hier auch immer wieder, einer davon ist Dimitri from Paris. Der hat sich mit DJ Rocca zusammengetan, das Projekt Erodiscotique gegründet und im April auf Gomma die I Love New York EP veröffentlich. Drauf zu hören ist ein interessanter Spannungsbogen von 80s Disco über 80s Acid-House bis 80s Italodisco. Da hoffe ich doch auf mehr!

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=SZ3_yvL4m9U[/youtube]

Ups, fast vergessen, noch ein wichtiges Album: Jill Scott war eine der wichtigsten Vertreterinnen der NuSoul-Welle in den 2000ern und macht heute auch noch gute Musik – so wie auf ihrem neuen Album The Light Of The Sun. Ich hab es noch nicht gekauft, aber vom reinhören absolut überzeugend, so wie auch die Single “So In Love”.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=7aIg1Mg_l2Y[/youtube]

John Legend bringt zwar kein neues Album heraus – seine überzeugende Kollabo mit The Roots “Wake Up!” ist ja auch noch nicht mal ein Jahr her -, geht aber auf Tour und hat von den Proben eine kleine Doku online gestellt. Ich sag ja: Übertrend. Gehst du als Musiker ins Studio, auf Tour oder aufs Klo, lass ne Kamera mitlaufen. Sehen würd ich ihn live aber trotzdem gern.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=JZUlayFXLKI[/youtube]

Kommen wir zu den Fundstücken. Das erste ist relativ kurz, aber für einen Laien wie mich relativ beeindruckend. Ich nehme an in Echt dauert das schon etwas länger, aber so “einfach” entsteht mit einem MPC und einem Soul-Sample ein dicker Beat. Ski Beatz hat so in der Art übrigens auch Beats für so unbedeutende Alben wie “Reasonable Doubt” und “In My Lifetime, Vol. 1” von Jay-Z produziert.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=w0fBGoy_3ps&feature=youtu.be[/youtube]

Das nächste Fundstück ist ziemlich unglaublich, wie ich finde. Ich weiß nicht, was unglaublicher ist. Der Titel “Heiße Räder lassen grüßen”? Die Tatsache, dass es sich hier um eine wahnwitzige Coverversion von “Reach Out I’ll Be There” von den Four Tops handelt? Der 5. Platz bei der ZDF Hitparade? Das Outfit? Die Frisur? Die überreichten Blumen?

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=-K-MpnhwJjw&feature=youtu.be[/youtube]

Beim nächsten Fundstück weiß ich nicht so recht, ob ich lachen oder weinen soll. James Brown hat sich offensichtlich in der Zeit, als er leider sonst nix mehr reißen konnte, für einen Werbespot für Nissin Cup Noodles in Japan verkauft. Vielleicht ist es ja einfach lustig, und so ein Becher Cup Noodles ist trotz Glutamatschock übrigens ein nahrhaftes ganzes Mittagessen.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=wGDlCViI6k8&[/youtube]

Im letzten Fundstück hätten wir da noch den Erfinder der Talk Box. Nein, Pete Drake ist natürlich nicht der Erfinder – ich musste gerade mal bei Wikipedia nachlesen – vielmehr wurde das Ding schon in den 40er Jahren erfunden. Aber Pete Drake hat das Ding in den 60er Jahren an seine Steel Guitar gestöpselt und dieses wunderschöne Lied aufgenommen. In unseren musikalischen Kreisen hingegen wurde die Talk Box vor allem durch 2Pac, Stefan Raab und Duck Sauce bekannt.

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Aah, ja, Umsonst-Musik. Hm. Frico hat mir vorhin den Mixcloud-Channel von Paul Nice empfohlen, und mir fällt ein dass ich von dem neulich den “Breaks for days”-Mix angehört hab. Da ist drin was der Name sagt, Nice ist schätz ich mal Record-Digger und hat immerhin schon die Beastie Boys und Ol’ Dirty Bastard geremixt.

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Kommen wir zu den Veranstaltungen. Vielleicht hat sich ein regelmäßiger Leser dieser Serie schon gefragt, wo eigentlich Aloe Blacc bleibt. Richtig, kein Soul of KTV ohne Aloe Blacc – und diesmal nicht mit Musik, sondern mit einer fantastischen Nachricht: Nachdem ich bereits zwei Konzerte von ihm in München verpasst habe kommt er tatsächlich nach Stuttgart! An den Max-Eyth-See! Umsonst! Für irgendwas muss SWR3 ja gut sein, auch wenn ich das restliches Line-Up des Seefestes ziemlich, äh, bescheiden finde.

Termin ist – wie man unschwer übersehen kann – der 23.7., und zum Glück ist an dem Tag noch nix anderes – also werd ich zwischen Rollerausfahrt und 3-Jahre-KTV-Party im Wurst und Fleisch zum Max-Eyth-See rollern und mir Mr. Blacc live reinziehen. Er spielt übrigens von 20-21.30 Uhr, wie ich inzwischen rausgefunden habe.

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