Kickerle.TV: Fanprojekt Stuttgart

Spielzeitpausen-Füller: Wie die Realität aussieht, kann ich als Nicht-Stadiongänger nicht beurteilen, weiß nur, dass Tonidisco erst neulich für “Commando Cannstatt” Reggae aufgelegt hat. Da war es friedlich. Die überwiegend “jungen, männlichen Erwachsenen” scheinen sich aber laut Polizei und Verein nicht immer so zu verhalten, deswegen will man jetzt ein Fanprojekt ins Leben rufen, wie die Stadt heute informiert hat.

Pressemitteilung Fanprojekt Stuttgart

Nach Einschätzung der Polizei und der Vereinsverantwortlichen des VfB Stuttgart ist die Zahl gewaltsamer Zwischenfälle in den vergangenen Jahren sowohl bei den Heim- als auch bei Auswärtsspielen des VfB gestiegen. Verantwortlich seien hierfür in erster Linie die „Ultras“, eine europaweite Fanbewegung, die in Stuttgart unter dem Namen „Commando Cannstatt“ firmiert. Überwiegend handelt es sich um junge, männliche Erwachsene aus Stuttgart und dem Umland.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung hat die Bürgermeisterin für Soziales, Jugend und Gesundheit, Isabel Fezer, im Jugendhilfeausschuss ein Konzept für ein Fan-Projekt vorgelegt. Im Konzept werden Ziele und Aufgabenschwerpunkte für eine Arbeit mit den Fans des VfB Stuttgart und der Stuttgarter Kickers beschrieben. Für das Fan-Projekt sind drei Personalstellen vorgesehen, zwei für die Arbeit mit den VfB-Fans, einer für die Fans der Kickers. Die Kosten für das Projekt werden zu zwei Drittel durch den Deutschen Fußballbund und das Land Baden-Württemberg getragen, ein Drittel muss die Kommune finanzieren.

In Deutschland wurden in den vergangenen zwanzig Jahren 47 Fan-Projekte eingerichtet. Heute verfügen 15 von 18 Erstligavereinen über ein Fan-Projekt. Die Arbeit des Fan-Projekts hat zum Ziel, die Gewaltbereitschaft einzudämmen. Hierzu ist zum einen eine vertrauensvolle Arbeit mit den jungen Fußballfans erforderlich als auch eine gelingende Kommunikation zwischen Verein, Polizei und Fans.

Der Jugendhilfeausschuss hat in seiner Sitzung am Montag, 18. Juli, zustimmend von dem Projekt Kenntnis genommen. Der Sportausschuss wird sich in seiner heutigen Sitzung (Beginn 15.30 Uhr) mit dem Thema befassen.

10 Comments

  • Frau Doktor sagt:

    Sollte das vielleicht im Zusammenhang mit diesen unschönen Entwickungen stehen: http://bit.ly/qa0TEm ? Herrn Hundt lautstark kritisieren, das ist doch ein klarer Fall für den Verfassungsschutz.

  • gusteau sagt:

    Geil, einen eigenen Fanbeauftragten für die 20 blauen Bomber; scheiße wie die Kohle rausschmeissen

  • bernd sagt:

    also ich als blauer find´s ja schon auch lächerlich… dafür lieber mal wieder an wichtigen dingen sparen, geile sache *grrrr*

  • SvK sagt:

    “Geil, einen eigenen Fanbeauftragten für die 20 blauen Bomber; scheiße wie die Kohle rausschmeissen”
    kann man natürlich so sehen. man kanns aber auch als abm sehen. ein arbeitsloser weniger und ein großes loch wird das auch nicht grad in den haushalt reißen. in dem bereich verdient man nicht gut.

  • chris sagt:

    bei den eintrittspreisen sind eh nur noch lackaffen und bonzen im stadion erwünscht. mal abgesehen von bescheuerten fankarte, die ja die krönung des schwachsinns ist.
    das fanprojekt können die sich mal meiner meinung gepflegt in den arsch stecken. wir wollen stimmung im stadion und da gehört einfach gesang bengalos und bissle aqggro stimmung dazu. sonst wird das ne emotionslose suppe wie beim fc bauern.

  • Kurt sagt:

    Auch geil – erstmal das CC pauschalisiert in die Ecke stellen um dann mit einem Juhendhilfeausschuss Blabla Gedöns die bösen gewaltbereiten Fans auf den rechten Weg zurückzuholen. “Hey böse gewaltbereiten Fans, ich bin harry, bin 36 und Sozialpädagoge und würde gerne mit euch über Gewalt reden”

  • JMO2 sagt:

    Aufgrund der Erfahrungen des Fanprojekts meines Vereins das, obwohl gerade aus der 4. Liga aufgestiegen, immerhin einen Festangestellten plus zwei Honorarkräfte beschäftigt, kann ich sagen das dies sehr sinnvoll ist. Und es geht ja im Endeffekt jetzt auch nicht drum die Leute, die schon völlig auf der erlebnisorientierten Schiene sind wieder zurückzuholen, sondern wenn man so ein Ding aufbaut darum, das Übertreten des “Nachwuchses” auf diese Ebene einzudämmen.
    Das geht in einer kleinen Szene wie beim VfB und kleineren Stadt wie Stuttgart sicherlich einfacher. Aber das sich sowas in Stuttgart noch nicht etabliert hat, fand ich schon immer verwunderlich

  • Frau Doktor sagt:

    “erlebnsiorientierte Schiene”: sehr wunderbare Formulierung!

  • JMO2 sagt:

    Nicht meine Wortschöpfung sondern vom “Fan-Professor” Gunter A. Pilz http://www.bpb.de/themen/NMGJK.....ewalt.html

  • Frau Doktor sagt:

    Ah, danke für den Link. Als soziologischer Begriff super anschaulich, hat man ja auchnicht so oft. Wieder was gelernt.

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