Saturday, it’s a Saturday

Samstag, super Tag, kann man viel erleben, sogar ohne abends auszugehen. Am vergangenen Samstag hab ich viel erlebt, ich fang mal vorne an.

Morgens um 5 von ner Hochzeit am Arsch der Welt zurückgekommen (auf der Alb, ganz hinten wo’s schon wieder runter geht) und um 10 wieder aufgestanden, wegen Kessel Kongress. Ja, richtig gelesen. Hat aber nix mit Kessel.TV zu tun, wir richten unseren eigenen Kongress erst im nächsten Jahr aus. In der Schleyerhalle.

Vielmehr hat das Popbüro bereits zum zweiten Mal einen Tag speziell für Nachwuchs-Musiker und -Bands veranstaltet – mit nützlichen Seminaren und Workshops, diesmal Schwerpunkt Promotion und Medien.

Kessel.TV war nach der glänzenden Performance beim M.A.R.S. wieder am Start, diesmal mussten wir aber personell aufrüsten. Denn während Martin zusammen mit Sentinel-Elmar und Chimperator-Kodimey 8 Stunden lang in der Jury “Urban” beim im selben Rahmen stattfindenden Demo-Marathon des Play Live-Bandförderpreises saß, hielten Jana und ich ein einstündiges Seminar zum Thema “Social Media für Bands”.

Dieter Bohlen, Bruce Darnell und Sylvie van der Vaart mit neuer Brille, v.l.n.r.

Der Vorteil an der ganzen Veranstaltung, was ich erst vor Ort verstanden habe: Die wirklich zahlreichen Bands, die sich den verschiedenen Jurys gestellt haben, konnten vor uns während ihres Slots die Seminare besuchen. Und haben das auch fleißig getan – bei uns waren über 30 Leute im Zimmer.

Jana und mir hat’s auf jeden Fall Spaß gemacht, kam wohl auch ganz gut an, und auch beim Martin und Kollegen war gute Stimmung, ich hab mir ein paar der -öffentlichen- “Hearings” angeschaut. An dieser Stelle auch noch mal ein Lob an das Popbüro: Super organisiert das Ganze, da gibt’s nix zu meckern.

Dann kurz einen Abstecher in die Stadt und sofort wieder rückwärts geflüchtet angesichts einer Horde aus mindestens 35 bereits mittags hackedichter Niederbönninger Plunzen im Junggesellinnenmodus, die alles, was einen Sack hat, an selbigem gepackt und erst nach zehn Minuten wieder ausgespuckt hat.

Puh, gerade noch gut gegangen. Dann doch lieber in die Türlenstraße zu Kicks’n’Coffee, bissle Turnschuhe gucken. Ich muss sagen, ich bin da ja ein völliger Nixblicker. Ich kann sagen, ob mir ein Turnschuh gefällt oder nicht, und bei einem Turnschuh mit einem drangeklebten Teddybären fehlt mir etwas das Verständnis.

Aber Mitveranstalter Majde hat mir netterweise eine sehr ausführliche Einführung in das Thema gegeben, und ich kann die Leidenschaft eines Sammlers durchaus nachvollziehen – auch wenn ich da eher bei Originalen aus den 80ern oder 90ern wäre als bei wahllos limitierten neuen Modellen. Wie auch immer, ich glaube da war insgesamt ne sehr ansehnliche Sammlung am Start.

Fast ausschließlich private Sammler hatten ihre Schmuckstücke ausgestellt, und neben Stephan, den ich witzigerweise bei der Hochzeit am Vorabend kennengelernt hatte, hab ich natürlich auch bei Baris abgeklatscht.

Die Geschichte des Tages war hier wohl ein älterer Mann, der in seinem Rucksack die ersten Jordans von 1985 dabei hatte, in quasi Neuzustand (“near mint” würde man wohl bei einer Platte sagen). Wollte er für 1500 Euro verticken, keine Ahnung ob einer der Kenner zugeschlagen hat.

Für mich aber war es Zeit nach Hause zu gehen, um mich auf das wirkliche Ereignis des Tages vorzubereiten, seelisch und moralisch: European Song Contest (ESC). Projekt Titelverteidigung. Alles klar, und schließlich hatte ich (wie schon einmal erwähnt) mit Jan eine Wette laufen: Top 5 für Lena, ich zahl die Zeche bei einer gemeinsamen Kneipentour, einer der letzten 5 Plätze, er zahlt. Dazwischen zahlt jeder selber.

Wie die Wette ausgegangen ist ist ja bekannt, Lena hat einen respektablen 10. Platz für das unbestreitbar coolste bzw. innovativste Lied des Abends belegt, Italien hat es völlig verdient auf den 2. Platz geschafft, die Schweiz hat für den billigen Versuch einer Lena-Kopie völlig verdient den letzten Platz bekommen und ganz viele Leute mussten erst mal gucken wo dieses Aserbaidschan überhaupt liegt.

Viel witziger als die Übertragung der ganz netten Show aus Düsseldorf waren für mich aber sowieso die zahlreichen begleitenden Kanäle. Ich hab mich für Twitter, die Facebook-Wall von Jan und einen WhatsApp-Chat mit Martin entschieden.

Hier ein paar Auszüge in ungefähr chronologischer Reihenfolge:

@spreeblick(beim Auftritt der Schweizerin): Endlich. Lena.

Martin (21.48): Alter Schalter was soll denn Griechenland darstellen? Rammstein meets Bushido meets Folklore?
Ich (21:49): Für was Besseres war kein Geld da.

Martin (22.07): Muss man Blue eigentlich kennen?
Ich (22.07): Klar
Martin (22.08): Gingen voll an mir vorbei. Wann war deren Zeit?
Ich (22.08): Boah, lange her.

Martin (22.11): Moldawien gewinnt. Kannsch im Transit auflegen. Leute würden abgehen.

Jan (22.14): Ich steh auf Moldawien!
Ich (22.15, vor Lena): Jetzt, halt Dich fest. Gaaaaaanz ruhig!
Ich (22.18, nach Lena): Platz 24
Jan (22.19): Willsch den Wetteinsatz erhöhen?

@nerdcoreblog (nach Lena): Wie doof das andere Geträller ist, merkt man an dem Kontrast grade. Dagegen war das fast schon Avantgarde. So halb. Viertel. Wisst schon.

@Scherzinfarkt (nach irgendeiner osteuropäischen Band): Die kenne ich! Die habe ich letztens bei World of Warcraft vom Pferd geschossen!

Jan (22.55): Ich kann mich nicht entscheiden wer der schlechtere Rapper ist- der von Griechenland oder der von Georgien

@_soulglow_ (00.30): Und wer Lena kopieren will wird mit dem letzten Platz bestraft.

Martin (Sonntag, 15.09): Spiegel schreibt subbr Veranstaltung. Bin mal gespannt wie das dann in Aserbeidschan aussieht.
Ich (Sonntag, 15.09): Ha, schön in der Stadthalle in Farbe und bunt.
Martin (Sonntag, 15.10): Mit Ballons und Girlanden.

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