Kein EHEC in Stuttgart

Auf die Pressemitteilung zum Thema der Woche und wahrscheinlich auch noch der nÀchsten Wochen habe ich schon die ganze Zeit gewartet. Am stÀdtischen Pressecounter war man wohl auch ganz aufgeregt und hat um 16:40 Uhr eine Mitteilung verschickt, die wie folgt begann:

EHEC: Bisher keine Patienten aus Stuttgart betroffen

Bisher sind dem Gesundheitsamt der Stadt Stuttgart keine FÀlle in der Stuttgarter Bevölkerung bekannt, die mit dem aktuellen EHEC-Ausbruchgeschehen in Norddeutschland zusammenhÀngen. Aber: In einem Stuttgarter Krankenhaus wird ein Patient mit der bakteriellen Darminfektion EHEC behandelt.

Das Amt fĂŒr öffentliche Ordnung, LebensmittelĂŒberwachung und VeterinĂ€rwesen hat heute GemĂŒse aus Spanien auf dem Stuttgarter Großmarkt kontrolliert, Proben gezogen.

Wie jetzt? Ja oder nein? 10 Minuten spÀter eine Art Entwarnung:

Achtung: Berichtigung: „Patient aus Hessen“

EHEC: Bisher keine Patienten aus Stuttgart betroffen

Bisher sind dem Gesundheitsamt der Stadt Stuttgart keine FÀlle in der Stuttgarter Bevölkerung bekannt, die mit dem aktuellen EHEC-Ausbruchgeschehen in Norddeutschland zusammenhÀngen. Aber: In einem Stuttgarter Krankenhaus wird ein Patient aus Hessen mit der bakteriellen Darminfektion EHEC behandelt.

Das Amt fĂŒr öffentliche Ordnung, LebensmittelĂŒberwachung und VeterinĂ€rwesen hat heute GemĂŒse aus Spanien auf dem Stuttgarter Großmarkt kontrolliert, Proben gezogen.

Gut, da das alles natĂŒrlich ĂŒberhaupt kein Spass ist, auf der nĂ€chsten Seite ein paar Dinge, zusammengestellt vom Stuttgarter Gesundheitsamt, die man vielleicht wissen sollte.

Das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt informiert ĂŒber Fakten im Zusammenhang mit dem EHEC-Ausbruch in Deutschland: Das hĂ€morrhagisch-urĂ€mische Syndrom (HUS) ist eine schwere, unter UmstĂ€nden tödliche Komplikation, die bei bakteriellen Darminfektionen mit sogenannten enterohĂ€morrhagischen Escherichia coli (EHEC) auftreten kann. Das Vollbild des HUS ist charakterisiert durch akutes Nierenversagen, Blutarmut durch den Zerfall roter Blutkörperchen und einen Mangel an BlutplĂ€ttchen.

Die das HUS verursachenden EHEC-Bakterien werden direkt oder indirekt vom Tier auf den Menschen ĂŒbertragen. Als Reservoir gelten WiederkĂ€uer, vor allem Rinder, Schafe, Ziegen. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt fĂ€kal-oral, wobei die Erregeraufnahme ĂŒber den Kontakt mit Tierkot, ĂŒber kontaminierte Lebensmittel oder Wasser erfolgt, aber auch durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch (Schmierinfektion).

Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass rohes Fleisch oder Rohmilch, die in Zusammenhang mit EHEC hĂ€ufig als ÜbertrĂ€ger-Lebensmittel identifiziert werden, die Ursache des aktuellen Ausbruchs darstellen.

VerdĂ€chtigt werden im Moment GemĂŒse aus Norddeutschland (Tomaten, Gurken, Blattsalat) und Salatgurken aus Spanien (Stand 26.5.2011). Vor dem Hintergrund des noch anhaltenden, gravierenden Ausbruchsgeschehens mit zum Teil schweren gesundheitlichen Folgen empfiehlt das Robert Koch-Institut ĂŒber die ĂŒblichen Hygieneregeln im Umgang mit Obst und GemĂŒse hinaus, vorsorglich bis auf weiteres Tomaten, Salatgurken und Blattsalate insbesondere in Norddeutschland nicht roh zu verzehren.

Verbraucher können das Risiko einer EHEC-Infektion allgemein minimieren, wenn sie die folgenden Hinweise beachten:

  • Roh verzehrtes GemĂŒse und Obst grĂŒndlich waschen oder schĂ€len.
  • Fleisch und Hackfleisch vor dem Verzehr ausreichend erhitzen (mindestens 70° C fĂŒr mehrere Minuten).
  • Rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln lagern und zubereiten, auch verschiedene Bretter, Teller, Messer und Zangen benutzen.
  • Auf Rohmilch verzichten oder zumindest vor dem Verzehr abkochen.
  • FlĂ€chen und GegenstĂ€nde nach Kontakt mit Lebensmitteln grĂŒndlich reinigen und abtrocknen.
  • Wisch- und HandtĂŒcher nach der Zubereitung von Obst oder GemĂŒse und rohem Fleisch möglichst auswechseln und bei mindestens 60° C waschen.

Der Erreger kann auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden, vor allem durch eine sogenannte Schmierinfektion (fĂ€kal-oral) aufgrund mangelnder Hygiene. Der beste Schutz gegen diese Übertragung ist grĂŒndliches HĂ€ndewaschen mit Wasser und Seife und sorgfĂ€ltiges Abtrocknen:

  • vor der Zubereitung von Speisen
  • vor dem Essen
  • nach dem Toilettengang
  • nach Kontakt mit Tieren

Alle Personen mit Durchfall sollten darauf achten, dass strikte HĂ€nde-Hygiene eingehalten wird, insbesondere gegenĂŒber Kleinkindern und immungeschwĂ€chten Personen. Personen mit blutigem Durchfall sollten umgehend einen Arzt aufsuchen.

Ansteckungsrisiko mindern, Hygiene beachten!

  • HĂ€ndewaschen – die wichtigste Hygieneregel, insbesondere nach dem Toilettengang
  • Personen mit Durchfallerkrankungen sollten keine Speisen zubereiten
  • Hygieneregeln bei der Zubereitung von Speisen beachten (siehe oben)

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Bundeszentrale fĂŒr gesundheitliche AufklĂ€rung (www.bzga.de), des Robert Koch-Institutes (www.rki.de) und des Bundesinstitutes fĂŒr Risikobewertung (www.bfr.bund.de).

Informationen erhalten Sie auch beim Gesundheitsamt, Tel. 216-2778.

5 Comments

  • afro-dieter sagt:

    Alter, fett Alarm. H5N1!? Versammlungsverbote?
    Wird auch echt mal Zeit, das auch Nicht-Bacteriophobe nachm Klo die HÀnde waschen. Alles andere is bÀh!
    Übrigends passend zum Thema auf ĂŒble Seite gestoßen:
    http://www.angstkrankheiten.de

  • Tsu sagt:

    bin nÀchste woche in hamburg, lass mir bissle ehec einpacken und verteils hier in den clubs, in dem ich nie mehr hÀnde wasche. freu mich!

  • Dee Kay sagt:

    Das heißt, keine Großdemos mehr und nur noch von Bier ernĂ€hren. Das wurde nĂ€mlich schon abgekocht!

  • Jana sagt:

    Belgische Gurken bekommste im REWE jetzt fĂŒr 25 Cent – mitgefangen, mitgehangen

  • Toni D. sagt:

    @Dieter

    Meine Fresse, durch die Angstkrankheitenseite hab ich grade gemerkt, dass ich ziemlich Àngstlich bin. Ich hab zum Beispiel Ergophobie (Angst vor Arbeit). Oder Coitophobie (Angst vor Geschlechtsverkehr), bzw. Anophelophobie (Angst, die Frau beim Sex zu verletzen).

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