The Soul of KTV (8)

Ich sitz hier am Sonntag Abend bei einem lauen Fr├╝hlingsl├╝ftchen im Garten, komm grad vom Grillen im Wald, Krupa war dabei und Ram ist auch kurz vorbei gejoggt. Kam vom Westen zum Fernsehturm und immer noch Luft ├╝brig, Respect. Alles wunderbar also.

Allerdings spielt heute auch Aloe Blacc in M├╝nchen, und ich w├Ąr da verdammt gern hingegangen. Hat aber leider nicht geklappt. Ich bin ein richtiger Fan von dem Kerle geworden, der hat’s halt drauf und ist irgendwie auch noch voll sympathisch. Deshalb auch heute wieder ganz viel Soul und ne gute Portion Aloe Blacc.


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=lfcJN-xuQCQ[/youtube]

Und dann kann der Kerle auch noch tanzen. Das Vorab-Studiosession-Video zu “Loving You Is Killing Me” hatte ich ja schon in der letzten Ausgabe The Soul, jetzt ist schon eine Weile das offizielle Video drau├čen. Musikalisch finde ich ehrlich gesagt die Studio-Version etwas knackiger, aber das Video ist nat├╝rlich super.

Mega-Dance-Moves von einem Mini-Aloe, erinnert wahrscheinlich nicht ganz zuf├Ąllig an die Cosby Show, eine der besten Sitcoms ever mit der v├Âllig unrealistisch-coolen Familie Huxtable. Sah dort so aus:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=B2pom-lSLgQ&feature=related[/youtube]



Samon Kawamura feat. Aloe Blacc – Try – MyVideo

Dann hat unser Mischi neulich in den Kommentaren noch auf auf eine sch├Âne Kollabo von Aloe Blacc hingewiesen, und zwar mit Samon Kawamura, “einer der begabtesten und gleichzeitig str├Ąflicherweise viel wenig beachteten Producer Deutschlands”. Der Song hei├čt “Try” und m├╝sste von seinem 2008 auf Nesola erschienen Album “Unfold” stammen – dem Label von Joy Denalane und Max Herre.

Super ├ťberleitung! Denn gefilmte Studio-Sessions scheinen grad gro├č in Mode zu sein, und so gibt es auch von Joy Denalane ganz im Aloe Blacc-Style eine Reihe ihrer Songs vom Album “Maureen” als Quasi Studio-Live-Aufnahmen. So wie dieser wundersch├Âne Song “Der Tag ist nah” (bei Klick aufs Bild). Ebenso gibt es solch eine Aufnahme von der ersten Single “Niemand (Was wir nicht tun)”, die ich ja schon an anderer Stelle hier im Blog vorgestellt habe.

Das Album verspricht auf jeden Fall hervorragend zu werden und erscheint am 20. Mai. Von Joy hab ich dann noch eine ganz interessante Live-Aufnahme gefunden, und zwar, Obacht, zusammen mit dem MDR Symphonieorchester, Bilal, Dwele und Tweet: “It’s A Man’s World”. Wo da Bilal und Dwele sind wei├č ich zwar nicht, aber Tweet bleibt stimmlich etwas hinter Joy zur├╝ck (bei Klick aufs Bild):


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=x353RjihH5s[/youtube]

Kommen wir zu einer scheinbar unendlichen Geschichte, deren Ende nach wie vor offen scheint. Bereits 2009 sollte das dritte Studioalbum von D’Angelo erscheinen, einem meiner ganz gro├čen NuSoul-Helden. Der Titel ist bereits bekannt, “James River”, ansonsten ist alles ziemlich neblig. Das vermeintliche Releasedatum wurde immer wieder verschoben, zuletzt auf Ende 2010.

Allerdings sind zwischenrein verschiedene Songs im Internet geleakt, und irgendwann gab es sogar in dem ein oder anderen Online-Store ein Album zu kaufen. Dabei handelt es sich aber ziemlich sicher nicht um das offizielle, sondern entweder um einen Re-Release des Best-Of-Albums von 2008 oder um eine Sammlung unfertiger und geleakter Songs.

Auf www.soulmusic.com hat sich jemand die M├╝he gemacht, eine fiktive Rezension des immer noch nicht erschienenen Albums zu schreiben, oben im Video der einzige vollst├Ąndige Track, der wohl relativ sicher dem Album zu geschrieben werden kann. Und ich muss sagen: Gef├Ąllt mir sehr gut, wenn D’Angelo in dem Style ein ganzes Album hinkriegt, dann freu ich mich gern noch ein paar Jahre l├Ąnger drauf.


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=ejQ08ddAdQU[/youtube]

Nicht nur ein Blog hat in den letzten zwei Wochen ├╝ber diesen Hammer-Track berichtet: John Legend covert in einer Acapella-Version “Rolling In The Deep” von Adele. Ich hab ihn zuerst bei Kollege Jan gesehen. Und damit schafft es dieser Song bereits zum dritten Mal in Folge in diese Serie – aber auch verdient. Remixe gibt es davon auch schon, aber die m├Âchte ich niemandem zumuten.


[vimeo]http://vimeo.com/21616633[/vimeo]

Und noch ein alter Bekannter bei The Soul of KTV. Kaum ein anderer schafft so elegant den Spagat zwischen 60s-Motown-Anbiederung und aktuellem Soul-Revival wie Raphale Saadiq, hier das offizielle Video zum Titeltrack seines neuen Albums “Stone Rollin'”, das am 22. April erscheint. Interessanterweise ebenfalls mit diesem Live-/Studio-Look. Gef├Ąllt.

Und dann gleich noch eine Aufnahme eines anderen Albumtracks hinterher, schein f├╝r eine Radiostation zu sein wenn ich das richtig sehe: “Good Man” (die M├╝tze hat er falsch rum auf, oder?).

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=ou0q_sTR_0Y&feature=player_embedded#at=36[/youtube]


[vimeo]http://vimeo.com/22079746[/vimeo]

Der Nachbar hat die Tage bei Facebook ein Video von Erykah Badu gepostet, die kann man ja auch immer mal wieder bringen. Sein Kommentar: “Erykah singt w├Ąhrend Jay schl├Ąft”. Macht ja nix, trotzdem super. Erykah Badu muss ich in diesem Leben auch noch mal live sehen, unbedingt.


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=CaK61RX0xU4[/youtube]

Schon zwei Jahre alt ist die Compilation “Tru Thoughts Covers”, auf der die besten Cover-Versionen, die Tru Thoughts-K├╝nstler aufgenommen haben, versammelt sind. Ich hab mir erst jetzt vier Tracks davon gekauft: “Brown Paper Bag”, im Original von Reprazent und Roni Size, Me & You machen einen sch├Ânen Dub-Schlepper draus. Dann noch “You’re Not Alone”, im Original von Olive, hier ziemlich dezent instrumentalisiert von Woon.

Nostalgia 77, die auch f├╝r die legend├Ąre Coverversion von “Seven Nation Army” zusammen mit Alice Russel verantwortlich sind, verwandeln “My Name Is…” von Eminem in ein eher d├╝steres Jazz-St├╝ck, und J. Viewz verhackwursten zusammen mit Bugz In The Attic “Smooth Criminal” von Jacko bis fast zur Unkenntlichkeit.


Joris hat die Tage auf Facebook ein Video gepostet mit dem Kommentar “Ha, HipHop aus den Sechzigern”. Hab’s erst ein paar mal ignoriert und gerade eben doch angeguckt, und: es stimmt! Pigmeat Markham – super K├╝nstlername auch – hat den Flow wie Mc B zu seinen besten Tagen.


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=n9PP2vXEIjA[/youtube]

Ebenfalls aus der Oldschool-Abteilung heute ein Song nur darum, weil er so gro├čartig ist: Barbara Acklin “Am I The Same Girl”. Gibt nicht viel mehr zu sagen, au├čer, dass der Track nach der Aufnahme mit Acklin erst mal von Young Holt Unlimited ver├Âffentlicht wurde, und zwar ohne Gesang (h├Ârt sich dann so) an, bevor er zum kleinen Hit f├╝r Barbara wurde.


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=XXH_jh6PXkE[/youtube]

Ach komm, noch eine Barbara, weil’s so sch├Ân ist. Barbara Lynn war schon mit so ziemlich jeder Soulgr├Â├če auf dieser Welt auf Tour und hat irgendwann den M├Ârder-Track “I’m A Good Woman” aufgenommen. Da gibt es auch die ein oder andere Coverversion von, ich glaub ich hab noch irgendwo eine Latin-Version, au├čerdem hat das Moby auf seinem Album “18” gesampelt.


Und jetzt, fast zum Abschluss, noch ein Album-Tipp kombiniert mit einem Mix-Tipp. “Strange Games & Funky Things” ist ohne ├ťbertreibung eine der allerbesten Compilation-Serien der Welt. So unglaublich gute Soul- und Funk-Songs aus den 70ern, dass man sich bei jedem einzelnen fragt, warum er nie ein Welthit wurde.

Ich hab Teil 1-3 noch aus Anfang der 2000er auf Vinyl (zusammengestellt von Leuten wie Keb Darge und Kenny Dope), im letzten Jahr ist dann der wiederum sehr gute Teil 5 erschienen, zusammengestellt von DJ Spinna. Und eben der hat auch alle Tracks in einen sauberen Mix gepackt, muss bei mir grade ├Âfters f├╝rs Warm-Up im noch sp├Ąrlich gef├╝llten Club herhalten.

Den Mix gibt es bei Mixcloud zum Anh├Âren – dort lohnt es ├╝brigens mal rumzust├Âbern, ist ├Ąhnlich wie Soundcloud, nur eben f├╝r Mixe und nicht zum Runterladen.

In Sachen Veranstaltungen sein ein Blick in obiges Monatsprogramm des Lokals Wurst & Fleisch empfohlen. Vor allem donnerstags geht es da soulig zu, wie man sieht mit den ├╝blichen Verd├Ąchtigen wie Karl Francis oder Konrad Kuhn, aber auch samstags darf Rockin’ Sebastian auch mal R’n’B und Soul auflegen.

Zum wirklichen Abschluss wieder, wie inzwischen schon traditionell, ein Mix. Diesmal wieder von mir allein, und zwar mit den besten Acid-Jazz-Hits. All winner, no thinner, was mir so unter die Finger gekommen ist. Acid Jazz war irgendwann mal Ende der 80er/Anfang der 90er modern, als Disco out war und TripHop noch nicht geboren.

Download hier und als Podcast im Abo.

Ach ja: Wenn jemand sich mit einem Soul-Gastmix hier einbringen will, nur zu! Auch Bedroom-DJs sind willkommen!

Acid-Jazz-Classics mixed by Thorsten W.

1. Soul II Soul – Back To Life (Acapella Intro)
2. Soul II Soul – Keep On Moving (Tony Johns Edit)
3. Soul II Soul – Jazzie’s Groove
4. Soul II Soul – Get A Life
5. Beats International – Dub Be Good To Me
6. Stakka Bo – Happyman
7. Basement Freaks – Mission Jazz
8. The Brand New Heavies – Apparently Nothing
9. C + C Music Factory – Share The Beat Of Love
10. Zhane – Hey Mr. DJ
11. M People – Don’t Look Any Further (M-People Master Edit)
12. Mantronix – Got To Have Your Love
13. Ronny Jordan – So What!
14. Incognito – Don’t You Worry ‘Bout A Thing
15. Was (Not Was) – Papa Was A Rolling Stone
16. US3 – Cantaloop (Flip Fantasia)
17. The Source feat. Candi Station – You Got The Love

9 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht ver├Âffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.