Zurück in die Zukunft: Eine Hommage

Da sich unser freier Filmfachmann Volker in letzter Zeit etwas rar macht, hier eine persönliche Hommage von mir an einen der besten Filme aller Zeiten.

Ich weiß nicht mehr genau wie alt ich war, auf jeden Fall stand eigentlich ein Verwandtenbesuch an, aber mein Bruder war “leider” krank, und ich blieb aus Solidarität mit ihm zu Hause. Jüngstes Familienmitglied war ein Videorekorder, und so wurde mit Daddy die örtliche Videothek geplündert und wir planten einen Videoabend.

Und wie es so eben ist noch vor der Pubertät, haben wir tatsächlich an einem Abend “Police Academy” Teil 1 bis 5 (!!!) angeguckt, hintereinander. Hintereinander, 5 Teile! Kaum vorstellbar, aber damals konnten wir auch beim fünften Teil noch über die gleichen Gags lachen. Und weil der Abend noch jung war haben wir danach noch “Zurück in die Zukunft” angeguckt.

Ich hatte damals noch nicht so viel über den Film gehört, war eigentlich gar nicht besonders scharf drauf ihn zu gucken und natürlich in dem Alter auch kein großer Kinogänger. Aber weil der Film das ist was er ist hat er mich natürlich von der ersten Minute in den Bann gezogen.

Fängt ja relativ harmlos an mit einem relativ coolen Typen namens Marty McFly (Michael J. Fox kannte ich damals schon als spießigen aber lustigen BWL-Studenten aus der Sitcom “Familienbande”) in einer relativ verkorksten Familie. Dann kam aber sein zersauster Professoren-Kumpel Dr. Emmett Brown ins Spiel, und spätestens als McFly bei ihm den neuen Gitarrenverstärker ausprobiert ist eigentlich alles klar für den Film.

Doch dann kommt relativ schnell der eigentliche Höhepunkt des Films – zumindest für einen Jungen wie mich damals: das Auto. Alter! Ein De Lorean! Mann war das damals eine geile Karre. Ein pfeilförmiger Traum mit Flügeltüren. Gab es auch in Echt, entwickelt von einem Privatmann in Irland, der zwar viel ins Design investierte, aber leider einen allzu schmächtigen Motor eingepflanzt hat. Es gibt zwar bis heute Fans und Besitzer des Autos, aber einen Pokal konnte man damit nie gewinnen.

Auf jeden Fall – die Geschichte dürfte ja eigentlich bekannt sein – reist McFly mit dem DeLorean in die Vergangenheit und landet in der heilen Welt der 50er Jahre. Dort sorgt er mit fetten Skate-Tricks, einer satten Gitarren-Performance beim Schulfest und der Tatsache, dass sich seine eigene Mutter in ihn verliebt, für allerlei Unruhe und muss obendrein noch den jugen Dr. Brown davon überzeugen, ihn zurück in die Zukunft zu schicken.

Das gelingt natürlich, und die völlig zu Recht mit einem halbstündigen Spannungsbogen versehene Szene, als der Blitz ins Rathaus einschlägt, der dem DeLorean genug Saft für die Zeitreise geben soll, war für mich damals dramaturgisch eine absolute Meisterleistung. Mann, hab ich mich da ins Kissen gekrallt. Und dann noch, zurück in der Gegenwart, die Taliban im VW-Bus, die Brown um die Ecke bringen wollen. Wow.

Die Krönung ist schließlich der wunderschöne Schluss, als McFlys vorher ziemlich uncoole Familie plötzlich cool und reich ist und nen dicken SUV (gab’s das damals schon?) in der Garage stehen hat. Wer hätte sich damals nicht gefreut, wenn morgens plötzlich so ein Ding in Papas Garage steht?

Die Schlussszene, als Dr. Brown mit dem De Lorean aus der fernen Zukunft vorbeifliegt, war übrigens nicht als Spoiler für den zweiten Teil geplant – der (natürlich Welten schlechtere) zweite und der (ganz gute, aber nicht an den ersten heranreichende) dritte Teil wurden erst nach dem überragenden Erfolg des Originals gedreht.

Auf jeden Fall war das damals – und irgendwie auch heute – einer der besten Filme der Welt!

Am Freitag kommt das Meisterwerk auf RTL2, 20.15 Uhr

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