The Soul of KTV (7)

Here we go again. Super 90s-Hit von Stakka Bo übrigens. Aber hier geht es ja nicht um schwedischen Retropop, sondern um schwarze Musik, also im großen und Ganzen. Deshalb: here we go again.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=MTy7ugrSFz4[/youtube]

In der letzten Ausgabe hatte ich es ja von Sharon Jones, eine nicht mehr ganz so junge Soulsängerin, die auf Daptone Records Musik wie von damals macht. Das gibt es auf dem gleichen Label auch in männlich, und zwar in Form von Charles Bradley. Der ist ebenso bereits in seinen besten Jahren, veröffentlicht ebenfalls erst seit wenigen Jahren Platten und macht ebenfalls Musik wie orischinal aus den 60s und 70s. Und dabei kommt dann so was wie dieser wunderbare Track dabei raus.

Die Menahan Street Band wiederum, mit der obige Song entstanden ist, besteht u.a. aus Mitgliedern der Dap Kings (die Band von Sharon Jones) und hat vor 5 Jahren dieses Lied herausgebracht – na, wer hat’s gesampelt?

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Akvf1uc46pY[/youtube]


[vimeo]http://vimeo.com/19650377[/vimeo]

Raphael Saadiq hatte ich ja auch bereits in der letzten Folge mit einer ersten Single aus seinem zweiten “Retro-Album”, das jetzt für den 22. April angekündigt ist, “Stone Rollin'” heißt und bei iTunes bereits vorbestellt werden kann. Jetzt gibt es eine zweite Vorab-Single namens “Good Man” – das Video finde ich sehr schön, und ich bin froh, dass überhaupt noch aufwändige Videos mit Schauspielern und Story gedreht werden


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=g6j-15wN68w&feature=player_embedded#at=135[/youtube]

Cee-Lo Green, zu Recht Dauergast in dieser Kolumne, lässt sich bei seinen Videos für gewöhnlich auch nicht lumpen. Für seine neue Single “Bodies” ist es ein kleiner Kurzfilm mit schön langem Intro geworden, und das Lied ist sehr fein und sehr deep – ganz im Gegensatz zu “Fuck You” und dem Rest was man so kennt.

Ich hab inzwischen auch das Album “The Lady Killer” gekauft und bin ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Von 3-4 Songs (darunter “Bodies”) abgesehen ist das alles doch relativ unoriginell. Aber was soll’s. In dem Video ist übrigens ein Karl Lagerfeld-Gag eingebaut, habe ich gerade entdeckt. Müsst mal genau hingucken.


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=JYHYAwvdHzY&sns=em[/youtube]

Nichts Neues gibt es leider von Mayer Hawthorne, der bleichgesichtigen Soul-Entdeckung des letzten Jahres. Aber man kann auch einfach mal eines seiner Videos bringen, ist mir neulich bei Facebook über den Weg gelaufen. Ebenfalls sehr schön gemacht. Gibt es eigentlich nur noch bei Soul schöne Musikvideos? Oder guck ich mir gar keine anderen mehr an?


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Ufz4i4NeeaE&feature=player_embedded#[/youtube]

Der zweite Soul-Star von 2010 neben Cee-Lo Green ist ja bekanntlich Aloe Blacc, und auch von ihm gibt es eigentlich nix Neues. Aber mich haut der Typ vor allem mit Aufnahmen seiner Live-Performances immer wieder vom Hocker – ich glaub der ist einfach sehr sympathisch. Und kann was. Wie man im Burner-Song oben sieht und hört.


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=yCeKI4ck0sg[/youtube]

Dass James Blake live ebenfalls funktionieren würde hätte ich so gar nicht erwartet. Schließlich kommt er ja aus der Frickler-Ecke und hat wahrscheinlich irgendwann aus der Not heraus angefangen selber zu singen. Neulich wurde er irgendwo sogar in die Dubstep-Ecke gesteckt, das konnte ich dann nicht so ganz nachvollziehen – aber vielleicht kommt gerade alles in die Ecke, was Bass hat und sonst nirgends reinpasst.

In diesem Video auf jeden Fall eine BBC-Live-Session von Blake von Anfang diesen Jahres, wo man sieht, dass er tatsächlich singen kann und wohl gerade auf Hall-Effekte steht.


[vimeo]http://vimeo.com/19749132[/vimeo]

Irgendwo bin ich neulich auch über dieses Video von Erykah Badu aus ihrem auch schon wieder ein Jahr alten Album “New Amerykah, Pt. 2” gestoßen. Schöne Musik, das Video reißt mich jetzt aber nicht so vom Hocker.

Dafür umso mehr der Ron Trent Remix ihrer auch schon ein paar Jährchen alten Single “Honey”, den ich kürzlich gefunden habe. Hier die Club-Version, gut gefällt mir aber auch der “Chicago Boogie Breakdown” des Tracks.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=iQx4Bg1fih4[/youtube]

Der Chicagoer Ron Trent schein überhaupt eine Schwäche für Soul-Diven zu haben, denn auch “Spring Summer Feeling” von Jill Scott hat er in ein sehr schönes Remix-Gewand gepackt, wie wir Musikjournalisten gern sagen:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=egN9MaUR-BY&feature=youtube_gdata_player [/youtube] —

[dailymotion]http://www.dailymotion.com/video/xforgv_soul-bossa-nostra_webcam[/dailymotion]

Schon in der letzten Folge oder noch früher wollte ich über dieses schöne Projekt berichten: Quincy Jones, wahrscheinlich einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Soul- bzw. Jazz- und sonstwas-Musiker der Welt, dessen Discografie einen eigenen Eintrag bei Wikipedia braucht und u.a. “Thriller” von Michael Jackson enthält, hat ein neues Album herausgebracht.

Seit längerer Zeit nennt er sich wohl schlicht “Q” und hat für “Soul Bossa Nostra” einen ganzen Haufen aktueller Sänger und Rapper im Studio zusammengetrommelt – vom genauso unvermeidlichen wie überflüssigen Akon über John Legend und Talib Kweli bis Mary J Blige und Amy Winehouse.

Die interpretieren dann Songs, die Quincy früher produziert oder veröffentlicht hat, neu. U.a. das obige “Soul Bossa Nostra”, eine Neu-Interpretation des legendären “Soul Bossa Nova” (you know – “My Definition” von Dream Warriors) zusammen mit Naturally 7 und Ludacris. Das ist nicht schlecht, und auch sonst sind wirklich ganz gute Sachen dabei.

Hier noch ein Interview mit dem Master himself anlässlich der Vorstellung seines eigenen AKG-Kopfhörers (neuer Trend, eigene Kopfhörer. Bald im Handel die Kessel Twins-Edition von Conrad Electronics):

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=GJZdL732vLY[/youtube]


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=QPDn_q-ODOs&feature=player_embedded[/youtube]

Kommen wir zur Download-Gratis-Musik-Ecke. Aus Bern – ja, tatsächlich – kommt ein Mann namens Cee-Roo, und den kannte nicht mal unser Mischi. Der bastelt vorzugsweise hervorragende Mixtapes, auf denen er Soul-Classics mit HipHop-Acapellas mashed, und das durchaus originell. Die Mixtapes bringt er dann gratis als Download unters Volk und macht dreht auch noch lustige Videos dazu. Im Januar ist Mixtape Nr. 5 erschienen, und ich hab mir das und alle vorherigen gleich mal gezogen – und bin begeistert.

Auf seiner myspace-Seite (ja, myspace gibt’s noch) sind die Download-Links zu sämtlichen Mixtapes und alle Videos zu finden.


Nicht runterladen, aber immerhin hier als Stream anhören kann man das Album “We’re new here” von Gil Scott-Heron zusammen mit Jamie XX. Wow, was für eine Kombination. Das Album “I’m new here” von Scott-Heron hatte ich bereits in Ausgabe 3 von The Soul of KTV begeistert vorgestellt, jetzt hat der derzeit wohl ziemlich angesagte Produzent Jamie XX (man denke an den Adele-Remix) das ganze Album durch den Dupstep-Wolf gedreht (ich glaube in diesem Fall passt die Schublade).

Früher gab’s sowas oft als Dub-Version, ich denke da an die fantastischen Dub-Versionen von Massive Attack- und Gorillaz-Alben, und hier wie dort kann ein musikalisch ausgefeiltes Kunstwerk tatsächlich noch verdichtet werden.


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=rIfisFMnWu4[/youtube]

Wenn wir schon bei Soul mit Bass sind, dann passt Pariah ganz gut dazu. Keine Ahnung, wer hinter dem Projekt auf R&S Records steckt, auf die Schnelle hab ich gar nix rausgefunden. Auf jeden Fall fängt “Detroit Falls” mit einem klassischen Soul-Song an, der dann drei Mal im Kreis gedreht und zwei Mal über einen verqueren Beat gezogen wird. Sehr interessant.


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=4NilFf6ub6o&feature=related[/youtube]

Kommen wir in die Classics-Ecke mit meinem Lieblings-Burner der letzten Monate (und meinem Lieblings-Cover in einem Video – Auto und Titten): Jeanette “Lady” Day mit “Come Let Me Love You” von 1981. Wow! Selten wurde Disco mit solch fetten Breaks auf den Punkt gebracht, und das DJ-Herz freut sich sogar über eine Instrumental-Version. Wer sich gerade fragt, woher er den Break am Anfang kennt – here you are: Crystal Waters mit “100% Pure Love”.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=GHaLqAgAoiQ&feature=related[/youtube]


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=J7uwgN1MrVI[/youtube]

Und noch ein Classic, und zwar einfach so, wegen der Gänsehaut, wegen der Stimme, aaaaah! Nina Simone, “Black Is The Colour Of My True Love’s Hair”.


Kommen wir zu einer neuen Rubrik, die ich hier auch schon länger einführen wollte bzw. bisher sträflich vernachlässigt habe: Ein Mini-Flyerghetto bzw. Partytipps mit Soul.

Am 18. März steigt im Mono zum ersten Mal die Blue Magic, die u.a. von Müslim, einem der nettesten Türsteher der Stadt, veranstaltet wird. Das Motto ist Blaxploitation, also jene Genrefilme aus den 70ern, die meist mehr mit der Musik als mit der Handlung überzeugen konnten. Zum Auftakt ist Der Nachbar aka Emilio für den Sound zuständig, und auf Facebook hat er schon mal seine Soundtrack-Vorauswahl für den Abend gezeigt:

Terminlich leider etwas ungeschickt liegt mein persönliches DJ-Date im Dillon – nämlich am gleichen Abend. Wer den Soul of KTV mal im Club hören möchte, der darf mich gern besuchen, ich nehm auch qualifizierte Musikwünsche entgegen. Auch sonst läuft im Dillon freitags immer Soul, Disco und Artverwandtes von Leuten wie Friction oder Tom de Beyer.

Ein weitere Tipp ist noch die Reihe 33/45 jeden Mittwoch von 20 bis 02 Uhr im Transit/Bergamo – auch hier kommen Soul, Soul und Soul von den üblichen Verdächtigen auf die Teller. Lecker!


Wie versprochen gibt es als Abschluss auch diesmal wieder einen Mix, und zwar einen ganz besonderen. 1999 (verdammt ist das lang her) haben Tom Bauerle (heute de Beyer) und ich in der Radio-Bar mit der Partyreihe Soul Glow angefangen (myspace-Seite unverändert seit 2007), sind später ins Le Fonque umgezogen und haben da einige sehr sehr geile Partys gefeiert.

Nebenbei haben wir angefangen, Soul-Tapes aufzunehmen und zu verkaufen (eigentlich unglaublich, dass noch Anfang der 2000er Leute Tapes gekauft haben), von unserem Erfolgreichsten sind wir immerhin 500 Stück losgeworden. Nur Tape Nr. 6, das letzte, kurz bevor wir 2004 auch die Partyreihe eingestellt haben, gibt es auch digital, und hier jetzt exklusiv als Download.

Drauf und drin sind – wie der Name schon sagt – 60 Minutes of 60s Soul, ziemlich viele unserer damaligen Lieblingshits und Tanzflächenfüller. Da werd ich beim Hören fast schon nostalgisch.

Download bei Zshare hier, Podcast-Abo bei iTunes hier.

Soul Glow-Tape Vol. 6
60 Mins. of 60s Soul
Compiled by Tom Baeuerle & Thorsten W
.

A-Side
1. King Curtis – Memphis Soul Stew
2. James Brown – I Got A Bag Of My Own Pt. 1
3. Soul Tornados – Hot Pants Breakdown
4. Bar-Kays – Knucklehead
5. Walter Washington – Pony Express Pt. 1
6. Bad & Good Boys – We Got Soul
7. The Toys – I Got A Man
8. Sara Vaughan – True Believer
9. Dorothy Berry – You Better Watch Out
10. The Four Tops – If I Were A Carpenter
11. Jackie Wilson – I Get The Sweetest Feeling

B-Side
1. Booker T & The MGs – Green Onions
2. Freddie & The Kinfolk – Mashed Potatoe Popcorn
3. Jr. Walker & The All Stars – Shotgun
4. Ernie & The Topnotes – Dap Walk
5. Al Saxon – You Came A Long Way From St. Louis
6. Billy Hawks – O Baby
7. The Supremes – You Keep Me Hangin’ On
8. The Drifters – You’re More Than A Number
9. Barbara Acklin – Am I The Same Girl
10. Major Lane – Um Um Um Um Um
11. The Debonaires – Loving You Takes All Of My Time

8 Comments

  • martin sagt:

    james blake hat innerhalb seiner jungen karriere schon “wandlungen” durchgemacht. die famose cymk ep auf r&s könnte man durchaus dem dubstep genre zuordnen. hab mir übrigens sein album gekauft, ist schon sehr schön, wobei die davor schon bekannte nummer “limit to your love” eindeutig heraussticht.

    pariah ist auch der killer, hab mir auch das album gekauft. oder doppel ep. geht auch teilweise in die dnb richtung. echt starke, interessante musik. ist glaub auch son junger kerl wie blake. detroit falls war sein “durchbruch” vor einem dreiviertel jahr, jahr. starke nummer, die in sehr gut in diese rubrik passt.

    den ron trent mix von badu fand ich hingegen irgendwie net so… hab mir die platte beim tobi angehört.

  • Le Mischi sagt:

    wow, gefällt! danke für Jeanette “Lady” Day, hab ich schon seit ener Weile gesucht. pariah ist killer und mit nem marvi-sample geht eh nix schief…

  • Thorsten W. sagt:

    @martin: Wie gesagt, ich find die Ron Trent-Sachen gut… vor alem den “Chicago Boogie Breakdown” als DJ-Tool…

    @Le Mischi: Meinst Du den Pariah-Sample? Das sind die Originals… sagt whosampled.com 😉

  • martin sagt:

    ron trent ist natürlich allgemein ein verdienter künstler… ich seh gerade erst dass du auch den jill scott mix drin hast… hab ich am gleichen tag angehört… waren echt beide nicht so meines. aber vielleicht war ich einfach nicht in mood dafür.

  • martin sagt:

    ach so ich freu mich schon ganz arg was der jan deinem cee-lo album statement entgegenhält 🙂

  • DJN sagt:

    haha…sehr gut, das nenn ich timing:

    jan findet das cee-lo green album überragend, especially ‘I Want You’ und ‘Wildflower’

  • lucida sagt:

    Auf dem cee-lo Album sind n paar nette Sachen drauf, leider viel zu seicht und ueberproduziert. Das hat der ja eigentlich gar net nötig. Klasse Typ halt auch.

  • Tim sagt:

    Stichwort “Aloe Blacc” und “live”… Da muss noch das eher ungewöhnliche, aber immer geile “Concert à emporter” der Blogotheque in den Ring geworfen werden: http://www.blogotheque.net/Aloe-Blacc,5683

    Und, weil’s in diesem Zusammenhang auch passt, Tom Jones, so ganz ohne große Bühne: http://www.blogotheque.net/Tom-Jones

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