Jeanshemd

Wie Thorsten möchte auch ich in diesem Laben noch Fashion-Bloggerin werden. Weiterhin habe ich mir als ziemlich leicht erreichbares Ziel gesetzt, die trendhinterherrennenste Fashion-Bloggerin aller Zeiten zu werden. Mit diesem Eintrag mache ich einen weiteren Schritt dahin.

Heute frĂŒh S-Bahn, Plakat, siehe oben, denke ich mir, ja Mann, auf die Evolutionsstufen der Mode ist auch in der heutigen Zeit noch Verlass. Irgendjemand kramt irgendeinen alten Scheiß raus, vielleicht auch aus Not, weil sonst alles in der WĂ€sche ist, ey guck an, das Jeanshemd vom Papa, das trug er doch in der Nacht als er mich 1991 in der Sportsbar gezeugt hat, mehrere Menschen machenÂŽs nach, Copyshop, Massenproduktion, H&M, Thorsten W. (Okay! War fies, sorry mein Freund!) Und bitte kommt mir jetzt nicht mit der Macht von Mode-Blogs, ge.

Mein Mann Swist, der ein Jeanshemd auch wirklich tragen kann, weil er prinzipiell alles tragen kann, hat so ein Ding, keine Ahnung wann, vielleicht Ende 2009 ausgefĂŒhrt. Der erste war er da sicherlich auch nicht, aber ich dachte mir damals, Junge, mutig. Respekt, Jeanshemd Alta. Musste ich direkt an die halbstarken Jungs aus meiner Mittelstufe denken, die trugen das zu besonderen AnlĂ€ssen (“heute mach ich in der Pause die Braut klar”), dazu baumelte auch gerne mal ne Goldimitatkette ausm Hals. 1991 halt. Weiterhin muss ich bei Jeanshemd an hagere Mitvierziger mit ausgefransten SchnauzbĂ€rten, Karottenhosen und Cowboystiefel denken. Da wĂ€ren wir wieder bei der Sportsbar.

Potenziert ein Jeanshemd eigentlich die MĂ€nnlichkeit wie frĂŒher die Saddler, die Schwanz und Hoden brutaler aussehen liessen? Meine persönliche Meinung zu Jeans ist prinzipiell, dass der Stoff halt ans Bein gehört. Aber da hĂ€ngt halt dieses Jahr, so sagt man uns, die bĂŒgelfaltrige Chino, also muss obenrum wohl Jeans dazu. Hatte nur einmal im Leben ne Jeansjacke. 1991. Oder 1993, weiß nimmer. Immer mal ĂŒberlegt, wieder eine zu besorgen. Ach nee du.

Na ja, wie auf die Modeindustrie ist halt wie schon angedeutet auf den Thorsten Verlass. Obiges Bild geschickt. “Hol dir dein Jeanshemd!” Gut, klar ich hĂ€tte es wissen mĂŒssen. “Hab scho eins!”, kam fĂŒnf Minuten spĂ€ter als Antwort. Und: “Ist ja inzwischen auch nix Besonderes mehr ;).” Logen.

P.S: Noch ein guter, etwas Ă€lterer Artikel aus der ZEIT, wie bei H&M die Preise zustande kommen. Sachlich, nĂŒchtern, informativ und ohne Drama geschrieben.

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