The Soul of KTV (6)

Oha, ist schon wieder eine Weile her seit der letzten Ausgabe von The Soul of KTV. Ist viel passiert, könnte ich jetzt sagen, aber es ist eher so, dass mir in letzter Zeit nicht viel Neues über den Weg gelaufen ist. Oder ich hab nicht so genau hingeguckt, kann auch sein. Aber es gibt so oder so immer genug gute Musik, also ab dafür.


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Jh3CoHebYN0&playnext=1&list=PL7FABD269507EE82A[/youtube]

Zu Beginn einfach mal ein wunderbar sonniges Lied, das die Sonne in diesen ver*** Winter bringen soll. Ist schon was älter, von Mai 2010 als auch ihr Album erschienen ist, aber Schmierwurscht. Irgendwie muss ich dauernd grinsen wenn ich das Lied anhöre. Hach.


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=9E73hsmlG54[/youtube]

So, als nächstes gleich mal was etwas neben der Spur. Will heißen nicht direkt Soul, aber Deephouse mit einer so dicken Portion Soul dass es doch wieder passt. Und zwar von der wunderbaren Tracey Thorn. Nicht nur die Stimme von Everything But The Girl sondern auch vom massiven Massive Attack-Hit “Protection”.

Auch ihr Album ist bereits im Mai letzten Jahres erschienen, im Juni kamen dann Remixes für “Why Does The Wind?”. Und der von Michel Cleis, einem mir bisher unbekannten Herren aus der Schweiz, ist ein Meisterwerk. Man muss sich nur die 10 Minuten Zeit nehmen, lohnt sich.


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=DQkYQHFZ51M[/youtube]

Dann zu einer Dame, die auch schon länger unterwegs ist, und von der ich “My Baby Left Me” von 2008 auf der Platte habe, ein schöner Neo-Soul-Stomper. Die relativ neue Single “Rocksteady” von September ist ehrlicher Reggae ohne viel Schnickschnack, hört man sich gerne an.

Mehr Soul nach dem Jump



Ich will ja nicht angeben, aber ich hatte “Rolling In The Deep” von Adele schon hier bei Soul of KTV in der letzten Ausgabe, bevor der große Hype losging. Aber ist ja auch verdient. In DJ-Kreisen macht inzwischen vor allem der grandiose Remix von Jamie XX die Runde, den es zwar bei iTunes zu kaufen gibt, sonst aber von allen Video- und Musikplattformen verschwunden zu sein scheint. Deshalb hier nur das 30-Sek-Snippet bei iTunes zum Reinhören, aber Kaufen lohnt sich allemal.

Ein weiterer Anspiel aus Adeles erst am 21.01. erschienene Album “21” ist der Track “He Won’t Go“, den ich mir irgendwann mal notiert habe, der aber ebenfalls nirgends zu finden ist außer bei iTunes. XL-Recordings scheint das irgendwie im Griff zu haben.


Auf diesen Song hat mich unser Mischi aufmerksam gemacht. Raphael Saadiq, einst für superbe NuSoul-Produktonen bekannt, ist ja seit seinem letzten Album “The Way I See It” auf dem kompromisslosen Motown-Retro-Film, was mir durchaus gefällt, und bleibt dieser Idee auch mit dem neuen Song “Radio” treu. Samt passendem Video. Nice!


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=VcP9qtWZv2s[/youtube]

Wie die meisten anderen wahrscheinlich auch kenne ich Kid Cudi eigentlich nur mit seinem Überhit “Day’n’Night”. Und war deshalb gerade eben dezent überrascht, als ich in sein im November (bei – oho Motown!) erschienenes Album reingehört hab. Irgendwo zwischen HipHop, Soul und TripHop, irgendwo zwischen Spoken Word und Gesang. Sehr interessant, wenn auch nicht unbedingt catchy. So wie der Song “Revofev”, über den ich (wieder) auf Cudi gekommen bin.


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=a0p_x416sa0[/youtube]

Gehört Bruno Mars eigentlich in diese Rubrik? Hab ich mich auch gefragt. Auch so ein Hype gerade, und, klar, “Just The Way You Are” hat einen wunderschönen Text. Aber ist halt mehr Pop als Soul. So wie das ganze Album “Doo-Wops & Hooligans”. Alles viel zu glatt und damit langweilig. Mich würde wirklich interessieren, was ein anderer Produzent mit Mars gemacht hätte. Der einzige Song, der mir im Ohr geblieben ist – und tatsächlich auch neulich irgendwo im Radio lief – ist “Liquor Store Blues” zusammen mit Damian Marley.


Mann, hab ich mich gefreut als ich diese Woche (endlich) das erste, 17 Jahre nach Gründung veröffentlichte, Album der Band The Soulboy Collective im Briefkasten hatte. War ja hier schon das ein oder andere Mal Thema, ich bin bekennender Fan von Jürgen Dobelmanns Combo und wurde prompt in die Danksagungs-Liste im Booklet aufgenommen. Wow, ich bin gerührt, ist mein erstes Mal!

Die Musik auf dem Album pendelt wie schon die Singles irgendwo zwischen Northern Soul und Britpop, nennt sich bescheiden “Pickpocket Pop” und ist einfach wunderbar. Kurz vor Weihnachten haben Jürgen und Ahlie (Ex-Elektrolochmann) einen sehr charmanten Instore-Gig in Stuttgart im Second Hand Records gespielt (3 Lieder und weg), und ich hab dabei ein kleines Filmchen gedreht:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=GxxG-dPIPDo[/youtube]


Ich freue mich besonders, heute den ersten Gastbeitrag einer Leserin einbauen zu können. Nora a.k.a. No2DaRa drückt wie angekündigt ihre Begeisterung für den Franzosen Ben L’Oncle Soul aus:

Ich bin kein großer Freund von Franzosen – Sie essen seltsame Sachen, ihre Sprache hat mich fast mal die Versetzung in die nächste Klasse gekostet und ihre Manieren treiben dem gewöhnlichen Deutschen die Tränen in die Augen. Aber eins können sie – Musik machen. Deshalb hat’s mich auch nicht sehr gewundert, als ich erfahren habe, dass dieser „Newcomer“, mit Namen Ben l‘Oncle Soul, ein Franzose is.

Trotz seiner 26 Jahre macht Ben auf 50er/60er Jahre Mukke. Sein bekanntestes Lied ist wahrscheinlich das Cover von „Seven Nation Army“ – Und genau dieses Lied hat mich nach ihm googlen lassen. Unter anderem hat er noch „Barbie Girl“ und „I kissed a girl“ ganz neu aufgezogen:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=IKSGPaOPjC4[/youtube] [dailymotion]http://www.dailymotion.com/video/xbwmcf_ben-l-oncle-soul-i-kiss-the-girl_music[/dailymotion]

Und das durchaus cool wie ich finde. Genau diese Songs sind auf seiner ersten EP „Soulwash“ drauf, die eigentlich nur ein Joke sein sollte. So wollte er den Kopf frei kriegen und sich aufs Album konzentrieren. Ja is klar – ich bau auch aus Zahnstochern den Eifelturm, wenn ich den Kopf zum Rakete bauen freikriegen will…. Cooles Platten-Cover, eben ganz im Ben-Stil.

Wenn man sich Live-Videos anschaut, ist Ben einfach super sympathisch. Kein Blabla, er hat einfach nur Bock auf das was er tut. Er ist ein absolut positiver Mensch und genau das bringt er auch rüber. Trotzdem singt er in „L’Ombre D’Un Homme“ über Alkoholismus und schafft es nicht auf die Tränendrüse zu drücken, aber auch nicht albern rüberzukommen. Seine Musik lässt einen mitwippen und runter kommen. Aber trotzdem kann man dazu Party machen und mitsingen (gaaaaaanz wichtig).

Im Dezember war Ben für ein paar Konzerte in Deutschland. Leider nicht in Stuggi. Angeschaut hätt ich mir das auf jeden Fall.


[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=7jFCPwwVwic[/youtube]

Dann noch zwei Damen, die ich hier einfach mal in einen Topf schmeiße. Was aber auch ganz gut pass, denn Lady Daisey aus New York, von der das wunderschön altmodische “Soul Strut” (Video oben, erschienen auf BBE) ist, hat nicht nur bereits für Mayer Hawthorne, sondern auch für Sharon Jones im Vorprogramm gespielt.

Die wiederum hat zusammen mit ihrer Band The Dap Kings im Dezember diesen Song veröffentlicht:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=bh5Caj2q-_w[/youtube]

Genauso altmodisch, genauso schön. Sharon Jones & The Dap Kings gibt es ja noch gar nicht so lange, wie sie aussieht (soll nicht unverschämt sein), will heißen, sie ist erst seit Ende der 90er/Anfang 2000er wirklich erfolgreich – im Zuge der immer noch anhaltenden Soul-Retrowelle. Es gibt von ihr noch sehr viel sehr gute Musik – man muss nur mal bei iTunes (oder woanders) diggen.


Jetzt bewegen wir uns ganz langsam ein paar Jahre zurück, und zwar ins Jahr 2002. Ich hab mir die Compilation “Philly Soul” auf Unisex Records gekauft, die mit dem berühmten Londoner Jazz Café entwickelt wurde, und der noch viele weitere sehr feine Compilations folgten.

Es war die große Zeit des NuSoul, ich hatte mit dieser Compilation-Serie meinen Einstieg in das Thema und “Fun” von Floetry war für mich der beste Song zu der Zeit. Hab ich ganz oft und sehr gern gespielt. Neulich hab ich ihn wieder zufällig auf meiner Platte gefunden, und hier ist er. Das Duo Floetry hat sich übrigens inzwischen aufgelöst.

Floetry – Fun by gargarwulala

Kommen wir zu den auch schon obligatorischen Mixes bzw. Downloads. Bei Soundcloud bin ich auf den Blog SlothBoogie gestoßen, wo es mehr gute Musik gibt als man an einem einzigen Tag hören kann. Alles irgendwo zwischen Disco, TrueSchool HipHop und guter Elektronik.

Heute empfehle ich den sehr fantastischen Sloth Boogie Gast-Mix von Dimitri from Paris, einer der großen Disco-Re-Editer, der einen Haufen selten gehörter Disco-Stomper zusammenmixt:

SlothBoogie Guestmix #009 – Dimitri From Paris (with jingles!) by SlothBoogieBlog

Es gibt ja die komischsten Wege, wie man Musik findet – den folgenden Mix hab ich in der iTunes-Bibliothek einer Kollegin gefunden. DJ Mono macht auf “Behind The Curtain – The Original Samples” das, was auch andere DJs, darunter unser Frico, gern mal machen – die Original Samples von HipHop-Tracks zusammenmixen.

Aber hier geht echt einiges. Unglaublich viele Tracks, meist Soul und Funk, in knapp 80 Minuten, und obwohl kein Song länger als 2 Minuten läuft nervt es keineswegs, alles ist schön im Flow. Sind einige altbekannte Samplequellen dabei, andere Sachen waren für mich neu. Download hier praktischerweise wahlweise als Einzel-Mp3s mit Angabe des HipHop- (bzw. Dance)-Tracks oder als Mix am Stück.


Der Weihnachtsmann hat es vergangene Weihnachten sehr gut mit mir gemeint. Unter anderem lag diese “The Best Of Soul Train”-DVD unter dem Baum, die ich mir gewünscht hatte, und auf die ich tatsächlich dadurch gekommen bin, dass ich immer wieder Ausschnitte aus “Soul Train” hier in dieser Kolumne gepostet habe.

Ich bin mir relativ sicher, dass es die 3er DVD-Box bis vor kurzem noch auf Amazon gab – jetzt finde ich sie nur noch als US-Import bei eBay. Darauf zu finden sind 50 der besten Auftritte in der amerikanischen TV-Show, die es tatsächlich bis 2006 gab. Ich bin noch gar nicht dazu gekommen, alles anzuschauen, aber da jagt ein Highlight das andere – all killer, no filler!

Einen Haufen der Videos gibt es auch im offiziellen Soul Train YouTube-Channel, und der ist – Gott (oder sonstwem) sei’s gelobt und gedankt – in Deutschland nicht mal gesperrt. Hier ein Beispiel:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=QrGrEDiO5oE&feature=fvst[/youtube] —
Sodele, das war’s auch schon fast wieder, und zum Abschluss diesmal keine Toplist (die gab’s letzte Woche in Negativ-Form schon an anderer Stelle), sondern den ersten The Soul of KTV-Mix. Ich werd probieren, für jede Ausgabe einen neuen Mix fertig zu kriegen, den auch die Podcast-Abonennten bekommen. Mal gucken ob’s so regelmäßig klappt.

The Soul of KTV Vol. 1: Disco-Trance by Thorsten W.

Ich hab Dub-Mixe, Instrumental-Disco, Re-Edits und was sonst so Disco und spacy ist zusammengemixt und dann Disco-Trance genannt. Ist glaub ich ganz gut geworden – viel Spaß damit!

Download hier, Podcast-Abo hier.

Tracklist:

1. Exodus – Together Forever (Frico Edit)
2. Orlando Riva Sound – Moonboots (Tom Moulton Edit)
3. Loose Joints – Is It All Over My Face? (Female Version)
4. Faze Action – Tattoo Man (Rudy’s Midnight Machine Mix)
5. Gino Soccio – It’s Alright (Frico Edit Warped)
6. Brian Macblade – Fashion Bush
7. Was Not Was – Wheel Me Out (Frico Re-Edit)
8. MC Lane Explosion – Magic Fly (Original Album Version)
9. Captain Future – Captain Future Theme
10. The Coach House Rhythm Section – Timewarp
11. Mirage – Last Night A DJ Saved My Life (Mirage Remix)
12. Casco – Cybernetic Love (Vocal Original)
13. Gino Soccio – Dancer
14. D-Train – Keep On (Space Ranger Re-Edit)

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