Bauer trifft Uhu

Dienstag abend nimmt mich Blogkollege Thorsten mit zu Joe Bauers Flaneursalon in die Uhu-Bar. Mit der fadenscheinigen Begr√ľndung, er k√∂nne ja nicht zum dritten Mal √ľber Joe Bauer schreiben und schw√§rmen, sagt er, ich solle das tun.¬†Um sich A) nicht als gr√∂√üten Jack und Joe Bauer-Fan der Stadt zu outen. Und B) um sich nach einem 6-st√ľndigen T√§ttowier-Marathon zu schonen. Sch√§tze mal, Thorsten hat sich den Namen Joe Bauer auf den Oberarm stechen lassen.

Geile Masche, Thorsten, echt. Richtig kessel-Gangster-Style: “Komm ich lad dich ein. Du zahlst die Getr√§nke. Und schreibst dann dr√ľber.” Muss ich mir merken. Vielleicht mag mich ja irgendjemand auch mal unverbindlich zu einem Kunden-Briefing begleiten?

Nun finde ich es schwer, √ľber jemanden zu schreiben, der gut schreiben kann, ohne zu versuchen, ihm das Wasser oder den Stift zu reichen. Deshalb hier erstmal das Show-Telegramm:

Die Top-Location: Oskar‚Äôs puffig-verruchte Uhu-Bar. Bis auf den letzten Sofaplatz ausverkauft. Auch mit Eintrittskarte kommt man nur nach den oskar-eigenen Unterwelt-Regeln rein: man muss sich an der T√ľr melden und Oskar himself bestimmt, ob Du rein darfst oder nicht.

‚ÄěDie Jungs klopfen. Die M√§dchen kratzen‚Äú hat er mal seine T√ľrpolitik an einem verrauchten Abend erkl√§rt.

Hier, im Kerzen- und Rotlicht liest Joe Bauer Texte aus der Stadt. Wahres aus Bad Cannstatt, Gutes aus Giebel, Erlebtes aus dem Rotlichtviertel. Urbane Poesie, die vorgelesen viel lebendiger wirkt als nur gelesen.

Joe Bauer ist Stift und Stimme dieser Stadt. Er beobachtet feinf√ľhlig, schreibt pointiert und liest herbergsv√§terlich. Im Wechsel treten dazu musikalische G√§ste auf, die viel zu gro√ü f√ľr diese kleine Bar sind: Dacia Bridges mit dem Ex-Farmer Boy Gitarristen und Ausnahme-Wunderkind Zam Helga mit Akustikgitarre und seiner eigenen Bass-Drum.

Er singt Dylan, sie Halleluja und Joe Bauer √ľbersetzt uns Zuh√§lterisch ‚Äď Deutsch. Die Uhu-Bar wird zur Schatulle, in der jeder der K√ľnstler glitzern und schimmern darf.

Und auch wenn er mit seinen Beobachtungen alles versucht, damit man es nicht tut: wir f√ľhlen es an diesem Abend sehr sehr wohl in dieser Stadt, bei Joe und Oskar.

www.flaneursalon.de

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