20:30 Uhr, Gleis 3

Voll gut. Ich bekomme eine Woche lang ein iPhone. Das ist zwar ein bisschen, als wĂŒrde man Thorsten eine Slayer-Platte ausleihen. Kann man aber trotzdem mal machen. Schadet nix.

Der freundliche Verleiher ist das Theater Rampe. Bis gestern hatte ich allerdings noch nix von 20:30 Uhr, Gleis 3 gehört. Das Projekt lÀuft in der Rampe bereits seit Oktober 2010 und funktioniert so: eine Spielzeit lang wird ein iPhone auf die Reise quer durch Deutschland geschickt und auf Facebook wird dokumentiert, was das Ding so erleben muss. Fotos, Statusmeldungen und das ganze Zubehör.

Jede Woche ĂŒbernimmt irgendeiner das Telefon und ĂŒbergibt es dann artig nach sieben Tagen wieder. Dazwischen soll das ungeschönte, echte Leben in Deutschland dokumentiert werden.

So echt, dass die letzte Übergabe wohl chefmĂ€ĂŸig in die Hose ging: Da ĂŒbergab eine Heilpraktikerin in Berlin das iPhone irgendeinem unbekannten Typen, der noch “Danke” sagte und dann halt nie wieder gesehn wurde. Hat jetzt ein iPhone und lacht sich wahrscheinlich immer noch kaputt.

Jetzt startet das (neue) iPhone wieder von Stuttgart aus, ich darf als erster ran und Ehrensache: ich geh’ steil damit. Freu mir schon einen Extrazopf an Kopf, dann endlich mal geile SĂ€tze zu tippen wie “Boh, endlich wieder zurĂŒck von der Berlinale. Kosslick hat echt voll Mundgeruch” oder “freut sich auf ein lecker Abendessen beim koscheren Lieblingsukrainer in Gablenberg mit seinem Schatzi *lol*”.

Also, hier geht’s ab und hier steht, wieso eigentlich. Als erstes app ich mir aber diese sprechende Katze auf das Telefon, die alles nachplappert. Der kann man immer eine reinhauen, wenn sie zu doof wird. Mir bitte nicht.

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