The Soul of KTV (4) – The Blue-Eyed Soul-Edition

Guten Morgen meine Damen und Herren, willkommen zu einer besonderen Ausgabe von The Soul of KTV – The Blue-Eyed Soul-Edition, wie der Titel ja schon sagt. Hat sich bei der Themensammlung so ergeben, und ist an sich eine interessante Sache – mit “Blue-eyed Soul” wird Soulmusik bezeichnet, die von weißen bzw. nicht schwarzen oder nicht afroamerikanischen Interpreten gemacht wird. Mit am bekanntesten sind sicher Acts wie Righteous Brothers, Tom Jones oder auch Dusty Springfield. Bei Wikipedia findet sich ein recht ausführlicher Artikel zu dem Thema.

Die altbekannten Künstler kommen zwar alle nicht im oberen Teil dieses Artikels vor, aber es gibt zur Zeit einige neue Sachen von Weißbroten mit ner Menge Soul. Alsoooo, here we go again.

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Wie immer ein Burner am Anfang. James Blake ist ein Produzent aus London, der bleicher wohl kaum sein könnte und eigentlich mehr so Elektro-Zeug mit Vocals auf R&S veröffentlicht (das Label verwendet immer noch das Oldschool-Logo mit Pferd, habe ich gerade gesehen).

Für sein neues Album hat er jetzt “Limit To Your Love” von Feist und Gonzales gecovert, das mir ehrlich gesagt so nicht bekannt war, in der Version von Blake aber Herzen zum Schmelzen und Mädchen zum Weinen bringt. Ganz großes Kino, wie wir Vorstädter sagen.

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Bei unseren Freunden von Neeo habe ich neulich diese bezaubernde Coverversion entdeckt. Songs von Michael Jackson zu interpretieren scheint auch über ein Jahr nach seinem Ableben noch schwer in Mode zu sein, da gilt es die Perlen herauszufischen.

Diese Band heißt Quadron und kommt aus Dänemark, und wenn man Neeo-Tobi glauben darf, dann ist das Album so super wie obiger Song. Glauben wir ihm einfach mal.

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So, genug geschmust, jetzt wird getanzt. Jan von Aerodynamite hatte neulich die neue Single von Duffy am Start, und ich bin ja großer Fan von ihr, also jetzt nicht nur optisch, und spiele ihr Zeug inzwischen lieber als das von Amy Winehouse. “Well Well Well” enthält eine Rhythm-Section von The Roots, und das geht auf jeden Fall klar.

Das neue Album von Duffy soll Ende November erscheinen und wurde interessanterweise zusammen mit Albert Hammond aufgenommen – der ist nicht nur der Vater von The Strokes-Member Albert Hammond Jr. (wer hätt’s gedacht), sondern u.a. Interpret des Hits “It Never Rains In Southern California”.

Das spar ich mir an dieser Stelle, dafür lieber noch mal das grandiose Cover von Duffys Hit “Mercy” von The Third Degree:

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=4jeyGl2fdfA[/youtube]

Komm, eine Coverversion geht noch. Ist vielleicht mehr Blues als Soul, aber blue-eyed auf jeden Fall, und ich glaube so viele Covers von Hovas “99 Problems” gibt’s jetzt auch nicht. Ich hab keine Ahnung wer Hugo ist, aber nen tollen Blogger-Hut hat er auf, der Gute. Und der Song geht gut ab.

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Ätsch, das waren immer noch nicht alle Covers. Ich leg noch einen von Alice Russell obendrauf, zu der man glaub auch nicht mehr so viel sagen muss. Englische Blondine mit Seele und Stimme, die bereits für eine der wenig guten 7 Nation Army-Covers verantwortlich ist (siehe letzte Ausgabe) und sich jetzt Gnarls Barkleys “Crazy” angenommen hat.

Ich hab die Version schon länger in der Playlist, aber das Video toppt noch mal alles. Die Location, der Sound, das Outfit – äh, das eher nicht – alles grandios, und Gänsehaut kommt auch mit dabei.

Wobei ich ehrlich gesagt die schon etwas ältere Akustik-Version des Songs von Nelly Furtado auch ziemlich gut finde. Sogar richtig ziemlich gut. Auch wenn ich sonst ziemlich wenig von Miss Furtado halte.

Crazy (Gnarls Barkley Cover)- Nelly Furtado by brycool

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Sodele, das war’s erst mal mit Covers, jetzt noch mal ein richtiges Brett. Nicolas Jaar macht eigentlich auch straightere House-Beats, die er auf seinem eigenen Label Wolf & Lamb veröffentlicht, aber “Come N Get It” ist anders und wurde zurecht neulich von Crize auf Facebook abgefeiert.

Das ist einfach mal astreiner 80s-Style Disco-Boogie in seiner schönsten Form, da groovt und wumpert es dass es eine Freude ist, und das Piano kommt mächtig von der Seite rein. Highlight!

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Das bringt mich wunderbar zu meinem heutigen Soundcloud-Tipp, der auch irgendwie schon zu dieser Serie gehört. Über Links und Kommentare bei Frico bzw. bei Dimitri from Paris bin ich auf einen Mann namens Tony Johns gestoßen, über den nicht viel mehr rauszukriegen ist als sein Soundcloud-Profil sagt. Und das ist nicht viel.

Er ist ebenfalls weiß wie Mehl, kommt aus London und bezeichnet sich selbst als “a true believer in music and all its healing powers! BELIEVE!”. Und er macht fantastische Re-Edits von Soul- und Disco-Tracks in bester Tradition der großen Edit-Makers, mal Hits, mal unbekannte Sachen. Und wenn man schnell genug ist, darf man das Zeug auch runterladen. Hier eine Hörprobe:

Chi Sound Orchestra – Windy City Theme (Tony Johns & Alkalino edit) by tony johns

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In die Kategorie Blue-eyed Soul gehören sicher auch Jamiroquai, und der Vollständigkeit halber hier die zweite Single aus dem am 1.11. erschienenen Album “Rock Dust Light Star”. Das Video ist wie schon von einem Leser bei der letzten Ausgabe kommentiert die Fortsetzung von “White Knuckle Ride” und featured diesmal Motorrad statt Porsche und Hubschrauber. Weder besonders originell, noch finde ich den Song überragend, aber das Album werde ich mir aus Tradition wohl trotzdem kaufen.

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Weil’s so gut passt nutze ich auch noch mal die Gelegenheit, auf die von mir schwer supportete Band The Soulboy Collective hinzuweisen. Das Album müsste jetzt bald erscheinen, und als kleines Update gibt’s einen Remix von “It Must Be You” im Anfang-90er-British-House-Style. Muss man mögen, ich find’s ganz fluffig. Wenn’s klappt gibt es im Januar einen Auftritt der Combo in Stuttgart, mal schauen.

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=oRuiPri_R68&feature=player_embedded#[/youtube]

Kommen wir zur Geschichtsstunde. Obige Reportage von 1978 lohnt sich komplett anzuschauen – sie beleuchtet die Hintergründe der Disco-Szene bzw. vielmehr der Disco-Industrie und zeigt ganz gut, dass schon damals die Bleichgesichter an den Reglern und Schreibtischen saßen und schwarze Sänger/innen und Musiker mehr job-mäßig eingesetzt wurden. Was sich ja bekanntlich später bei House-Produktionen fortsetzen sollte.

Ab 4.30 wird es besonders interessant – hier ist zu beobachten, wie Peter Brown den Song “Dance With Me” aufnimmt und u.a. eine sehr junge Betty Wright am Mikro steht. Danach ist in einem anderen Studio eine für mich neue Tradition zu sehen – nämlich DJs ins Studio einzuladen, um den gerade zu produzierenden Track zu bewerten. Könnte man ruhig mal wieder einführen.

Hier das Ergebnis der Peter Brown-Produktion:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=2ejlr-c5Yfg[/youtube] —-

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=HuRrYX0R0fY[/youtube]

Kommen wir zur Live-Section. Als ob ich’s geahnt hätte lag ich mit meiner Spät-Entdeckung von Fleur Earth eigentlich ganz gut im Timing, weil am 1. Dezember wird sie tatsächlich in Stuttgart spielen, und zwar bei einer neuen Mittwochs-Reihe im Transit, wenn ich das richtig verstanden habe. Kann man sich auf jeden Fall mal anschauen.

Am vergangenen Freitag hätte zum zweiten Mal in Folge der mir immer noch ziemlich unbekannte Ryan Leslie spielen sollen – da ihm aber in Köln sein Laptop gestohlen wurde und auch ein Finderlohn von sage und schreibe 20.000 Dollar (MacBookAirless mit Kernkraftakku oder was?) nichts half, konnte er in Stuttgart nicht auftreten. Warum auch immer. Aber ich kenne mindestens zwei Kolleginnen, die das sehr schade fanden.

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Zum Abschluss noch mal ein wenig Musik zum Runterladen. Leser cHiller hat ein Mixset von einem gewissen DJ Mono gefunden, der in knapp 80 Minuten die Original-Samples aller möglichen Songs zusammenmischt. Ich bin noch nicht dazu gekommen mir das anzuhören, aber ich vertraue in der Hinsicht fast blind auf cHiller.

Download hier oder hier.

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So, das wär’s auch schon wieder gewesen, und passend zum Thema natürlich meine traditionelle Hitlist – wie immer äußerst subjektiv und trotzdem leicht verdaulich. Guten Appetit!

Top 10 Blue-Eyed Soul-Songs

1. Tom Jones – It’s Not Unusual / He’s the man!
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=tGRZBa4cKWA&feature=fvst[/youtube]

2. Dusty Springfield – Son Of A Preacher Man / Wenn nix mehr geht, bei dem Song schmachten alle Frauen dahin.

3. Justin Timberlake – Senorita / Wenn das keinen Soul hat, was dann? Das Video unerreicht mit Pharrell am Schlagzeug.

4. Wild Cherry – Play That Funky Music / Die wahrscheinlich schwärzeste Funkband mit weißen Musikern ever.

5. Amy Winehouse – Tears Dry On Their Own / Man kann sagen was man will, als sie noch ab und zu nüchtern war war sie einfach gut.

6. Duffy – Warwick Avenue / Was ich von Duffy halte siehe oben, das hier ein Jahrhundertlied mit schönem Video (die Augen!!!).

7. George Michael (w/ Mary J. Blige) – As / Diese fantastische Coverversion des Wonder-Classics lief damals beim freien Radio in unserer Sendung sehr lange auf Heavy Rotation.

8. Quantic Soul Orchestra feat. Alice Russell – Pushin On / Ich dachte wirklich lange Zeit, dass Alice Russell schwarz wäre.

9. Average White Band – Pick Up The Pieces / Die zweitschwärzeste Funkband mit weißen Musikern ever.

10. The O’Kaysions – I’m A Girl Watcher / Geheimtipp! Und allein der Titel verdient einen Preis.

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