Kette verschluckt

(Nein, der nicht)

Ich lese ja ausgesprochen gerne die Polizeimeldungen im Onlineangebot der einschl√§gigen Zeitungen. Nicht weil’s mich unfassbar oder auch nur wenigstens brennend interessieren w√ľrde. N√∂, einfach so, wie man halt ab und an am Rechner sitzt und auf irgendwas draufklickt, weil man echt nix Besseres zu tun hat. Digitalslacken oder so. Wie aus dem Fenster schauen, nur halt digital. Manchmal lohnt es sich sogar:

“Ein Mann hat am Montagnachmittag in der Esslinger Innenstadt eine Goldkette gestohlen und das Schmuckst√ľck verschluckt.

Der 47-jähriger Mann ließ sich in einem Schmuckgeschäft zunächst zwei Goldketten vorlegen. Als sich die Verkäuferin kurz umdrehte, ließ er eine der beiden Ketten im Wert von 1500 Euro verschwinden. Der polizeibekannte Mann wurde kurz darauf von einer Streife des Polizeireviers Esslingen festgenommen.

Eine Durchsuchung des Mannes f√ľhrte zun√§chst nicht zum Auffinden der verschwundenen Kette. Eine R√∂ntgenuntersuchung in einem Krankenhaus am Montagabend ergab, dass der Mann die Kette verschluckt hatte. Der 47-J√§hrige ist gest√§ndig und erhielt die Auflage, die Kette wieder zur√ľck zu bringen.” (hier der Beweis)

Didihallervordenm√§√üig ganz weit vorne. “Welche Kette, Pal√ľmpal√ľm?” und eine Verk√§uferin schreit hysterisch und fuchtelt mit den H√§nden: “Er hat sie gegessen!”

Daneben stehen zwei Polizisten, die sich tierisch aufregen, dass sie nix Gescheites gelernt haben und grummeln: “√Ąh, wir glauben tats√§chlich, dass sie die Kette verschluckt haben. Kommen sie bitte mit auf’s Revier. Jetzt.” Und die Frau schl√§gt noch immer Salto: “Der hat die Kette verschluckt. Echt. Schw√∂re bei Jay Z oder meinetwegen auch Flavor Flav. Ehrlich.” Gro√ües Theater.

Kurz gegrinst,¬† Kopfgesch√ľttelt, “Mahlzeit” gesagt und mich irgendwie ge√§rgert, nicht dabei gewesen zu sein. Bis zum n√§chsten Klick am Donnerstag:

“Ein Mann, der am Montag in einem Schmuckgesch√§ft in Esslingen eine Goldkette gestohlen und noch im Verkaufsraum verschluckt hatte, hat das Schmuckst√ľck am Donnerstag bei der Polizei zur√ľckgegeben.Wie die Polizei mitteilte, hatte sich der 47-J√§hrige in einem Juweliergesch√§ft am Montag zwei Ketten zeigen lassen. Als sich die Verk√§uferin kurz umdrehte, verschluckte er eine 1500 Euro teure Goldkette. Die Polizei durchsuchte den Mann, fand die Kette allerdings nicht.

Erst eine R√∂ntgenuntersuchung brachte Aufschluss √ľber den Verbleib der Kette. Der Mann gestand die Tat und erhielt die Auflage, das Diebesgut so fr√ľh wie m√∂glich zur√ľckzubringen. Der Eigent√ľmer erh√§lt die Kette nun zur√ľck.”

Tut mir Leid, ich habe wirklich sehr viel Bl√∂dsinn in meinem Kopf, aber diese Bilder bekommen einen Ehrenplatz: Ding. Dong. ” √Ąh, hier. Die Kette. Sorry”,¬† “Oh, sehr nett. Lief alles glatt? Ist ja schon Donnerstag.” “Grmpf, yo.” “Ach, seien sie froh, dass wir hier in Esslingen sind. In Stuttgart h√§tten unsere Kollegen die Schei√üe sofort aus ihnen herausgepr√ľgelt. Hier haben wir noch Zeit. Darf ich Ihnen was zu trinken anbieten?”, “N√∂, danke”.

Jetzt m√∂chte ich nur noch beim letzen Akt dabei sein: “Dingdong. Hallo Frau Juwelier. Hier. Ihre Kette.” “Och, danke, das ist aber nett von ihnen”.

Sp√§ter gehe ich vielleicht zu Second Hand Records und schau, ob die schon das Slayer-Boxset da haben. Wenn ja, renn’ ich zum D√∂ner um die Ecke und hol mir sicherheitshalber einen Becher Ayran und eine Dose Cola. Zum Runtersp√ľlen.

Update
Ich (Thorsten) häng mich mal wieder dran Рaber vielleicht wollte der Typ nur hilfsbereit sein:
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=ObKL11A4W0U[/youtube]

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