Immer wieder gerne gehört:
Tha Dogg Pound “Dogg Food”

Es gibt Dinge, für dich kann ich mich einfach nicht begeistern. Im Gegensatz zum Thorsten zählen bei mir dazu z.B. Sportwagen, Coupés und ganz speziell Cabrios. Bei nem Porsche sag ich noch, okay, ja, ist halt nen Porsche. Die Erektion hält sich in Grenzen. Was mir wirklich überhaupt gar keinen Harten macht ist ein Ferrari. Oder noch besser: “Uuuui, gugg a mole, en Lambooooooooo!”

Fuck that Lambo-Shit. Und ey, will keinem auf den Schlips treten, aber Audi TT – WTF?! Okay, reine Geschmackssache, klar. Aber was ich wirklich nicht blicke: TT-Fahrer klatschen sich ja wirklich meistens folgendes Kennzeichen auf die Kiste: S (LB, WN, BB, ES, GP) – TT… warum?

Bei Cabrios hingegen denke ich wie mei Oma: Kann man sich doch nicht unterhalten während der Fahrt und holt sich nen Zug. Viele Cabrio-Fahrer sind hartnäckige Leute: Sonne scheint, Dach uff. 10 Grad, egal, oben ohne! Lars Grudzinski hat heute früh auf der Autobahn bei Minus 2 Grad eines mit offenem Verdeck fahren sehen! Bei Minus 2 Grad! Tough Guy Race, where you at?

Wenn ich aber alle Jahre als Hundefreund “Dogg Food” von Tha Dogg Pound höre, würde ich am liebsten, gerade an so einem wunderschönen Tag wie heute, mit so einer offenen Hydraulik-Lowrider durch die Gegend cruisen, vielleicht ein Impala 64, wie man sie aus den guten alten Rap-Videos kennt.

Für heutige Clips reicht meiner Kenntnis nach ein ordinärer Maybach, ausgeliehen über den Cousin dritten Grades, der wiederum über den Ex-Ex-Freund seiner Halbschwester den Maybach-Niederlassungschef in New York kennt. Ohne Hydraulik.

Alle paar Jahre hole ich die Platte raus, letzte Woche freundlich von da Pimpa dran erinnert, und musste wieder feststellen: Eigentlich gehört das Debütalbum von Tha Dogg Pound direkt neben “Illmatic”, “Reasonable Doubt”, “36 Chambers”, “Ready To Die” oder “The Chronic” einsortiert. Taucht aber in keinen Listen auf, die ich spontan so finde.

Ist natürlich immer etwas Geschmacksache, aber auf “Dogg Food” reiht sich mit “Smooth”, “Respekt”, “New York New York”, “Let´s Play House” oder “Ridin, Slipin & Slidin” eine Bombe an die Nächste. G-Funk nannte man das damals, 1995, und dieses Logo war das Indiz für High Quality von der Westcoast:

Hat mir immer voll Angst gemacht, der Mann auf dem Stuhl. Das Label von Suge Knight und Dr. Dre war zu der Zeit, sagen wir, auf seinem absoluten Zenith, was sich aber kurz nach der Veröffentlichung von “Dogg Food” und “All Eyez on me” von 2Pac rasch ändern sollte.

Zwischen “The Chronic”, “Doggystyle” von Snoop Dogg und der Doppel-Schicht von Herrn Shakur hat man Dogg Food gepresst, hymnisch gefeiert, wie damals alles was aus der Ecke kam hymnisch gefeiert wurde. Da ich mich von hymnischen Feiern stets gerne anstecken lasse, gleich in den Laden und Doppel-Vinyl gekauft.

Das war bzw. ist einfach ein fetter Sound, den Kurupt und Daz da zusammengezimmert haben, klingt in meinen Ohren 15 Jahre später immer noch frisch: wabbernde Funkbässe, rollende Beats, bisschen typisches G-Funk Analog-Gequitsche, alles harmonisch aufeinander abgestimmt und ganz wichtig, bloss kein Stress. Musikalisch ist “Dogg Food” wahrscheinlich das friedlichste Album unter all den Gangster-Funk-Releases und von Anfang bis Ende eine perfekte Platte.

Wer leiht mir sein Cabrio?

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