Yo! KTV Raps (14): Koka und Karrieren

Hallo liebe Yo! KTV Raps-Leserschaft,

herzlich willkommen zu einer weiteren Line Runde Rap-Musik, Videos, Mixtapes und Gossip von euren Lieblings-Nachwuchs-Apothekern – also kommse rein, nehmen Sie ne Nase, wir haben genug akustischen Puder fĂŒr selbst das ĂŒberdrehteste Ego.

Kolumbianische GrĂŒĂŸe – die Yo! KTV Raps-Redaktion

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… und damit sind wir auch schon gleich beim Thema: WĂ€hrend der eine Teil der Rapfraktion seine (angebliche) Tickervergangenheit glorifiziert, denkt sich der andere bekloppte ModetĂ€nzchen aus.

Ein ganz Großer der zweiten Kategorie ist Soulja Boy Tell ÂŽem: Mit seinem Überhit-Gehoppse “Crank That” hat er es zum MultimillionĂ€r gebracht und seitdem – zumindest in den USA – einige weitere Hits gehabt.

Deswegen muss sich der JungÂŽ aber so dermaßen den SchĂ€del weggeröstet haben, dass er sich nun kĂŒrzlich mit dem berĂŒchtigten Groupie Kat Stacks eingelassen hat. Die ist bekannt dafĂŒr, pikante Details aus dem (Liebes-)Leben prominenter Rapper fĂŒr ein paar Minuten Hood-Shine auszuplaudern (die nervige Ische und ihre Eskapaden hatten wir ja schon mal an dieser Stelle).

Jetzt hat es also den kleinen Bub erwischt: Stacks hat sich in seinem Hotelzimmer gefilmt, macht Witzchen ĂŒber seine Erektionsprobleme und – jetzt kommtÂŽs! – filmt auch noch mehrere Kokalines, die im Esszimmer ausgelegt sind. Autsch.

HĂ€tte der Kerle sich doch lieber noch ein paar weitere Tanzschritte ausgedacht oder seine Haut nach paar Quadratzentimetern Platz fĂŒr ein weiteres Tattoo abgesucht 
 (By the way: Herr Schmutzer, haben Sie eigentlich die Grafik fĂŒr Kat Stacks gemacht? ;))

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Da hĂ€tte der Soldatenbub vor seinem Kokain-Video-Fail lieber mal den Rapper Gunplay aus dem Rick Ross-Umfeld gefragt – der hat nĂ€mlich ebenfalls die absolute Business-Regel von Biggie (Stichwort: “Never get high / on your own supply”) vor laufender Kamera verletzt und daraufhin ohne Ende HĂ€me auf sich gezogen. Vollpfosten.

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Stress sucht ja auch immer unser Jung® 50 Cent: Wenn®s darum geht, andere Rapper anzupissen, ist der Fuffi in seinem Element. Sein neustes Opfer ist Shyne: Der ist gerade ausm Knast gekommen, nachdem er wegen einer obskuren Schießerei in einem Nachtclub (bei der auch P. Diddy und dessen damalige Husche J.Lo involviert waren) zehn Jahre lang einsaß.

Also: Shyne kommt aus dem Knast, wird dann aber straight nach Belize abgeschoben, wo er unter viel Tam-Tam einen Plattenvertrag bei Def Jam bekommt. Dort macht er ein paar Tracks, die gelinde gesagt absolute Vollflops sind und disst dann auch noch, um seine verrosteten Skills wieder anzuschieben, bissl den Fuffi. Beeeeep – bad idea!

Das obrige Video zeigt, wie Fuffie den verdatterten Shyne bei einer Radio-Call-In-Show rund macht und dafĂŒr immer wieder von Def Jam aus der Leitung gekegelt wird. Funny as hell.

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A propos der Puffy: Der ist halt ein moderner Papa und kĂŒmmert sich liebevoll um seine Kinder, in diesem Fall sein vierjĂ€hriges Töchterchen Chance. Wie geil ist es eigentlich, dass der Kerl sein typisches Adlib-Tourette (“Thake that!”, “DonÂŽt Stop!”, “Yeah, yeah!”) selbst dann nicht unterdrĂŒcken kann, wenn seine Tochter singt? Hammer, so mach ich das ĂŒbrigens auch, wenn ich auf mein MĂ€dele aufpasse.

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Das “Rock The Bells”-Festival mit seinem diesjĂ€hrigen Wahnsinns-Line-up hatten wir ja auch bereits vor ein paar Posts (zur Erinnerung: Snoop Dogg, A Tribe Called Quest und der komplette Wu-Tang-Clan performen ihre Klassiker-Alben “Doggystyle” bzw. “Midnight Marauders” und “Enter The 36 Chambers” von A bis Z, Premo macht ein Gangstarr-Tribute u.v.m.).

Jetzt sind natĂŒrlich die ersten Videos vom diesjĂ€hrigen Rock The Bells im Netz und, verdammte Scheiße, ich wĂ€re wahnsinnig gern dabei gewesen. Exemplarisch sei an dieser Stelle obiges Video vom gemeinsamen ATCQ-Busta Rhymes-Auftritt empfohlen, ansonsten mal in youtube schwelgen 


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Der Skate- und Streetwear-Brand DC Shoes hat fĂŒr sein neuestes Musikvideo-Infomercial die Cool Kids verpflichtet. Neonleuchten, ein ĂŒbergepimpter Ford Fiesta (der von DC Shoes-GrĂŒnder und Rallyefahrer Ken Block durch die Arena gedrĂŒckt wird), Graffiti-Drips, ein paar Schnittchen, dope Beats und Rhymes und natĂŒrlich Schuhwerk von DC und fertig ist Gymkhana THREE.

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Auf 80ies-Sex-Rap-Schmuddeleien und FĂ€kalwitze ist Simon Rex a.k.a. Dirt Nasty abonniert: Der ehemalige MTV-VJ, Schauspieler und gefragte Video-Gast (u.a. Ke$ha, LMFAO) hat vom großen Alchemist ein reduziert-schiebendes Brett geschneidert bekommen. (Und dass der Bub ziemlich “nasty” ist, wissen US-Boulevard-Leser spĂ€testens als bekannt wurde, dass Rex frĂŒher in ein paar Schwulen-Wichs-Filmchen mitgespielt hat …)

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Mein Geheimfavorit derzeit ist Black Milk: Der Detroiter MC und Producer ist meiner Ansicht nach der einzige legitime Nachfolger des großen Dilla. FĂŒr sein “Deadly Medley” hat er denn neben Royce da 5″9 auch gleich Dillas alten Slum Village-Homie elZhi ins Boot geholt.

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… und weil draußen grad so schönes Wetter ist, legen wir gleich eine kleine Dancehall-Runde ein (Dancehall ist fĂŒr mich einfach Sommermucke). Spragga Benz legt nach “Shotta Culture” mit einem weiteren Brett aus dem Hause Salaam Remi nach. Muss man laut hören, der Tune macht Laune wie “The Expendables” gucken mit einem Sixer Bier und deinen besten Kumpels.

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Im Vergleich zu Spragga Benz gibt es bei Rick Ross-SchĂŒtzling Magazeen keine Bikinipartys, sondern Baaad Maaan-Genuschel und Knarren fĂŒr alle. Der Boss springt auf den Riddim mit auf und hey – da ist ja auch wieder unser Koksnascher Gunplay zu sehen!

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Und was passiert, wenn man es mit dem Ticken ĂŒbertreibt? Richtig – man landet im Knast. Und das ist es sicherlich bei weitem nicht so lustig wie im neuesten Video der ehemaligen “War Report”-Geschichten-aus-dem-Dealer-Alltag-ErzĂ€hler Capone-N-Noreaga. Faith Evans an der Hook, Joell Ortiz mit nem Knast-Ulk-Cameo, 100 Punkte fĂŒr den Blödel-Humor (Zitat: “If you give him your cornbread now then by next week youÂŽll be clipping his toe nails and washing his drawers!”).

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Aber zurĂŒck zum Drogenmissbrauch: Statt einen auf Gunplay zu machen, sind Smoke DZA und Den10 eher die GrĂŒnzeug-Freunde. Kein Wunder, wenn man aus dem Umfeld von Curren$y, Wiz Khalifa und Co stammt.

Der Track ist auch gleich der Opener zu Smoke DZAs aktuellem Mixtape “George Kush Da Button”, das es auf DZAs myspace-Seite und bei djbooth.net zum Free Download gibt. Beats stammen u.a. von Ski Beatz und Big K.R.I.T., aktuelle NetzphĂ€nomene wie Curren$y, Mickey Factz oder Dom Kennedy haben Gastparts am Mic. Weitere Hörprobe gefĂ€llig?

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Hoppsa, schon sind wir in der Mixtape-Corner und bleiben gleich bei Big K.R.I.T.: Der hat mit “Big K.R.I.T. wuz here” ein wirklich beachtliches und hochgradig empfehlenswertes Mixtape abgeliefert, das er obendrein auch komplett in Eigenregie produziert hat (singen kann er ĂŒbrigens auch).

Auf sehr musikalischen und abwechslungsreichen Beats fernab von Dirty South-Synthie-Geballer erzĂ€hlt Krit in seinem breiten Mississipi-Slang mal ĂŒberheblich, mal sehr ehrlich und persönlich vom Hustle als ungesignter KĂŒnstler, den Verlockungen des Lebens und seinen TrĂ€umen.

Sehr schönes Ding und wirklich uneingeschrĂ€nkt empfehlenswert, ist bei mir seit Wochen auf Heavy Rotation – das Teil gibt es als Free Download auf djbooth.net, wo K.R.I.T. es selbst geleakt hat. (Auf hypebeast.com gibt es eine sehr passende und lesenswerte Review zu dem Album).

Anspieltipps: “Just Touched Down” (Track 3), “Children of The World” (8), “Moon & Stars Feat. Devin The Dude” (13), “I Gotta Stay” (17).

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So, last but not least, gell, das Beste kommt zum Schluss: Den viel (und zu recht) gehypten Theophilus London hatten wir an dieser Stelle auch schon ein paar Mal – nun hat der ungewöhnliche MC aus Brooklyn ein mit viel Liebe zusammengestelltes Mixtape veröffentlicht.

Und das Wörtchen “Mixtape” darf man durchaus wörtlich nehmen: TL hat fĂŒr „I Want You“ einfach Instrumentals und Tracks genommen, die ihm gefallen, und ein paar Strophen / Takte dazu beigetragen.

Die Bandbreite reicht von Ellie Goulding und Dam Funk ĂŒber Vampire Weekend und Erykah Badu bis zu Marvin Gaye und Stevie Wonder. Dazu gibt es AusflĂŒge zu LA Electrofunk, Cosmic Disco, House, Afrobeat und Soul sowie ein Exclusive seines Projekts Chauffeur, das er gemeinsam mit – Achtung, jetzt kommtÂŽs! – Sam Sparro und Mark Ronson betreibt.

Klingt also so wie die Mixtapes, die man frĂŒher fĂŒr seine Kumpels oder MĂ€dels, die man anbetet, gemacht hat. (Gehostet wird das Ganze von der bezaubernden Va$htie.)

Hater nennen sowas vielleicht Skinny-Jeans-Fensterglas-Rap – fĂŒr mich ist es open minded und eklektisch. Das Mixtape gibt es auf seiner Homepage zum Free Download.

Anspieltipps: “Starry Eyed (remix)” (Track 4), “Hey Wonderful” (7), “Accept The New” (10), “Dont Be Afraid” (13) und “Life Of a Lover” (15).

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So, das wÀrs mal wieder, wir sind raus wie Soulja Boys BRAVO-KompatibilitÀt

Peace, Le Mischi fĂŒr Yo! KTV Raps

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PS: Komm, einer geht immer noch: die SoulsĂ€ngerin Jazmine Sullivan hat mit ihrer Single “Holding You Down” den amtlichen R&B-Übertune des Sommers an den Start gebracht. Vor allem die Eastcoast-Rap-Szene ist auf den Track angesprungen und pumpt Remixe und Freestyles am laufenden Band aus (u.a. Wale, Fat Joe, Lloyd Banks, Grafh,…).

Kein Wunder: Der Track erinnert an die goldenen Zeiten, an Mary J. Blige, Lauryn Hill, Yvette Michelle, you name it (der offizielle Remix hat ĂŒbrigens Mary und Swizz Beatz an Bord).

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Und – ganz frisch reingekommen – das offizielle Video zu Cee-Lo Greens Internet-Hit “Fuck You”, auf diesem Blog neulich schon mal in der Vorabversion angepriesen. Toller Track, tolles Video, toller Typ. Point blank.

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