Meine Musterung

(Bild Spiegel.de)

Über ein mediales Sommerloch konnte man sich 2010 kaum beschweren. Themen en masse. Ballerndes Kreuzfeuer wohin man blickte. WĂ€hrend wir Stuttgarter uns darĂŒber wundern, warum sich ganz Deutschland ĂŒber Stuttgart wundert, will der Karl die Armee sanieren und die Wehrpflicht abschaffen. Keine Wehrpflicht bedeutet auch kein Zivildienst.

Das mag jetzt etwas abwegig klingen, aber ich wusste schon circa mit 12, dass ich nicht zum Bund gehen werde, sondern eines Tages schön verweigere. Mag hauptsĂ€chlich daran liegen, dass mir meine Mutter frĂŒhzeitig immerzu die vermeintlichen Horrorgeschichten von ihrem dienenden Bruder, also meinem Onkel, erzĂ€hlte.

Zum anderen weil ich als Fashionblogger der 89er Pioniergeneration Uniformen abschreckend fand und außerdem kein Bock hatte, mich rumkomandieren bzw. schikanieren zu lassen. Heutzutage denke ich ĂŒbrigens ab und zu, dass es vielleicht doch eine ganz interessante Erfahrung gewesen wĂ€re.

Egal ob Bund oder Zivi, wir heranwachsenden JĂŒngelchen mussten oder mĂŒssen alle unter den Augen des Bundesadlers dieselbe Prozedur durchlaufen: Die Musterung.

Kurz nach deinem 18. Geburtstag flattert ein Brief ins Haus, in dem steht, dass du jetzt wehrpflichtig bist und doch bitte mal beim Kreiswehrersatzamt deines Vertrauens vorbeischauen sollst. Wird auch heute in der StZ groß ausgedappt („traumatische Erfahrung“).

An meine Musterung musste ich in den letzten Wochen im Zuge der Karl-Diskussion öfters mal denken. Ganz ohne Trauma. Sondern stets mit einem leichten LÀcheln.

Man wusste natĂŒrlich, dass das kommt. Ist nen GesprĂ€chsthema unter Jungs, so spĂ€testens ab 16. Liegt stark an dem Mythos Hodengriff. „Da kommt dann ne geile Krankenschwester und langt dir mal so richtig ordentlich an die Eier!“

Yeah endlich! Dass dir eventuell ein etwas Àlterer Arzt an den Sack gehen könnte, wurde kategorisch ausgeschlossen. Das kleine bisschen Kopfkino wollte man sich wohl nicht kaputt machen.

Zum anderen spekulierte man im Vorfeld, zumindest war das in meinem Freundeskreis so, aus welchem Grund auch immer (mein RĂŒcken, meine Knie, meine Augen, also lauter unbedeutende Sperenzchen) auf T5. Heißt untauglich. Kein Einzug. Egal ob an der Waffe oder z.B. in einem Altersheim. Das muss man sich mal vorstellen: Man wollte ums Verrecken, bzw. ums VerdrĂŒcken, eine körperliche Null sein.

SpĂ€ter ĂŒberlegte man sich, wie man fĂŒr den einen Tag X seinen Körper auf Null setzen konnte, also z.B. intensiver Alkohol- und Drogengenuss die Nacht zuvor. „Lass ma Pilze kochen.“ Oder spontaner Kreuzbandriss beim Skaten. VerrĂŒckt.

Mit 18 war mein Alkoholkonsum noch sehr, sehr mĂ€ssig, andere Drogen spielten ĂŒberhaupt keine Rolle, also machte ich mich im FrĂŒhjahr 1995 völlig nicht manipuliert auf den Weg ins Kreiswehrersatzamt in der Heilbronnerstraße. Weiß nicht ob das heute noch dort ist.

Im Detail kann ich mich an gar nicht mehr so genau an die einzelnen Untersuchungen erinnern. Hat ne ganze Weile gedauert und man ist quasi so ein Parcour durchlaufen, mit Pausen zwischendurch. Wiegen, messen, Kniebeugen, Urinprobe, Befragung nach Genussmitteln.

An eine geile Krankenschwester oder attraktive Ärztin kann ich mich definitiv nicht erinnern. Und, ich will keinen Mythos begraben, aber ich bin mir zu 99 Prozent sicher, dass mir NICHT an die Eier gelangt wurde. Die Leistenbruchdiagnose auf diese Art und Weise blieb bei mir aus.

Vielmehr erinnere ich mich an eine – fĂŒr mich – legendĂ€re und gerne erzĂ€hlte Szene, die sich im Warteraum abspielte. Nur zwei Jungs, er und ich. Wir beide in Shorts und Socken, also mehr oder weniger eine ansehliche Szenerie. Er recht groß, sympathisch. Prompt sind wir ĂŒbereinander hergefallen… nein. Wir sitzen also da und ich versuche ein GesprĂ€ch anzufangen.

„Und, was machst Du dann so? Bund? Zivi?“, fragte ich.

„Ach weisch, ich bin eh untauglich.“

„Äh hĂ€, warum weißt du das so sicher?“

„Meine Augen sind schlecht.“

„Haha, guter Gag, dann bin ich auch untauglich!“, und zeigte auf mein Nasenfahrrad. Er blieb cool und fragte: „Kurzsichtig? Wie viel Dioptrien?“

„Ha, eisenharte 1,5 Minus!“ (FĂŒr alle Ahnungslosen: 1,5 ist nen Witz, fast noch Adlerauge, fĂŒhlte mich damals trotzdem schon schwer untauglich.) Der Kollege lĂ€chelte nur mĂŒde und sagt Worte, die ich nie vergessen werde:

„Siehste, ich hab 12 Minus.“

„12 Minus?! Oh mein Gott, ich dachte immer bei 12 ist die Skala zu Ende!“

„Ne, geht bis 15.“

Schon wieder was gelernt. Mann, hatte ich ab dem Moment Mitleid mit dem Kerle und sah dann erst, wie dick seine Augenlider waren – von den Linsen. FrĂŒher, meinte er, ging seine Brille in Richtung Panzerglas. Kurz darauf verabschiedeten wir uns, und ich wĂŒnschte ihm alles Gute.

SpĂ€ter wurde mir dann das Ergebnis mitgeteilt. In einem großen BĂŒro sass vor mir ein wahrscheinlich hochrangiger, verdienter Soldat im grauen Anzug, Mitte, Ende 40, akurater Scheitel, wie sie gerade wieder in sind, seine Stimme klang blechernd-militĂ€risch und ĂŒberaus laut. Hat wohl frĂŒher viele Befehle verteilt.

Hinter dem Schreibtisch wirkte er nun ein wenig wie eine Karikatur, dachte ich mir. Ich musste mir jedenfalls bei folgendem, ungefĂ€hren Dialog das Grinsen stark unterdrĂŒcken.

„Herr Elbert, die Untersuchungen haben ergeben, sie sind verwendungsfĂ€hig mit gewissen EinschrĂ€nkungen, also Tauglichkeitsgrad 2.“

Fett, dachte ich mir, T2 ist halt jeder, massiver Durchschnitt, also entweder T1 oder T5, dazwischen gab es fĂŒr mich nix, war leicht gekrĂ€nkt. Nee, eigentlich nicht.

„Ihnen steht eine Vielzahl von Möglichkeiten bei der Bundeswehr zu, allerdings können sie z.B nicht zu den FallschirmjĂ€gern oder zu den GebirgsjĂ€gern.“

„Ähm, will ich auch gar nicht, ich werde nĂ€mlich verweigern.“ Ätsch. Hab ihn massiv bei seinem Vortrag unterbrochen, als er gerade so richtig in Fahrt kam und seinen Verein anzupreisen versuchte.

„Ach so“, meint er leicht stutzig.

„So siehts aus.“

„Gut Herr Elbert, dann warten wir auf ihr Verweigerungsschreiben.“

Man muss nĂ€mlich wie in einem Schulaufsatz begrĂŒnden, warum man verweigert.

Gibt’s auch so Anekdoten, dass man, wenn der Schrieb nicht schlĂŒssig ist, man zum persönlichen GesprĂ€ch andackeln muss, wo sie den potentiellen Zivi-AnwĂ€rter regelrecht auseinandernehmen. Von wegen was machste wenn der Feind dein Haus stĂŒrmt und so. Dann wehre ich mich. Und wo haben Sie das dann gelernt? Ging aber mit einem Schrieb alles glatt bei mir.

Mein Zivi war toll. Hab zwei gute Typen kennengelernt. Dazu vielleicht mal an anderer Stelle mehr. Nachm Zivi war aber erst mal meine Birne hohl oder ich hell wie Tunnel, wie der Nachbar immer sagt. Zumindest hohl, wenn man meinte, man mĂŒsse im Anschluss Physik studieren.

43 Comments

  • Senti sagt:

    Lustig hab grad in der STZ ein Artikel ĂŒber die Musterung gelesen. lustigerweise ist der im Feuilleton bzw Kulturteil… Lesenswert.

  • martin sagt:

    def. lesenswert und oben auch verlinkt. ĂŒber die platzierung hab ich mich auch etwas gewundert

  • franz von assisi sagt:

    war auch in der heilbonnerstr. und mir wurden definitiv nicht die eier gekrault.

    allerdings hats bei mir 3 verweigerungsschreiben gebraucht, bis die das geschluckt haben.

  • vanDamme sagt:

    Nee, es gab auch kein “Eierschaukeln”, das ist echter Mythos, und auch sowas gab es gerade in der Heilbronner Straße (denn da musste ich auch hin!) nicht, auch wenn wir alle aus der Clique fest mit folgendem Szenario gerechnet hatten:

    http://www.ilbaluardo.com/Cove.....0Front.jpg

    Allerdings weiß ich noch, dass uns Buben unter dem Skrotum der Finger des alten Amtsarztes recht hart rein gedrĂŒckt wurde und wir dann gleichzeitig krĂ€ftig husten mussten – wer das erotisch fand, der war unter UmstĂ€nden beim MilitĂ€r jedenfalls defintiv gut aufgehoben; ich habe mich vorsorglich jedenfalls dagegen entschieden!

  • kutmaster sagt:

    Obwohl das GebĂ€ude in der Heilbronner Str. – zumindest damals als ich dort hinzitiert wurde – recht neu war, roch es dort ziemlich miefig. Die Arztzimmer samt GerĂ€tschaften sahen aus wie aus den 50ern.

    Der Typ zum Schluss, der unter der Fahne sass und mir meine potentiellen, grandiosen Berufsmöglichkeiten im Heer aufzÀhlte, wirkte ein wenig wie eine alte Wachsfigur, die man, vor 20 Jahren dorthin gesetzt, mal wieder abstauben sollte.

    Ich war heilfroh, nach ner gefĂŒhlten Stunde den Laden wieder zu verlassen und hab dann verweigert.

  • martin sagt:

    stimmt krupa, da sah es echt aus wie in den 50ern. und ich glaub wir reden ĂŒber denselben typen 😉

  • Martin Sp. sagt:

    FrĂŒher (TM), also Anfang der 80er, wurden alle Verweigerer “geprĂŒft”. Man musste nichts schreiben, sondern kam sofort in die mĂŒndliche Verhandlung. D.h. wer nichts schrieb, kam in die Verhandlung, und war schon durchgefallen.

    Da saßen also drei so Gestalten, und fragten so nette Sachen wie den beliebten GewalttĂ€ter im Wald, und man selbst hat rein zufĂ€llig eine Waffe dabei. Das ich nie eine Waffe anlangen werde zĂ€hlte dabei nicht. Ein weiterer Punkt, ich hatte damals keinen FĂŒhrerschein, und selbst heute immer noch keinen. Es war so die Zeit, als in Bremen einem die Verweigerung nicht geglaubt wurde, weil er einen FĂŒhrerschein hatte, und nicht ausschließen konnte, das er niemanden ĂŒberfĂ€hrt.

    Also wie gesagt, ich hatte keinen FĂŒhrerschein. Egal. Ich hĂ€tte ja einen machen können, und hĂ€tte dann das selbe Problem. Also drei GrĂŒnde, warum ich durchgefallen bin.

    Ich war zwar trotzdem nicht beim Bund (lange Geschichte, 11 Jahre lang um genau zu sein), aber diese drei Gestalten habe ich immer noch gefressen.

  • Tobi Tobsen sagt:

    T5 😀
    eier kraulen gabs bei mir nicht, konnte relativ schnell wieder abhauen nachdem ich meine atteste vorgezeigt und den urinprobenbecher rand voll – sogar mit hĂ€ubchen 😀 – abgegeben hatte.

    btw: bei mir in der stufe war einer, der nach seiner musterung wegen sexueller nötigung angezeigt wurde, weil die Ă€rtzin meinte, er soll seine vorhaut zurĂŒck ziehen und er fargte “wie oft” ahahahah! GENIAL UND WAHR!

    das beste an dem ganzen szenario war, dass ich 1 tag nicht in die schule musste und ich glaub 100 mark oder so bekommen hab..

  • martin sagt:

    schulbefreiung ja, aber 100 mark? warum das denn? kann ich mich nicht dran erinnern. und warum bist oder warst du T5?

  • Thorsten W. sagt:

    Also das Eierkraulen gab’s bei mir – oder das von VanDamme beschriebene Prozedere, so genau weiß ich das nicht mehr… Auf jeden Fall bĂŒcken und husten. Ähöm.

    Der Typ am Schreibtisch wusste allerdings schon, dass ich verweigern will, und entsprechend “reserviert” war er dann auch.

    Die Verweigerung selber hab ich auf 3 A4-Seiten runtergeschrieben, obwohl schon damals auch ohne Internet schon diverse Vorlagen kursiert sind…

    Ach ja… T2

  • Tobi Tobsen sagt:

    kp warum ich da geld bekommen hab, bin mir aber ziemlich sicher dass es zwischen 50 und 100 ökken waren, weil ich mir von der kohle n neues deck gekauft habe ^^

  • Bernd sagt:

    Der Staat gibt freiwillig den Zugriff auf die Körper seiner BĂŒrger auf. Da wĂŒrde sich Foucault aber wundern, aber wahrscheinlich hat er, der Staat, solche miefigen Methoden ja dank modernster Technik schlicht nicht mehr nötig.

  • vanDamme sagt:

    Das mit den 3 A4 Seiten kann ich bestÀtigen. Als T1 bis T2 hatte man es EXTREM schwer, zu verweigern!
    Als T1ler musste ich – und das ist kein Witz – das Protokoll eines PfarrgesprĂ€chs vorlegen, in dem mir die moralische UnfĂ€higkeit des FĂŒhrens einer Waffe attestiert wurde!
    Tobi, 100 Mark gabÂŽs leider nicht, ich habe 4,20 Mark fĂŒr die Anreise aus Feuerbach und zurĂŒck erstattet bekommen. Oder kamst du aus Kiel angereist? Auf jeden Fall ist die Anzeige wegen sexueller Nötigung sehr lustig, wir haben hier gut gelacht!

  • martin sagt:

    wann war das, vD?

    also wie oben geschrieben war das bei mir als T2ler 1995 ĂŒberhaupt kein problem… ich hab auch 3 dinA4 seiten zusammengekratzt und das wars. keinerlei nachfragen und nix.

    stimmt, es gab max. nen fahrtgeld.

  • martin sagt:

    “btw: bei mir in der stufe war einer, der nach seiner musterung wegen sexueller nötigung angezeigt wurde, weil die Ă€rtzin meinte, er soll seine vorhaut zurĂŒck ziehen und er fargte “wie oft” ahahahah! GENIAL UND WAHR!”

    😀

  • vanDamme sagt:

    @ martin: Meine war im FrĂŒhjahr 1995 und mir wurde schon bei der Musterung gesagt, dass ich es sehr schwer mit der Verweigerung hĂ€tte, weil ich mit T1 eben ĂŒberall eingesetzt werden könnte und notfalls auch “was ohne Waffe” machen könnte.
    Yo, und dann bin ich zum Pfarrer Schaad nach St. Josef in Feuerbach gegangen und habe mir mein AufsÀtzle unterschreiben lassen!

  • martin sagt:

    okay, same generation, dann kann ich ja wiederum von glĂŒck sagen, dass ich nur T2 war. weil mit Pfarrern hatte ich es jetzt auch noch nie so… 😉

  • Thorsten W. sagt:

    Ich wusste auch nicht, dass es da einen Unterschied zwischen T1 und T2 gab… Ich hatte wie gesagt schon vor der Musterung verweigert, und hatte auch nie Zweifel dass es klappt… Wobei wir glaube ich die erste Generation sind bei der es so einfach war – davor musste man ja noch vor Gericht ziehen…

  • julia sagt:

    pfffff wann gehts mal wieder um schuhe, taschen und schmingeee? 😛

  • Martin Sp. sagt:

    Jaja, Julia, dabei wĂŒrdest du doch sicher gerne ein paar Kerle mustern 😉

  • julia sagt:

    hihi 😉

  • franzi sagt:

    das kreiswehrersatzamt ist immer noch in der heilbronnerstr. ab und zu sieht man da mal so kleine jungs rauskommen die dann ganz verstört in die u-bahn steigen 😉 wer weiß, was die heute so mit denen machen…

  • felix sagt:

    bei mir als jungspund ist das ja no net so lang her gell
    das einzig traumatische war um 7:30 da antanzen zu mĂŒssen nur um sich da den arsch breit zu hocken.

  • Philthy sagt:

    irgendwo wurde bei mir auch gedrĂŒckt und ich sollte husten, ob das das jetzt die eier waren oder weiter hinten weiß ich nicht mehr. bei uns in der clique gabs noch die geschichte, dass wenn sich bei einem was regen sollte wenn einem die (geile) krankenschwester an die eier geht, sie mit nem löffel draufschlagen. 😀
    hab aber auch verweigert und finde zivi ne wichtige erfahrung, die sicher vielen jungs auch mal den kopf zurecht rĂŒcken kann…

  • martin sagt:

    gebe ich dir absolut recht, abgesehen davon dass es dich vielleicht “geistig” hinsichtlich eines evt. spĂ€teren studiums etwas ausbremst, nimmt man da doch bissle was mit fĂŒrs leben.

    aber ist ja wohl endgĂŒltig vorbei nun, wie ich jetzt auch nochmals gelesen habe.

  • Chris266 sagt:

    ich war in der Olgastraße zur musterung in die Heilbronnerstr. sind die glaub erst 91/92 gezogen… scheisse bin ich alt 🙂 fĂ€nde es schade wenn es keine Zivis mehr geben soll, wer hilft mir dann bald ĂŒber die straße…

  • Fidi sagt:

    nĂ€chstes Thema Frauenthema bitte!! 🙂

  • oli sagt:

    wir haben’s immer EKG (eier-kontroll-griff) genannt 😉 welche prozedur das jetzt war, weiß ich nicht mehr. “husten sie mal bitte” halt eben. bĂŒcken musste man sich net und von einer geilen krankenschwester war diese eins sechzig große robuste krankenschwester auch weit entfernt.

    T2, btw.

    mir hat damals (`95/96) ein pfarrer in meinem wohnort auf den fildern bei der formulierung der verweigerung geholfen. ging perfekt durch das ding. ich war nur etwas spĂ€t dran und musste daher nochmal antanzen zur “eignungs- und verwendungsprĂŒfung”. meine zeit als zivi möchte ich auf keinen fall missen.

  • Clemens sagt:

    das mit den augen kenn ich nur zu gut.

    ich war bei der musterung, zeigte meinen brillenpass vor (-8,5 dioptrien), das wurde dann noch genau ĂŒberprĂŒft ob das auch stimmt.
    auf den rest der musterung wurde verzichtet und ich war nach ca 20 min draussen: T5.

    Zwei Wochen danach stand meine Augenlaserung an und ich war schon am nĂ€chsten Tag bei 0,0 Dioptrien. Als ich meinen Augenarzt fragte ob die mich jetzt nochmal mustern könnten, meinte er: keine Ahnung, aber wĂŒrde glauben ausgemustert sei ausgemustert 🙂

  • Ken sagt:

    bin damals 92 mit meiner Ă€ltesten brille hin und “komischerweise” komplett durch den sehtest durchgefallen. dann durfte ich noch zu meinem augenarzt, der mir eine bescheinigung ĂŒber meine damalige sehschwĂ€che ausgestellt hat und schwupps war ich t5! 🙂

  • Joris sagt:

    @vanDamme: Eiergriff in der Heilbronner Straße gabs. Zumindest 1999, als ich dort war. Vielleicht war es ja auch nur was, was die Ärztin gerne mal so gemacht hat, wenn es ihr langweilig war.

  • Senti sagt:

    Was jetzt genau der unterschied zwischen T1 und T2 ist, weiss ich auch nicht aber ich war damals 3 cm zu klein fĂŒr T1, mit T2 hĂ€tte man aber auch einiges machen können in dem Verein, nur nicht die Jobs fĂŒr die man Gardemaß brauchte… naja, hab jedenfalls problemlos verweigert. Waren glaub nur 2 oder 3 DinA4 Seiten…. Musste auch in die heilbronnerstrasse damals, husten musst ich auch, genaueres hab ich verdrĂ€ngt ;o
    Schulfrei gabs, aber Geld gabs da sicher keins, fahrtgeld fĂŒr eine vvs Zone wollten die mir geben. Hab dann gesagt das können sie behalten, sei mein Beitrag zum Wohle des Staates.

  • Martin Sp. sagt:

    T1 ist uneingeschrĂ€nkt tauglich, auch fĂŒr die Scheißjobs (GebirgsjĂ€ger, Marinetaucher, Jetpilot und so Zeug). T2 ist sozusagen normal, also “normale” Fehlsichtigkeit, FĂŒllungen in den ZĂ€hnen, das Zeug halt.

    Ich war bei der ersten Musterung T2, bei der zweiten T3 und bei der dritten T4. T4 ist ein Jahr zurĂŒckgestellt. In dem Jahr ist das Einzugsalter von 32 auf 29 runter gesetzt worden, und ich war diesen Militaristenverein endlich los. Ich wollte ja Zivi machen, aber wenn ich nicht darf…

  • Naddi sagt:

    Ein Freund von mir ist Veganer. Der wollte verweigern, oder durfte eh nicht, oder so und die haben ihn dann trotzdem ausversehen eingezogen. Da er aber auch kein Leder etc. traegt (gehn ja auch Tiere fuer drauf), ist er dort 3 Tage lang mit Turnschuhen rumgelaufen, extra Jacke, extra Essen, usw…die waren sehr froh als sie ihn wieder los waren! – Und er auch!

  • bernd sagt:

    T5! und ich durfte wĂ€hlen ob ich die Untersuchung abbrechen will oder fortsetzen will, ich hab mich natĂŒrlich fĂŒr zweitens entschieden und kann so voller stolz berichten dass auch ich husten durfte 😀

    aber ich finds schon komisch, da sitz man im wartezimmer mit ner hand zusammengewĂŒrfelter jungs und alle sitzen so rum in shorts und schlappen und schweigen sich an … schon bissl strange, aber wir hamÂŽs hinter uns 🙂

  • TG sagt:

    Musterung fand ich jetzt nicht so tragisch…war außer mir denn keiner beim Bund? Die ersten zwei Monate waren emotional wie Full Metal Jacket…die letzten acht dann wie Ein KĂ€fig voller Helden. Insgesamt dann doch ganz ok…und kĂŒrzer!

  • westernbasti sagt:

    boah, ich hab da damals sage und schreibe 6h zugebracht, allerdings ohne eierkraulen und husten… zum glĂŒck! bei uns kursierte damlas das gerĂŒcht, das man keinesfalls ausgemustert wird, falls man sagt das man sowieso verweigert. daher bekam ich das volle programm… zuerst durfte ich erstmal zum computer-gestĂŒtzten intelligenztest bei dem ich mich dann wie ebendfalls von bekanntem empfohlen so dumm wie möglich angestellt habe, so dumm das ich schon bei den probefragen zu beginn, bei denen die richtige antwort auf dem bildschirm vorgegeben war, es geschafft habe mit drei falschen antworten den pc zu sperren. also musste ich den aufseher rufen, der mit dem kommentar : sie machen doch abitur, können sie nicht lesen?!?!” das ding wieder freigeschaltet hat… mit der ausmusterung hats trotzdem nicht geklappt, also verweigert und zehn monate im altersheim geschufftet…. dafĂŒr gabs noch den zivi-lehrgang als absolutes highlight, eine woche ausnahmezustand in einer “jugendherberge” am arsch der welt….

  • Annette sagt:

    KĂŒrzlich hatte ich es mit einem Freund davon, der erzĂ€hlte, was fĂŒr ein Act es noch Mitte der 80er war, sich aus dem Dienst an der Waffe rauszuargumentieren. Er ist da mit Anwalt und allem aufgelaufen und hat wohl trotzdem 3 AnlĂ€ufe gebraucht.

    Heute wird ja einfach mal so schon die HĂ€lfte gar nicht eingezogen. Ohne triftigen Grund.

  • martin sagt:

    nimmer viel los in den kreiswehrersatzÀmtern.

    http://www.spiegel.de/panorama.....32,00.html

  • Face8a sagt:

    Unglaublich dass ich diese Perversion von so einem arroganten dahergelaufenen Weisskittel mit mir habe machen lassen. Ich weiss gar nicht was das fĂŒr eine legitimierte Geilheit war hunderte von Penissen pro Woche geknetet zu haben.

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