Stuttgarter Appell

Gestern wurde in der Stuttgarter Zeitung auf einer halbseitigen Anzeige der Stuttgarter Appell ver├Âffentlicht, der diese Woche schon via Facebook die Runde machte.

Der Stuttgarter Appell richtet sich sowohl an Bef├╝rworter als auch Gegner von Stuttgart 21, wird von beiden Seiten unterzeichnet und ruft zu einem sofortigen Moratorium f├╝r alle Bauma├čnahmen im Rahmen von Stuttgart 21 und einem Volksentscheid auf. Bei dem offenen Brief hat man, wie ich finde, einen guten Ton getroffen. Bin ich d’acc├Ârchen.

“Offener Brief┬áan alle Bef├╝rworter und Gegner des Projekts ÔÇ×Stuttgart 21ÔÇť und die demokratischen Parteien in Baden-W├╝rttemberg

Der Streit um das Neubauprojekt ÔÇ×Stuttgart 21ÔÇť und die scheinbar unausweichlich eskalierende Konfrontation zwischen Gegnern und Bef├╝rwortern des Milliardenprojektes haben in j├╝ngster Zeit bedenkliche Dimensionen angenommen.

Der Konflikt tangiert die Stadt, die Region und das Land. Weit entfernt von jedem demokratischen Konsens besteht die gro├če Gefahr, dass diese Konfrontation auf Jahrzehnte hinaus die traditionell von Gemeinschaftssinn gepr├Ągte politische Kultur der Stadt Stuttgart und des Landes Baden-W├╝rttemberg nachhaltig sch├Ądigt. Geht die Eskalation auf diese Weise weiter, wird es nur Verlierer geben.

Sicher bedeutet das Projekt ÔÇ×Stuttgart 21ÔÇť im Falle der Realisierung keineswegs den Untergang des Abendlands. Doch die politische Legitimierung des Projekts, die auf politischen Mehrheitsentscheidungen der Vergangenheit beruht, ist durch die zwischenzeitlich ver├Ąnderten Begleitumst├Ąnde mehr als fragw├╝rdig geworden.

Darauf zu beharren und schlicht eine Unumkehrbarkeit des Projekts aufgrund von Kosten zu proklamieren und unumkehrbare Fakten mit der Abrissbirne zu schaffen, zeugen in dieser Situation von wenig politischer Vernunft.

Es geht in dieser Konfrontation schon l├Ąngst nicht mehr nur um das F├╝r und Wider des Bahnhofprojekts. Es stehen demokratische Traditionen auf dem Spiel, der gegenseitige Respekt und das Vertrauen in ausschlie├člich dem Gemeinwohl verpflichtete demokratische Institutionen.

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Stuttgarter Appells fordern daher die demokratischen Parteien im Stuttgarter Gemeinderat und im Landtag von Baden-W├╝rttemberg auf, sich zu besinnen und alles zu unternehmen, um einen demokratischen Konsens in dieser Konfrontation zu finden.

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieses Appells, darunter erkl├Ąrte Bef├╝rworter und Gegner des Projekts ÔÇ×Stuttgart 21ÔÇť, halten ein sofortiges Moratorium f├╝r alle Bauma├čnahmen und einen unverz├╝glich vorzubereitenden und abzuhaltenden Volksentscheid f├╝r das einzige Mittel, die eskalierende Konfrontation zu beenden.

Sowohl Gegner wie Bef├╝rworter glauben die Mehrheit hinter sich. Nur ein Volksentscheid bringt die Wahrheit an den Tag, die jeder akzeptieren wird. In guter demokratischer Tradition.”

Unter www.stuttgarterappell.de kann man sich eintragen. Die Anzahl der Unterzeichner steigt rasant in die H├Âhe.

Ungeachtet dessen war gestern wieder Gro├čdemo durch die Stuttgarter angesagt. Kam gerade ausm Park und hab zwei Filmchen gedreht. Alles dabei, alle Farben, alle Klassen, alle Generationen.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=u0FBu3MO-tY[/youtube] [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=q2n0deD41vY[/youtube]

Die Polizei spricht von 10.000 Teilnehmern, die Veranstalter von 16.000. Es war auf jeden die gr├Â├čte Demonstration, die ich jemals in Stuttgart gesehen habe. (Und mit ehemals B├╝ro auf der Theo-Heuss hab ich schon glaub jede erdenkliche Gruppierung demonstrieren gesehen.) Der Wurm hat gar kein Ende genommen. War ziemlich beeindruckt.

78 Comments

  • Steffen sagt:

    hab das mit dem offenen Brief jetzt erst zum ersten Mal mitbekommen.

    FInd das alles schwierig. Aber gegen einen Volksentscheid w├Ąre allen gedient..Warum hat man das nicht schon vor ca. 10 Jahren gemacht? Das w├Ąre doch viel einfacher gewesen, alles zu kippen, oder sehe ich das falsch?

    P.S. eben grad hab ich auch abgestimmt und da waren es 5612 Unterst├╝tzer.
    _____________
    http://eye-catcher-stuttgart.blogspot.com/
    (Jeden Tag ein anderer Mensch aus Stuttgart)

  • Sugg sagt:

    Polizei spricht inzwischen von 12000 Teilnehmern (laut SWR).

  • putte sagt:

    Steffen, in 2008 wurden bereits 67000 Stimmen f├╝r eine B├╝rgerbefragung gesammelt. Diese wurde aber aus formaljuristischen Gr├╝nden abgelehnt.

  • tobi2 sagt:

    formaljuristischen Gr├╝nde.. wenn ich das schon h├Âr,wir Stuttgarter sollten es mal wie die Franzosen damals in den Pariser Vorst├Ądten machen und mal richtig auf den Putz hauen dann haben die ihre formaljuristischen Gr├╝nde……..naja vielleicht helfen auch die Trillerpfeifen, aber ich bezweifel das stark….

  • putte sagt:

    Tobi, ich glaube dass das, was in Stuttgart gerade passiert, sehr wichtig f├╝r uns alle ist. Egal ob Kopfbahnhofbef├╝rworter oder Freund des Tiefbahnhofs. Denn wenn mans mal n├╝chtern betrachtet engagieren sich hier B├╝rger aller Schichten, um ihre Belange zum Ausdruck zu bringen. Das passiert in einer Zeit der Politikverdrossenheit und dem Glauben an die Demokratie als solcher. Ausgerechnet in Stuttgart. (!)

    Nach allem, was jetzt passiert ist, werden in Stuttgarts Zukunft keine 67000 Stimmen f├╝r eine B├╝rgerbefragung mehr aus “formaljuristischen” Gr├╝nden abgelehnt. Die Leute im Rathaus und im Landtag wissen nun, dass man ihnen genauestens auf die Finger und ├╝ber die Schultern guckt. Und das ist gut so, egal wie man politisch gesinnt ist.

  • Joris sagt:

    Der Brief liest sich gro├čartig. Vielleicht bringt das tats├Ąchlich eine M├Âglichkeit f├╝r einen Konsens. Ich war ja schon immer ein Fan f├╝r einen gem├Ą├čigten Mittelweg.

  • Philgrooves sagt:

    Wie toll Volksentscheide funktionieren und warum unsere repr├Ąsentative Demokratie immernoch die bessere Variante ist, hat man ja in Hamburg gesehen.

    Bin gespannt wann der Demo-Hype vorbei ist – ich tippe mal im Herbst wenn Schule und Uni wieder so langsam losgehen.

  • putte sagt:

    Demokratie will gelernt sein, von uns allen. Im Kleinen wie im Gro├čen. Das aber geht nicht von heute auf morgen. Alle paar Jahre ein Kreuzchen zu setzen reicht vielen nicht mehr aus.

  • LuisL sagt:

    Volksentscheid? Was waren die Wahlen letztes Jahr?

    Den Volksentscheid gab es schon und S21 hat gewonnen. Nur weil man das nicht akzeptieren m├Âchte hei├čt nicht, dass wir unser ganzes Demokratiesystem ├╝ber den Haufen werfen soll…

  • martin sagt:

    presseecho:

    bild z├Ąhlte “mehrere hundert demonstranten”

    http://www.bild.de/BILD/region.....tgart.html

    ein autor der faz ist f├╝r s21

    http://www.faz.net/s/Rub594835.....ntent.html

  • martin sagt:

    und hier noch eine reportage vom swr, kam gestern

    http://www.swr.de/eisenbahn-ro.....index.html

  • tim1 sagt:

    Unser Demokratiesystem reicht nur dazu aus, sich zwischen Pest und Cholera zu entscheiden. Super!
    Es m├╝ssen g├Ąnzlich neue Ans├Ątze her.

    Ich finde einen sehr interessanten Ansatz stellt die sogenannte LIQUID DEMOCRACY dar.
    Hier ein Artikel dazu in der ZEIT ONLINE:

    http://www.zeit.de/digital/int.....cy-piraten

    Es gibt auch eine sehr gute Podcast-Folge von “Chaosradio Express” zum Thema “Liquid Democracy/Liquid Feedback”:

    http://chaosradio.ccc.de/cre158.html

    Hier eine gute Definition von Liquid Democracy:

    Unter “Liquid Democracy” versteht man eine Mischform zwischen indirekter und direkter Demokratie. W├Ąhrend bei indirekter Demokratie ein Delegierter zur Vertretung der eigenen Interessen bestimmt wird und bei direkter Demokratie alle Interessen selbst wahrgenommen werden m├╝ssen, ergibt sich bei Liquid Democracy ein flie├čender ├ťbergang zwischen direkter und indirekter Demokratie. Jeder Teilnehmer kann selbst entscheiden, wie weit er seine eigenen Interessen wahrnehmen will, oder wie weit er von anderen vertreten werden m├Âchte. Insbesondere kann der Delegat jederzeit sein dem Delegierten ├╝bertragenes Stimmrecht zur├╝ckfordern, und muss hierzu nicht bis zu einer neuen Wahlperiode warten. Es ergibt sich somit ein st├Ąndig im Fluss befindliches Netzwerk von Delegationen.

  • putte sagt:

    Dankesch├Ân tim. Sehr interessant.

    Ich denke auch, dass wir neue Formen ausprobieren sollten. Die Zeit ver├Ąndert sich und wir uns mit ihr. Die parlamentarische Demokratie in ihrer jetztigen Form scheint nicht der Weisheit letzter Schluss zu sein.

  • LuisL sagt:

    Moment, nur weil die Wahlen nicht das Ergebnis hatten welches sich eine Minderheit gew├╝nscht hat, ist pl├Âtzlich unser Demokratiesystem kaputt?

    Ich zitiere einen alten Kommentar von mir hier gerne nochmal:

    “Ca. 63% der Stimmen gingen an Parteien, die S21 ausdr├╝cklich unterst├╝tzen (24,3% CDU, 17% SPD, 11% FDP, 10,3% Freie W├Ąhler). Und das bei einer Wahlbeteiligung von 48,6% (wobei man davon ausgehen kann, dass S21-Gegner diesmal wohl mehr Motivation hatten, w├Ąhlen zu gehen als S21-Bef├╝rworter, was das Ergebnis meiner Meinung nach noch mehr in Richtung Pro-S21 schiebt)
    Nur weil bestimmte Parteien durch Anti-S21-Parolen Stimmen gutgemacht haben gegen├╝ber vorigen Wahlen, hei├čt nicht, dass der Gro├čteil der Stuttgarter gegen S21 ist.

    Nochmals zur Klarstellung, ich finde es gut und bef├╝rworte es, dass Leute sich mobilisieren wenn sie gegen etwas sind. Das ist ihr gutes B├╝rgerrecht, ich finde nur diese ganze ÔÇťDer Gro├čteil der Stuttgarter ist gegen S21? Propaganda der S21-Gegner etwas anstrengend.
    Es ist sch├Ân und gut, dass ihr gegen etwas seid, aber behauptet nicht f├Ąlschlicherweise, dass ich das auch bin ;)”

    Genau das gleiche Thema kommt jetzt auf, wieso sollte ein B├╝rgerentscheid pl├Âtzlich eine Mehrheit hervorbringen die zu den letzten Wahlen nicht bestand?

  • putte sagt:

    LuisL, zu erfahren, wieviele der Menschen tats├Ąchlich f├╝r oder gegen S21 sind, w├Ąre in der Tat sehr hilfreich. S├Ąmtliche Umfagen der letzten Monate sprachen jedenfalls eine deutliche Sprache.

    Man darf zudem nicht vergessen, dass gerade in der letzten Zeit sehr viel zweifelhaftes ans Tageslicht kam. Das ver├Ąndert selbstverst├Ąndlich auch das Meinungsgef├╝ge hinsichtlich dieses sehr komplexen Projekts.

    Meinungen sollten nicht festgefahren sein, sondern ver├Ąnderbar. Gerade dann, wenn weitere Details bekannt werden von welchen man zu fr├╝heren Zeiten noch nichts wusste.

  • Martin Sp. sagt:

    Luis, bei Wahlen geht leider nur alles oder nichts. Ich denke nicht, das jeder W├Ąhler mit allen Punkten der Parteien einverstanden ist, die er oder sie schlu├čendlich w├Ąhlten. Auch kumulieren und panaschieren hilft da nur begrenzt. Mir pers├Ânlich fehlte ganz einfach die Zeit und Muse bei der letzten Kommunalwahl die Positionen aller derer festzustellen, die da zur Wahl standen. Davon abgesehen dass Einzelne zwar durchaus meine Positionen h├Ątten vertreten k├Ânnen, sich im politischen Alltagsgesch├Ąft dem (in meinen Augen verfassungswidrigen) Fraktionszwang unterzuordnen. Ich bin einfach so dreist und vermute, das es vielen W├Ąhlern so geht. Mal ganz davon abgesehen das man diese M├Âglichkeit nur bei Kommunalwahlen hat, sonst bei keiner einzigen Wahl.

    S21 ist auch nicht das einzige Thema, wegen dem alle 4 Jahre gew├Ąhlt wird.

  • putte sagt:

    Ich w├╝rde es sowieso begr├╝ssen m├╝sste ich nicht ganzen Parteien und ihrem Gesamptprogramm meine Stimme geben, sondern den jeweiligen Themen und Standpunkten dieser Parteien.

  • Karl-Heinz Riedel sagt:

    wir (ich) sind gegen diesen gro├čen Geldausgabewahnsinn in solch gro├čem Stile. Anderweitig f├╝r mehr Bildung unserer Kinder und f├╝r mehr Kindertagesst├Ątten
    ist das Geld sinnvoller angelegt.
    Karl-Heinz Riedel

  • LuisL sagt:

    Aber Samstags Hundertschaften der Polizei zu mobilisieren um den gesamten City-Ring zu sperren ist sinnvoll ausgegebenes Steuergeld?

    Und euch “Experten” ist auch bewu├čt, dass das Geld f├╝r Verkehrsbelange nicht aus dem gleichen Pott ist wie der f├╝r Bildung? Insofern ist das Argument irrelevant, da das Geld in ein anderes Verkehrsinfrastrukturprojekt gehen w├╝rde und nicht wild in einen anderen Pott?
    Vielleicht mal ein bi├čchen Zeit in Volkswirtschaftskurse investieren statt in Trillerpfeiffen├╝bungen, dann funktioniert das auch mit dem Verst├Ąndnis eines ├ľffentlichen Haushaltes ­čśë

  • Martin Sp. sagt:

    Oh, wollen wir wieder so eine Diskussion wie bei Rumble in the Jungle? Oder doch lieber ne Diskussion ob der Stuttgarter Appell sinnvoll ist oder nicht? Aber das w├Ąre wohl etwas einseitig, anscheinend ist hier nur eine Stimme gegen die Sinnvolligkeit ­čśë

  • katzenfan sagt:

    der atem meiner katze riecht nach katzenfutter

  • “Ich bin einfach so dreist und vermute, das es vielen W├Ąhlern so geht.” Yep.

  • Busy-Icer sagt:

    Hallo Martin Sp. es gibt da mehr Stimmen aber diese Leute sind es einfach Leid auf die Ignoranz der Gegner zu sto├čen weil diese sowieso keine Gegenargumente akzeptieren ­čśë

  • martin sagt:

    tut zwar nix zur sache, aber beim comment vom katzenfan musste ich gerade daran denken:

    http://www.stuttgarter-zeitung.....rdert.html

  • Busy-Icer sagt:

    lol @ katzenfan ­čÖé
    btw ich m├Âchte noch klarstellen… das ich jetzt nicht 100% daf├╝r aber auch nicht dagegen bin

  • Martin Sp. sagt:

    @Busy-Icer: es geht um den Stuttgarter Appell. Der ist f├╝r Gegner, Bef├╝rworter, und Leute denen die Diskussion nur auf die Nerven geht.

    Miau. Ausgerechnet von den Gr├╝nen. Da sind wohl endg├╝ltig alle Alt-68er mit ihrer freien Liebe ausgetreten ­čśë

  • franzi sagt:

    jetzt werden auch noch die armen katzis mit reingezogen ­čśë

  • Wolle sagt:

    Unterzeichnet vom Flaneur himself. ­čśÇ Nice!!! Btw… Karl-Heinz: Das “Geld-lieber-f├╝r-XY-verwenden-Argument” ist leider in unserem System unm├Âglich. Man kann dar├╝ber streiten, warum das so ist – aber es ist nunmal so. ­čśí

  • Ich hab ├╝brigens eine Version des Stuttgarter Appell-Flyers, auf dem genau folgende 4 Namen in der Liste fettgedruckt sind: Vincent Klink, Edzard Reuter, G├╝nter Sax, Johannes Strachwitz (!!!). Ich schlage vor, Strachi tritt bei der n├Ąchsten OB-Wahl als Doppelspitze mit Cem an. Ach was, mach das Ding alleine, Mega-Multiplikator!

  • martin sagt:

    die ersten 10.000 kamen aber doch recht schnell zusammen

  • morgensonne sagt:

    wie viele unterschriften braucht denn der Stuttgarter Appell insgesammt? und kann man da auch unterschreiben, wenn man nicht in stuttgart wohnt?

  • martin sagt:

    ersteres ist ne gute frage und kann dir sicherlich der putte beantworten, zweitens kann, darf das ding jeder unterschreiben.

  • martin sagt:

    die englische presse sieht noch gr├Â├čere politischere zusammenh├Ąnge

    http://www.independent.co.uk/n.....47321.html

  • julia sagt:

    edzard reuter… war der nicht mal beim doimler?

  • Patrice Grad sagt:

    f├╝hl mich leider auch etwas bedroht von den S21 Gegner… Wie Busy schon meinte: Gegenargumente werde nicht akzeptieren oder man wird gleich doof angefahren… Wurde sogar jetzt auf der Strasse angemacht : ” Hey Patze haben geh├Ârt du bist f├╝r Stuttgart 21. Du bist vielleicht mal ein Assi!”

    Dabei bin ich weder daf├╝r noch dagegen! War der Sache wirklich neutral eingestellt!

  • Sugg sagt:

    “Und euch ÔÇťExpertenÔÇŁ ist auch bewu├čt, dass das Geld f├╝r Verkehrsbelange nicht aus dem gleichen Pott ist wie der f├╝r Bildung? Insofern ist das Argument irrelevant, da das Geld in ein anderes Verkehrsinfrastrukturprojekt gehen w├╝rde und nicht wild in einen anderen Pott?”

    So, jetzt hab ich – als Politikwissenschaftler (soviel Gepose muss in diesem Zusammenhang wohl sein) – mal kurz mein Cola ├╝ber die Tastatur geprustet. Ganz so einfach ist es halt auch nicht. Herr Experte. ­čśÇ

  • martin sagt:

    wie ist es denn wirklich, fragt ein nicht-experte?

  • Sugg sagt:

    “weil diese sowieso keine Gegenargumente akzeptieren”

    Genau! S21-Gegner akzeptieren keine Gegenargumente (au├čerdem sind sie Rentner, rufen st├Ąndig wegen Ruhest├Ârung durch Clubs und Parties die Polizei, sind sie gewaltbereite Chaoten, zu dumm f├╝r volkswirtschaftliche Vorg├Ąnge, etc.), Djs geben ihre Gagen nur f├╝r Koks & Nutten aus, Menschen mit Basis taggen fremdes Eigentum voll, Kessel.tv-Leser interessieren sich grunds├Ątzlich nur f├╝r Turnschuhe und Parties, Stuttgarter sind alle spie├čig und S21-Unterst├╝tzer sind alle bestochen oder naiv.

    ├ťberhaupt finde ich es gut, dass sich 90 % der Diskussionen nicht um das Projekt oder den politischen Umgang damit drehen, sondern um irgendwelche angeblichen Charaktereigenschaften der jeweils anderen Gruppe.

  • franzi sagt:

    @ Sugg: ! ­čÖé

  • Lehenbauer Rose und Arthur sagt:

    man kann nicht mehr ausgeben als man einnimmt:sagte schon unsere Kanzlerin.Unsere Regierenden tun das hemmungslos und wenns schiefgeht, wars nicht vorrauszusehen.Der Steuerzahler wirds schon richten.Wir m├╝├čten uns ,vor unseren Enkeln und Urenkeln eigentlich sch├Ąmen, was wir Diesen f├╝r Chaos ein Hinterlassen,aber es sind ja notwendige Sachzw├Ąnge, den ohne Tiefbahnhof geht nichts mehr.Wir k├Ânnen nur hoffen, das die Quittung bei den n├Ąchsten Wahlen entsprechend ausf├Ąlt.

  • stegoe sagt:

    ÔÇ×(ÔÇŽ) one of Germany’s least attractive provincial capitals (ÔÇŽ)ÔÇť
    Ich glaube es wird Zeit f├╝r einen Leserbrief an den Independent *tztztz*

  • martin sagt:

    kommentar hierzu auch gut:

    ‘one of Germany’s least attractive provincial capitals’

    no it’s not, there are plenty worse than Stuttgart

  • Whiskydrinker sagt:

    @LuisL: Ja, die Parteiendemokratie ist mittlerweile einfach so verfilzt und korrupt, dass dieser ganze Sumpf trockengelegt geh├Ârt und durch eine direktere Form der Demokratie ersetzt geh├Ârt.

    Und was m├Âchtest du uns mit dem Zahlenbullshit sagen? In der DDR waren laut offiziellen Umfragen sogar 99% mit dem System zufrieden. Und jetzt?

    Und mit diesen Mehrheitsrechnereien f├Ąllt mir nur Pispers von etwa 2008 ein: 70% finden die Gro├če Koalition scheisse und 70% finden Merkel gut – wahrscheinlich sind es sogar die gleichen 70%. (Wenn er das erkl├Ąrt kommt das besser. Ich finde leider das Video auf Youtube nicht mehr.

  • Martin S. sagt:

    Ich will mich nicht an Formalien aufgeilen, aber wie würde das Moratorium rechtlich ablaufen? Hat das überhaupt rechtlichen Charakter à la Volksbegehren? Gibt es eine Mindestgrenze an Stimmen die überschritten werden muss und wenn ja, von welchen Personenkreis (Wahlberechtigte in BaWü?) und mit welchen Folgen?
    Angesichts der verh├Ąrteten Fronten finde ich diese “Unverbindlichkeit” eher gef├Ąhrlich. Sonst legt es jede Seite wieder auf seine Weise aus…

  • Hab direkt den Appell unterschrieben, weil mir diese ganzen Diskussionen auf den Sack gehen! ­čÖü

    Ich bin f├╝r Bahn & Spiele: K21-Gegner vs. S21-Gegner kloppen sich im Daimlerstadion. Und RAM ist der C├Ąsar! ­čśÇ

  • Wolle sagt:

    Sugg, kl├Ąr uns lieber mal ├╝ber (BaW├╝) Haushaltsspendings auf. Am besten mit vern├╝nftigen Quellen, jetzt bin ich schon neugierig geworden. Wer A sagt, muss bekanntlich auch…

  • martin sagt:

    kurz vor dem urlaub noch nen aufsatz geschrieben oder schreiben lassen

  • LuisL sagt:

    “4. Es ist eine Illusion zu glauben, dass die EU-, Bundes-, Landes- und Regionalmittel f├╝r Stuttgart 21 f├╝r kommunale Aufgaben, z. B. f├╝r Kinderg├Ąrten, Schulen oder Kultureinrichtungen zur Verf├╝gung stehen w├╝rden. Diese zweckgebundenen Finanzierungsmittel k├Ânnen auch nicht f├╝r ein Alternativprojekt eingesetzt werden, da hierf├╝r keine Planung, keine Planfeststellung und keine Entscheidung von den zust├Ąndigen Parlamenten vorliegt. Diese Mittel w├╝rden in anderen Teilen Deutschlands f├╝r Verkehrszwecke ausgegeben werden. “

  • Daniela sagt:

    Dann mal was sachliches zum Thema sachliche Diskussion:
    http://www.zeit.de/wirtschaft/.....tuttgart21

  • putte sagt:

    Stuttgart tr├Ągt trotzdem Gelder in dreistelliger Millionenh├Âhe in das Projekt.
    Auch Millionen sind noch viel Geld, das sinnvoll investiert werden kann.

  • LuisL sagt:

    Achso und der tolle Appell hat schon massive 20.000 Unterst├╝tzer nach einer Woche.

    Sieht stark aus wie die Mehrheit der 600.000 Stuttgarter B├╝rger ­čśŤ

  • kutmaster sagt:

    Internet <> Realit├Ąt … meine Oma w├╝sste zB nicht mal was eine email-Adresse ist.

  • Proz sagt:

    Wie w├Ąre es wenn man es einfach ganz altmodisch h├Ąlt und dem Spruch folgt:
    So lang Du (B├╝rger), deine F├╝sse unter meinem Tisch hast, wird gemacht was Papi (Stadt) sagt. Ansonsten, da ist die T├╝r und es steht dir frei zu gehen.

  • LuisL sagt:

    @kutmaster: F├╝r diese F├Ąlle gibt es ja die Tolle Sammelliste als PDF die man sich herunterladen, ausdrucken kann und dann “Offline” Unterschriften sammeln kann.

    Die werden dann toll per Post geschickt und Online eingetragen ­čśë

  • kutmaster sagt:

    Ja aber solche Unterschriftenlisten bilden auf keinen Fall die Realit├Ąt ab, da sowas eigentlich immer nur die Hardliner erreicht.

    In M├╝nchen haben die Transrapidgegner glaub ich auch nur 38k Unterschriften gesammelt. In Stuttgart waren es etwas ├╝ber 60k.

  • putte sagt:

    K├Âstliches Photo. Diese Leute wissen auch optisch ansprechend zu ├╝berzeugen. ­čÖé

  • LuisL sagt:

    Ist halt an das Stereotyp der Zielgruppe angepasst ­čśë

  • Pros(i)t Mahlzeit.

    Und Proz: Aus Stuttgart wegziehen ist sicher nicht die L├Âsung. Auswandern vielleicht, aber was einem da bl├╝t, wurde auf diesem Blog ja auch schon zu gen├╝ge diskutiert. ­čśÇ

  • Wolfgangster sagt:

    Zum Brief von OB Schuster:

    1.) Haha -> siehe Gutachten Umweltbundesamt
    2.) Kein Architekt w├╝rde es zulassen, wenn sein Werk in irgendeiner Form amputiert w├╝rde.
    3.) K21 stand von Seiten der Stadt nie ernsthaft zur Debatte, siehe auch unter 4.) -> “…keine Planung, keine Planfeststellung und keine Entscheidung von den zust├Ąndigen Parlamenten…”
    4.) Die meisten Gegner von S21 wissen das. Ich schlussfolgere aus der hier get├Ątigten Aussage, dass das Geld um des Geldes willen verbuddelt werden muss.
    “Diese Mittel w├╝rden in anderen Teilen Deutschlands f├╝r Verkehrszwecke ausgegeben werden” -> bittesch├Ân, an anderen Stellen wird das Geld dringender gebraucht. Unser Bahnhof ist einer der zuverl├Ąssigsten in ganz D.
    5.) “aus B├╝rgerumfragen wissen wir, dass zum Zeitpunkt der ma├čgeblichen rechtsverbindlichen Entscheidungen des Gemeinderats, eine deutliche Mehrheit der B├╝rgerinnen und B├╝rger das Gesamtprojekt Stuttgart 21 bef├╝rwortet hat.” -> warum dann nicht einen B├╝rgerentscheid durchf├╝hren, wenn das Projekt doch so dolle ist und in der Bev├Âlkerung eine breite Unterst├╝tzung erf├Ąhrt?
    “Die demokratisch gew├Ąhlten Vertreter auf der europ├Ąischen -, Bundes-, Landes-, Regions- und Stadtebene haben diesem Projekt mit ├╝berzeugender Mehrheit von ├╝ber 75 % zugestimmt. ”
    Die demokratisch gew├Ąhlten Vertreter wurden aber auch nur gew├Ąhlt, weil im Vorfeld der Wahl von einem B├╝rgerentscheid die Rede war.

    Hier noch etwas “food for thought” (Bilderstrecke angucken):
    http://www.fr-online.de/wirtsc.....index.html

  • LuisL sagt:

    Der erste Teil ist heute morgen abgerissen worden, hoffentlich merken die Gegner jetzt, dass es kein zur├╝ck mehr gibt ­čÖé

    Livestream vom Bahnhof:
    http://www.ustream.tv/channel/5331159

  • JMO2 sagt:

    Unter “abgerissen” versteh ich was anderes

  • LuisL sagt:

    http://foto.stuttgarter-zeitun.....246790.jpg

    sieht mir nach “abgerissen” aus ­čśë

  • Thorsten G. sagt:

    Ich m├Âchte den ganzen Bef├╝rwortern von S21 mal in 10 Jahren ihre Eintr├Ąge zeigen…wenn der Bahnhof steht und man inzwischen festgestellt hat, dass sich die Kosten so massiv erh├Âht haben, dass die Stadt alle F├Ârdergelder aus den Budgets abgezogen hat, um das Finanzloch zu stopfen. Schon alleine die Tunnelbauten und die nicht zu kalkulierenden Risiken m├╝ssten jeden Steuerzahler auf die Palme bringen!

  • dominik sagt:

    Thorsten – gib ma bitte die Lottozahlen von morgen durch!

  • Busy-Icer sagt:

    http://www.spiegel.de/wirtscha.....ml#ref=rss

    “Mehrere Demonstranten beschimpften nach Polizeiangaben die Arbeiter auf dem Gel├Ąnde.”

    sauberle ihr friedlichen demonstranten! diese damen und herren machen nur ihren job! und arbeiten f├╝r ihre rente nicht wie der gro├čteil der deomnstranten die sie schon beziehen.

  • LuisL sagt:

    Oh Snap! Pew pew pew!

  • katha sagt:

    @LuisL: da wurde ein billiges Vordach entfernt. Mehr nicht.

    und Pro-S21 Demos montags um 18 Uhr vor dem Nordausgang stelle ich mir unterhaltsam vor.

  • cHiller sagt:

    @Martin:
    “Um Stuttgart 21 zu unterst├╝tzen, geben Sie hier Ihre E-Mail an und best├Ątigen Sie “Stuttgart ist geil!””

    Oh gott, allein daf├╝r m├╝sst ich jetzt gegen S21 sein… -.-

  • dominik sagt:

    DENKMALGESCH├ťTZTES Vordach bitte! Das war wundersch├Ân!

  • martin sagt:

    knapp 50.000 in einem monat…

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