Volkers Filmtipp 7: The Fall

Nachdem es ja gerade viel regnet und man deshalb trotz Sommer ĂŒberraschend viel Zeit in geschlossenen RĂ€umen verbringt, kann man ja auch einen guten oder besser einen sehr guten Film anschauen. Und warum dann nicht “The Fall” von Tarsem Singh.

“The Fall” ist (nach “The Cell” mit Jennifer Lopez) der zweite Spielfilm von Tarsem Singh. Davor hat er Videoclips fĂŒr zum Beispiel R.E.M oder auch Werbung gemacht.

Vorneweg, man sollte “The Fall” auf einem SEEHR großen Fernseher ansehen oder lieber gleich mit einem Beamer projizieren oder am besten mietet man einen Kinosaal. Episch und monumental ist der richtige Ausdruck fĂŒr die Bilder dieses Films. Eigentlich ist jede Szene ein GemĂ€lde, siehe Homepage und MenĂŒpunkt Gallery.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=n1YwOybwTrc[/youtube]

Die Handlung des Film findet auf zwei unterschiedlichen Ebenen statt. Eine Rahmenhandlung in den 1920-igern in einem Krankenhaus in Los Angeles und einer ErzÀhlung aus einer exotischen Phantasiewelt.

Der Stuntman Roy Walker liegt in den 1920-iger Jahren nach einem schweren Sturz wÀhrend der Dreharbeiten zu einem Film im Krankenhaus irgendwo bei Los Angeles.

Er wollte mit einem sehr gewagten Stunt die weibliche Hauptdarstellerin beeindrucken und fĂŒr sich gewinnen. Statt dessen hat er ein gebrochenes Herz (sie ist mit dem mĂ€nnlichen Hauptdarsteller auf und davon) und gebrochenen Beine. Die Ärzte eröffnen ihm, dass er wahrscheinlich nie wieder laufen kann. Roy hat seinen Lebensmut verloren und schmiedet einen Plan, wie er sein Leben beenden kann.

Eine wichtige Aufgabe kommt dabei der kleinen Alexandria zu, die wegen eines gebrochenen Armes im Krankenhaus behandelt wird. Um Alexandrias Vertrauen zu gewinnen und sie dazu zu bringen fĂŒr ihn eine tödliche Dosis Morphium zu stehlen, erzĂ€hlt er ihr eine phantastische Geschichte ĂŒber der Liebe und Rache.

Deren Hauptfiguren sind der schwarze Bandit und der grausame Gouverneur Odious. Mit Hilfe seiner fĂŒnf Mitstreiter, die auch noch eine Rechnung mit Gouverneur offen haben, beginnt der schwarze Bandit eine Jagd ĂŒber Kontinente und Epochen hinweg, um den Gouverneur zu stellen und zu töten.

Die Rahmenhandlung im dĂŒsteren und grauen im Krankenhaus wechselt mit bunten und bildgewaltigen Episoden aus dem Abenteuer des schwarzen Banditen. Roy Walker benutzt dabei das Personal des Krankenhaus und gibt ihm Rollen in seiner ErzĂ€hlung (er selbst stellt den schwarzen Banditen dar, die Krankenschwester Evelyn eine wunderschöne Prinzessin in der Gewalt des grausamen Gouverneurs, …).

Mit der Verschlechterung von Roys Gesundheitszustand (und einem missglĂŒckten Selbstmordversuch) spitzt sich seine ErzĂ€hlung immer weiter zu. Ein Abenteurer nach dem anderen wird durch die Schergen des Gouverneurs getötet und im Finale stehen sich der schwarze Bandit und Gouverneur Odious gegenĂŒber.

Im Mittelteil scheint “The Fall” ein bisschen die Luft auszugehen, es wird dann aber Richtung Ende zunehmend spannender und der Zuschauer wird erneut in den Bann des Films gezogen.

Visuell und Ă€sthetisch ist der ganze Film ein absolutes Schmankerl, sowohl das dĂŒstere-triste Krankenhaus in dem man bereits die kommenden Weltwirtschaftskrise spĂŒrt als auch die leuchtende, bunte ĂŒber-Ă€sthetische Welt des schwarzen Banditen sind sehr sehr gelungene Kulissen.

Nachdem Martin fĂŒr Prince auf der WaldbĂŒhne abgemahnt wurde, war ich etwas ĂŒberrascht, das neben dem offiziellen Trailer auch der gesamte Film (in DVD-QualitĂ€t) in kurze Videos unterteilt auf Youtube zu finden ist. Ist fĂŒr den Filmfreund schön, aber sicherlich nicht legal.

10 Comments

  • Joris sagt:

    Ach ja, The Fall. Eine der schönsten Kameraarbeiten die ich bis jetzt im Kino gesehen habe (auch wenn mir weniger auffĂ€llige Kameraarbeit, wie z.B. in No Country for old Men meist besser gefĂ€llt). UnterstĂŒtzt von Set-Artdesign, KostĂŒm und Sound ist das schon sehr beeindruckend. Der Story geht tatsĂ€chlich etwas die Luft aus gegen spĂ€ter. Aber The Fall ist trotzdem ein großartiger Film, sollte man sich unbedingt einmal anschauen.
    Mir hat jedoch The Cell besser gefallen, da hier die Story nicht wie ein AufhĂ€nger fĂŒr die visuelle Arbeit rĂŒberkommt, etwas das in The Fall leider ab und an passiert.

  • Volker sagt:

    Ja, stimmt the Cell war auch so eine visuelle Granate, ist aber schon so lang her, dass ich mich an die Geschichte im Detail gar nicht mehr erinnern kann.

  • Dee Kay sagt:

    Den Film habe ich damals in der Sneak gesehen. Ein richtiger Geheimtipp.

  • Joris sagt:

    @Volker: Schau ihn Dir noch mal. An nem gewittrigen Tag ein großartiger Mindfuck. http://www.youtube.com/watch?v.....re=related

  • Volker sagt:

    @Joris: Kommt auf die Liste zur Wiedervorlage. Wobei Jennifer Lopez schon ein Abturner ist. Aber man kann ja nicht alles haben 😉

  • monkeyeve sagt:

    ..oh toll, ein zweiter Film von diesem BildkĂŒnstler. “The Cell” hat mir trotz Latinbratze Lopez gefallen – das allein ist schon eine Kunst fĂŒr sich.

  • Fidi sagt:

    Herzlichen Dank fĂŒr diesen Filmtipp! Habe mir die Dvd sofort gekauft und konnte bisher nicht viele in meinem Umfeld ĂŒberzeugen den Film ĂŒberhaupt mal anzusehen. Story sei langweilig und so! WĂŒrde sagen, bei dem Film ist mal die Story zweitrangig (wobei ich die auch gut finde, und Alexandria ist so sĂŒĂŒĂŒĂŒĂŸ) aber die Bilder, die Landschaften, die Aufnahmen, die Farben! ÜberwĂ€ltigend und unglaublich beeindruckend!

  • Fidi sagt:

    Nachtrag: Nicht zu vergessen, die Musik!
    Beethoven, Symphony 7, Allegretto, mvt 2

  • Ken sagt:

    bin mal gespannt. die blu ray gerade fĂŒr 7 euro ersteigert!

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