Unsere Leser und wir: Mikato

Er ist unser “Zivibulle” oder auch “NuRave-Beauftragter” und zieht gerne mal mit dem Thorsten um die HĂ€user. Der Ex-Ulmer Mikato begeistert sich seit 15 Jahren fĂŒr gebrochene Beats und ist im diesem Segment auch schon lange als Veranstalter aktiv. Voll die Promo also hier.

Wer ist Mikato und was macht Mikato?

Mein richtiger Name ist Steffen. Ich habe ganz spießig Maschinenwesen in Stuttgart studiert und arbeite schon bald zehn Jahre bei einem Dienstleister. Wir bieten Strömungssimulation an, und ich bin derzeit bei dem „großen Stern“ vor Ort.

Du kommst ursprĂŒnglich aus Ulm, wenn ich das richtig weiß. Was hat dich nach Stuttgart verschlagen und was vermisst du an deiner Heimatstadt und was ĂŒberhaupt nicht?

Ich bin wegen dem Studium nach Stuttgart gekommen. Auf jeden Fall vermisse ich die ganzen Baggerseen, die sehr schnell von Ulm zu erreichen sind. Die Altstadt, die Donau mit ihren ganzen Ufern und natĂŒrlich das Ulmer MĂŒnster.

Überhaupt nicht vermisse ich die Clublandschaft in Ulm. Wobei die fĂŒr ihre GrĂ¶ĂŸe doch recht viel zu bieten hat. Aber da finde ich Stuttgart einfach doch noch etwas interessanter.

Du bist Veranstalter von Breakbeat-Partys, unter anderem eben der Mikato im Lehmann.  Seit wann bist du selbst im „Breaks-Fieber“?

Es muss so 1995 gewesen sein, als mich ein Zivikumpel auf eine Technoparty schleppte. Ich war damals voll auf HipHop und Crossover und habe mich wirklich mit HĂ€nden und FĂŒssen gewehrt. Aber er hat es geschafft mich zu infizieren. Also war ich fortan auf den großen Raves in MĂŒnchen (Rave City etc.) zu finden. Allerdings war ich auch recht hĂ€ufig beinahe alleine in den Jungle-Floors. Mich hat die KomplexitĂ€t dieser Musikrichtung beeindruckt.

Dann kam Stuttgart, meine WG – Thorre und Heidi – und ein paar Jahre spĂ€ter war ich auch schon Veranstalter von der Tycoon und der Summerturn in der Röhre. Durch den Kontakt mit den DJs hat mir eines Tages ein Giana Brother ein Breaks-Tape in die Hand gedrĂŒckt. Dass die Musik zwar nicht so komplex ist wie Jungle oder Drum & Bass, aber trotzdem innovativ ist, hat mich sofort fasziniert.

Daher haben wir beschlossen, den dritten Floor bei der Tycoon in einen Breaksfloor zu verwandeln. Es folgte die Veranstaltung „Breakball“ im Dixon Hill. Mit Jay Vee und Piwi, Thorsten und Frition starteten wir dann auch unsere „Breakbeatcamps“. Die liefen zu Beginn wirklich berauschend.

Nach und nach wurde der Zuspruch aber auch immer weniger. Danach war meine Motivation Breaksparties zu veranstalten erst mal am Ende. Der Tiefpunkt war wohl fĂŒr mich die Breakballparty mit Tanith mit 40 zahlenden!

Aus irgendwelchen GrĂŒnden steht man aber immer wieder auf. Und mit einem neuen Team, unter anderem mit Marten Hörger, haben wir es letztes Jahr im Juni im Lehmann wieder angepackt.

Du hast die Problematik schon angesprochen, Breakbeats waren in Stuttgart schon immer etwas Nische. Wie schwierig ist es, die Leute nun heute dafĂŒr zu begeistern?

Um es kurz zu sagen, es ist sehr schwierig. Schreibst Du Breakbeat auf den Flyer, kommt kein Mensch. Ist der Club aber voll, drehen die Leute total durch und finden es super. Aus diesem Grund haben wir versucht, bei der Promotion fĂŒr die Mikatoparty die Bezeichnung „Breakbeat“ möglichst zu vermeiden.

Einige unsere Leser kennen dich als unseren „offiziellen NuRave-Beauftragten” bzw. „Zivibulle“ an der Seite von Zivibulle Thorsten. Wie betrachtest/beurteilst du mit deinem langen Background den Stuttgarter „Hype“?

Erstaunlich finde ich vor allem, dass dieser Hype in anderen StĂ€dten schon seit einiger Zeit vorbei ist. Im bin ziemlich fasziniert von dem „Stuttgart Kaputtraven“ Hype. Ich finde das gesamte Konzept sowie den Namen einfach perfekt. Der Thomas hat da absolut eine Nische in Stuttgart gefunden. Der Erfolg gibt ihm mehr als recht.

Ich finde es super, dass es wieder eine Jugend gibt, die auf diese Veranstaltungen gehen und da auch mal 12 Euro Eintritt bezahlen. Vor einem Jahr hab ich noch mit Thorsten W darĂŒber gesprochen, dass die neue Generation ja nur auf die Theo geht und sich da einen reinlaufen lĂ€sst. Keinen interessiert mehr die Musik und die DJs.

Ich sehe NuRave als die Vermischung von allen unterschiedlichen Stilen. Breaks, Techno, Dubstep, Hardcore kann ohne Probleme an einem Abend laufen, ohne dass sich jemand beschwert. FĂŒr mich ist damit Techno wieder lebendiger geworden. Und das ist gut so!

Welchen Kessel.TV-Beitrag wĂŒrdest Du dir fĂŒr die Zukunft wĂŒnschen?

Die Stadt hat sich durchgerungen, die Röhre, die Wagenhallen und das Rocker33 nicht wegen Stuttgart 21 zu schließen und denkt daran das Großprojekt zu kippen!

Was wĂŒrdest Du mit in einen Atombunker nehmen?

Meine Freundin, unseren Kater, meine Familie und meine gesamte Verwandtschaft und meinen großen Freundeskreis. Sollte also ganz schön gerĂ€umig sein, dieser Atombunker!

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