Southside Refjuh by Afro-Dieter
Day 1 / Part 2

Afro-Dieter, Tobi Tobsen und Manu sind am Tag 1 auf dem Festival-GelĂ€nde und haben die JĂ€germeister-BĂŒhne entdeckt…

An der JĂ€geremeister-BĂŒhne angekommen wurde uns von der Bedienung ohne Stimme via Megaphon offenbart, dass es an der JĂ€germeister-Bar keinen JĂ€germeister Pur gibt! Alles betteln, flehen und bestechen half nichts, der Veranstalter hat dieses Teufelszeug im Urzustand verboten und man musste sich mit MischgetrĂ€nken begnĂŒgen. Very lame.

Zumindest hatten Sie auf der „Dachterasse“ einen minderwertigen, aber bespielbaren Kicker sowie einen wirklich anstĂ€ndigen Fijhu auf das komplette Festival. Schnell wurde dem geĂŒbten Auge / Ohr klar, dass man auf beiden BĂŒhnen, wenns abging, beides hören konnte, wobei die GrĂ¶ĂŸere wiederum die Leisere war (WTF!?)

Somit musste man auf der Linken, grĂ¶ĂŸeren BĂŒhne ganz links aussen oder weit vorne stehen, um sauberen Sound zu bekommen. Ok, Outdoorabmischen is sicher nicht einfach, aber da hatte ich mir gegenĂŒber der letzten Jahre eigentlich ne Verbesserung erhofft.

Anyway, um 19:00 war Treffpunkt fĂŒr Jack Johnson, Klischee-Surfer, unermĂŒdlicher Viel-zu-gut-drauf-Typ, der nach nem heftigen Surfcrash seine VorderzĂ€hne und die Surfkarriere sowie die 150 Stiche hinter sich gelassen hat und seitdem die Welt mit entspanntem Sound beglĂŒckt – genau meine Liga.

Tobsen und Manu haben sich zeitgleich FLORENCE AND THE MACHINE um 19:00 Uhr auf der Blue Stage reingezogen und haben uns freundlicherweise auch Ihren Eindruck hinterlassen, Vorhang auf fĂŒr die Aktiv-Camper:

Vom JĂ€germeister-Stand aus, den Becher in der einen, den Kicker fest umschlungen in der anderen, zwischendurch ein wenig zu den New Yorker Hipstern Vampire Weekend abgezappelt und ging es rĂŒber zu Florence and the Machine.

Zuerst waren wir ein wenig skeptisch: “Alter, was will den der verheizte Rowdie (war frĂŒher attraktiver – Anm. Afro) da oben!?“ Doch, schau an, die verlebte Frontfrau (besser gesagt Florence :-)) hat eine Stimme, bei der dir die Hoden abheben und im Takt anfangen zu wackeln. Wunderschön, teilweise in Begleitung einer Harfe (!) ein wirklich „anderes“ Setting hingelegt.

NatĂŒrlich ihren mega gehypten Track „You’ve Got The Love“ gespielt und das Publikum war am Start. Super Set, hat wirklich Spaß gemacht hat. Das fand der “fertige Rotschopf” auf der BĂŒhne wohl auch und es wurde es ne richtig gute Zeit.

Der Papa hatte zwischenzeitlich ganz gemĂŒtlich (Norman hĂ€tte es gefallen) links neben dem Mischerturm den Sonnenuntergang im Nacken, angenehme Leute um mich rum sowie einen Auftritt des Sympathen schlechthin.

Absolut stressfrei kam der Jack Johnson auf die BĂŒhne, brachte einige seiner neuen Songs, bisschen zum rocken (vorne wurde gepogt :D) und alternative Versionen seiner Klassiker zum ZurĂŒcklehnen. Rundum ĂŒberzeugend und genau das richtige nach dem Fu*#-Regen.

Die nÀchsten zwei Stunden hab ich mit Tetra-Packs organisieren und Strahlen verbracht, wÀhrend sich Tobsen & Manu den weiblichen Chromosomen hingegeben haben, besser gesagt The XX auf der Blue Stage, Slot 22:30.

Sind mit voller Energie nach vorne gestoßen, um uns gute PlĂ€tze fĂŒr das wohl (musikalisch) beste Konzert an diesem Freitag zu sichern. Allgemein bestechen The XX abseits der spektralen Musik vor allem durch eines: UnauffĂ€lligkeit.

Drei hĂ€ssliche EnglĂ€nder Anfang 20, komplett in Schwarz gekleidet und – sonst nichts! Sobald man die Teens allerdings ranlĂ€sst, brennen die mit Ihrem Mix aus Melancholie, DĂŒsternis und tiefgehenden Sound die HĂŒtte ab.

Tobsen, der teilweise bei den Liedern die Augen schloss zum, wie er es nannte, „besser-wirken-lassen“ (und ein bisschen weinte – Anm. Afro), wurde von seinem Favourit Act an diesem Tag komplett atomisiert.

„Crystalised“ war nur einer der wirklich vielen, kongenialen Songs an diesem Abend aus dem letztjĂ€hrig erschienenen DebĂŒtalbum der hoch-gelobten Band 2009.

Nach einem gelungenen Konzert wurde dann der verdiente Abschied der 3 Londoner in einem Remix des Liedes „You®ve got The Love“ von Florence and The Machine zelebriert, bei dem sich auch der Letzte aus dem kalten Schlamm erhob.

The Strokes – 23:00

Da die Jungs sich am (fĂŒr mich zu „deepen“) Sound der XX labten, stand bei mir als Fixpunkt die Post-70er Garage Rocker aus New York auf dem Programm – und wenn der SĂ€nger nicht zwischen jedem Song einen abgef### Junkie-Schei## rausgeschwĂ€tzt hĂ€tte („Oh, it’s soooo dark!“), wĂŒrds vielleicht auch auf meiner Brust tĂ€towiert sein.

Denn das Konzert war wirklich BAM, fĂŒr die Gegebenheiten bestmöglichst abgemischt, perfekt eingestellte Band, jeder Song ein Treffer. Hatte eigentlich wenig Erwartungen, war dann aber völlig hin und weggegerissen.

Zum Absch(l)uss / auftauen noch ins Rave-Zelt zu Bloody Beetroots – 0:30 / White Tent. Ging wie erwartet derb zur Sache, alles was nicht festgebunden war, hob ab bzw. flog weg, inkl. Menschen und GetrĂ€nken.

Das bestimmt 1500 Leute fassende Zirkus-Zelt hatte ein eigenes Klima und nach 45 min hartem abraven, rumpogen und rausschranzen hats mich auf dem Heimweg noch zu Massive Attack verschlagen, was allerdings nach Bloody Beetroots fĂŒr mich zu soft & deep war. Zum GlĂŒck können auch hier Tobsen und Manu mit Erinnerung glĂ€nzen:

Rahmenbedingungen: schöner Nachthimmel, fabelhaften Wetterbedingungen, zumindest fĂŒr die VerhĂ€ltnisse an diesem Wochenende, alle durch und betrunken, Monster Lightshow und ein Verkehr auf der BĂŒhne, ĂŒber den sich so manches Establisment freuen wĂŒrde – was will man den mehr?

Massive Attack ĂŒberzeugten mit einem rundum gelungenen Konzert mit perfektem Gesamtkonzept, das vor allem durch eine digital aufwendig inszenierte BĂŒhnenshow ĂŒberzeugte. NatĂŒrlich alle Kracher am Start.

Merde alors, hört sich gut an und Massive hÀtte ich mir gern nochmal in Ruhe gegeben, aber Ruhe war schon im Bett und ich noch hell-wach.

Bei Bloody Beetroots war plötzlich mein Tetra-Pack leer und flog weg, obwohl ich immmer noch Durst hatte – also ins Partyzelt, recht glĂŒcklich durch die Schlange gerutscht, auf einmal Musik aus, Samstag.

Fortsetzung folgt.

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