Handymaultasche

(Preise wie früher gibt es nur bei der Feuersee Hocketse. But WTF is ne Handymaultasche?)

Mit Thorstens Megaauftritt bei der Boa-Porsche-Roof-Party kann ich leider absolut nicht mithalten, mein Wochenende war trotzdem sehr schön. Trotzdem!

Hab auch nen neuen Job seit Freitag: Tanzflächeneröffner. Beim Fuffi im Transit gedänced wie Fred Astaire anno 1942 und fünf Minuten später war die Bude voll. Entweder dachten die anderen, steiler Typ, da stellen wir uns dazu oder sind aus Mitleid eingestiegen. “Finds voll gut, wenn alte Männer noch Spass haben.”

Jedenfalls war mein Outfit am Freitag weit entfernt von dem Dress unseres Modepapstes W. am Samstag, sondern casual wie immer. Short, Shirt, Schuhe. Kein Wunder, wir wollten ja eigentlich auch nur eine solide Rote essen und keinen Champagner mit Frau Porsche trinken.

Da man kein Garten bzw. Balkon hat, auch kein Equipment zu irgendwelchen öffentlichen Grillanlagen schleppen will und Grill-Kumpel Bams mittlerweile in Big Plochingen wohnt (dessen Grill wir kürzlich meisterlich aufgebaut haben!), bot sich hierfür das Feuerseefest am vergangenen Wochenende an.

Ich bin eigentlich überhaupt gar kein Feschtles-Typ, also wirklich nicht, hasse bekanntlich den Wasen über alles, aber die Geilheit auf eine Rote war einfach zu groß, die dann aber Vorort in eine Schweinehals-Geilheit überschlug. Was eine Handymaultasche sein soll, haben wir nicht nachgefragt.

Da der Krupa beim Feuersee um die Ecke arbeitet und der auch Hunger hatte, haben wir uns dort verabredet. Beim Runterlaufen rief er schon an, dass es “nicht so cool sei”.

Wenn der Krupa das Wort “Fest” hört, denkt er wohl immer noch irgendwie positiv und hofft darauf, dass es auch einen Wagen mit Underground-Rap gibt. Beim Feuersee-Fest lief aber kein Underground-Rap, sondern pumpender House-Pop a la “Bailando”.

Allgemein war da sowieso relativ wenig, was mich etwas überraschte. Dachte das ist so ein Riesenstraßenfest. Aber ein Märkchenstand, ein Grillstand, ein Getränkestand, viele Bierbänke haben ausgereicht um die Zone rund um die Johanneskirche in eine kleine Parallelwelt zu verwandeln. Anders gesagt: Märkchen- und Grillstand am “Festeingang” bildeten eine Schleuse nach Oberfischbach.

Die Typen trugen öfters Ohrringe an beiden Seiten, im schicksten Fall Lederslipper kombiniert mit bunten Hemden (drei Knöpfe offen), im eher unschickeren Fall Shirts mit Aufdrucken wie “Mercedes Motorsport”. An die Frauen bzw. (jungen) Mädels kann ich mich kaum nicht mehr erinnern, das einzige Bild was ich noch vor mir habe war eine leichte Dichte an Wasserstoffblond.

(Lustmolch Ram fotografiert Leoparden-Hintern.)

Kurzzeitig wurde die Musik lauter, was speziell Krupa beim Bratwurstverzehr sehr nervte….

…aber die Tanzmariechen brauchten für ihre Show halt ein wenig Druck.

Wir fragten uns, woher die Leute alle kommen. Also aus S-West oder Feuerbach oder eben doch aus Oberfischbach. Eine Ansammlung Menschen in Stuttgart, die man so nie sieht, so nie wahrnimmt. Auch nicht im Supermarkt oder so.

Dem Krupa wars dann bald zu uncool und wollte schnell weiter, ich fands fast schon gemütlich und hätte auch nochmals ein Radler gezischt. Seit wann trink ich eigentlich Radler?

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