Filmtipp 5: The Cooler – Alles auf Liebe

Urlaub, Stress, Sport: Unser Film-Volker hats nicht absichtlich schleifen lassen in den letzten Wochen. Passend zum verregneten Wochenende geht´s nun weiter. Don´t call it a Comeback.

Nachdem ich schon länger keinen Filmtipp mehr geschrieben habe und einer der Gründe auch die Doppelbelastung aus Arbeit und Haushalt ist, heute mal ein Film für alle, die der Meinung sind, sie hätten einen Scheißjob.

Es gibt immer noch etwas Schlimmeres. So zum Beispiel Bernie Lootze (William H. Macy). Bernie ist nämlich der größte Looser in ganz Las Vegas. Wenn etwas schief gehen kann, dann geht es auch schief. Bestellt er zum Beispiel einen Kaffee, ist auf jeden Fall gerade eben der Zucker ausgegangen.

Irgendwann hat Bernie bei einem großen Spiel ziemlich hoch verloren. Um seine Spielschulden zu begleichen arbeitet er seit Jahren als “Cooler” im schon etwas in die Jahre gekommenen Mafia-Casino Shangri-La.

Dort macht man sich seine Pech zu Nutze. Sobald ein Spieler eine Glücksträhne hat, muss er sich an dessen Tisch setzen und im selben Augenblick überträgt sich Bernies Austrahlung auf den Gewinner und dieser beginnt zu verlieren.

Bernie steht kurz davor seine Schulden zu begleichen, will dann endlich Las Vegas, das Shangri-La und den Casinodirektor Shelly Kaplow (Alec Baldwin) hinter sich lassen und irgenwo neu anfangen.

Shelly ist zwar bei der Mafia und Casinodirektor, aber eigentlich auch ein Looser. Er hat seinen Job nur noch, weil das Casino dank Bernie einigermaßen schwarze Zahlen schreibt. Zusätzlich rücken ihm die Unternehmensberater der Mafia auf die Pelle und wollen das Casino restrukturieren (willkommen in der harten Realität der Globalisierung im 21. Jahrundert).

Shelly will den unglücklichen Bernie natürlich nicht ziehen lassen und setzt die Kellerin Natalie (Maria Bello) auf ihn an. Bernie soll sich in sie verlieben und in Las Vegas und damit im Shangri-La bleiben. Und so passiertes es auch. Und noch besser: Natalie verliebt sich natürlich auch in Bernie und plötzlich ist Bernies Unglücksaura weg. Viel “schlimmer”: Er bringt den Spielern im Casino Glück.

Damit ist Shellys Geldquelle und sein Trumpf gegenüber seinen Bossen bei der Mafia in Gefahr. Und als Bernie ankündigt mit Natalie zusammen Las Vegas zu verlassen, kann sich der Profi Shelly das nicht bieten lassen und setzt alle Hebel in Bewegung. Zur Not hat er ja auch noch seine Mafia-Schläger, die ein Problem wieder geradeklopfen können.

Im Gegensatz zu “Lars und den Frauen” erzähle ich den Film nicht zu Ende. Selber anschauen lohnt sich hier auf alle Fälle.

Warum? Weil William H. Macy, Maria Bello und Alec Baldwin (der hat für seine Nebenrolle übrigens eine Oscarnominierung bekommen) wirklich gut spielen.

Die Kulisse ist altmodisch-interessant. Die Story bedient meine Klischees über Las Vegas als Hort der Mafia. Alte Gangsterfilme werden zitiert und man fühlt sich ein bisschen in die rauen Anfänge von Las Vegas zurückversetzt.

Trotz der grundsätzlichen Härte und Kälte von Las Vegas findet Bernie durch Natalie wieder Menschlichkeit und Wärme. Und für die ganz arg Intellektuellen gibt es ja sogar noch fast eine philosophische Tiefe, wenn Shelly’s Glück nur durch das Unglück von Bernie entstehen kann.

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