Tag des Bieres

Ob Valentinstag, internationaler Frauentag oder Tag des Butterbrotes: Gedenk-, Jubel- und sonstige sinnentleerte Tage gibt es mittlerweile zuhauf. Zum einzig wirklich wichtigen Tag des Jahres, dem Tag des Bieres, lassen wir den Gerstensaft selbst zu Wort kommen. Ein investigatives Zwiegespräch.

Herr Bier – oder sollten wir sagen Frau Bier?

Das wissen leider die meisten nicht ‚Äď Frau Bier bitte! Das kommt daher, weil ich f√ľr jeden Mann eine starke St√ľtze bin.

√Ąhm, klingt, ja, irgendwie schl√ľssig. Warum beanspruchen Sie ihren eigenen Ehrentag?

Also h√∂ren Sie mal: Zum einen gibt es einen total unsinnigen Schnitzel-und-Blowjob-Tag (14. M√§rz), einen noch unsinnigeren Valentinstag (14. Februar) – an dem nur Blumen und kein Bier gekauft wird! – da kann man sich doch mit knapp 40 Milliarden Jahresumsatz und allein in Deutschland ein Pro-Kopf-Verbrauch von circa 110 Litern…

…der √ľbrigens schwer r√ľckl√§ufig ist. Woran liegts Frau Bier?

…erst einmal habe mir meinen eigenen Ehrentag redlich verdient, w√ľrde ich sagen! Und ‚Äěschwer‚Äú r√ľckl√§ufig ist stark √ľbertrieben, mein lieber Schorli!

Liegt es an den beliebten Disco-Schorles, dass Sie weniger getrunken werden?

Der Pro-Kopf-Verbrauch hat sich um circa vier bis f√ľnf Liter die letzten Jahre gesenkt, das ist richtig. Liegt vielleicht auch daran, dass die Tankstellen-Kids von heute auf die ganz harte Pl√∂rre zur√ľckgreifen und die Jungen das gute, alte vitaminreiche und sehr gesunde Bier weniger zu sch√§tzen wissen.

Jetzt färben Sie sich aber arg schön, Frau Bier!

Als ob Sie die Geschichte von den M√∂nchen und mich als Brotersatz nicht kennen w√ľrden!

Nun gut, lassen wir das. Warum feiert man Sie ausgerechnet am 23. April, Frau Bier?

Ganz einfach: Weil genau an diesem Tag im Jahre 1516 das bayrische Reinheitsgebot zur Bierherstellung erlassen wurde. Manche Brauereien liefern √ľbrigens p√ľnktlich zu diesem Anlass Spezialbiere aus. So ein Tag, so wundersch√∂n wie heute…!

Frau Bier, wir danken Ihnen f√ľr dieses Gespr√§ch.

Tag des Bieres, 23. April, in jeder Eckkneipe ihres Vertrauens

(Volk/Elbe, aus LIFT Magazin Ausgabe April 2010)

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