“Ossi-Diskriminierung”

Um ganz ehrlich zu sein, habe ich den sogenannten “Ossi-Prozess” neulich nicht so wirklich verfolgt, sondern eigentlich nur die markante Überschrift der StZ “`Ossis´ sind kein eigener Volksstamm” im Kopf.

Eine Frau aus Ost-Berlin, seit 1988 in Stuttgart lebend, hatte sich bei einem schwäbischen Unternehmen als Buchhalterin beworben, wurde aber mit dem Vermerk “(-) Ossi” abgelehnt. Das Minuszeichen des Jahres in Kombination mit dem Wort “Ossi” fasste die Dame als Grund auf, dass man sie nicht einstellte und klagte erfolglos dagegen. Die Firma besteht auch darauf, dass einzig allein die Qualifikation der Bewerberin nicht ausreichend war.

“Dieser Vermerk könne zwar als diskriminierend verstanden werden, sei aber keine gesetzlich verbotene Diskriminierung wegen der ethnischen Herkunft, urteilte das Gericht”, berichtete die StZ. Weil eben “Ossis kein eigener Volksstamm” sind.

Vergangenen Freitag wurde nun gemeldet, dass der Prozess in eine neue Runde geht und prompt erschien am Montag in der StZ obige wie folgende, ich nenne es einfach mal Rechtfertigung der betroffenen Firma, entdeckt von unserem Leser Florian.

Wie das auch immer ausgeht, das Inserat hätte man vielleicht besser sein lassen. Da jagt ein Fettnäpfen das Nächste. Herr Ehmeneck war im Urlaub, minus bedeutet “total gefehlt”, aber Ossis sind trotzdem gute Menschen. Und dies ist der wahre Sachverhalt! Call me trotziges Kind oder firmeninterne Geheimsprache plausibel erklärt. Braucht jemand neue Fenster?

8 Comments

  • lucida sagt:

    tsts, ich finde das schon ne frechheit. vor allem, wie blöd sind die denn und schicken der dame ihren lebenslauf mit so einem vermerk zurück… bin zwar kein ossi, aber sowas geht gar nüschd.

  • Glückskind sagt:

    ich würd ma sagen: dumm g´loffe!

    was mich interessieren würde: was genau wäre denn eine gesetzlich verbotene Diskriminierung wegen der ethnischen Herkunft??
    wenn se statt ossi, Neger geschrieben hätten?

  • Thorsten W. sagt:

    Ui, das hätten sie echt lieber mal sein lassen…

    @Glückskind: Davon geh ich mal aus!

  • PhilGrooves sagt:

    Da gibt man einfach mal das Wort Ethnie bei Google ein.

  • Joris sagt:

    Lol, so ein scheiß. Sicher albernes Gestichel ist wie bei Schwaben auch oft witzig und die meisten ostdeutschen Akzente bringen schnell gute Laune in ne Runde, aber sowas?
    Firmenintern werden ja bestimmt solche Vermerke auf Bewerbungen geschrieben (hab da in meiner alten Firma teilweise Sachen gelesen… da könnte man ein Buch drüber verfassen), aber dann sollte man die Bewerbung nicht zurückschicken.

  • Gregor sagt:

    …was wäre eigentlich wenn die Klägerin recht bekommen hätte, muss die Firma sie dann einstellen ?

  • mr. asdf sagt:

    @ gregor: nö, die bekommt wahrscheinlich ne entschädigung… da gibts leute, die damit geld verdienen…
    die suchen sich anzeigen raus, die unglücklich formuliert sind (z.b. “wir suchen einen klempner” und nicht “klempner/in”) und klagen dagegen. da war auch erst en artikel drüber in der zeitung.

  • franz von assisi sagt:

    dürfen die mit sowas während nem laufenden verfahren überhaupt an die öffentlichkeit?
    zumal ja auch noch persönliches presgegeben wird, indem ihre qualifikationen publik gemacht werden…
    nicht gerade die feine englische!

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