Retrotrend

Ganz passend zum vorherigen Eintrag ist mir am vergangenen Freitag im Kiosk dieses Magazin ins Auge geschossen:

Retrotrend (Magazin für Klassiker) ist ein neuer Titel und soll zukünftig sechs mal im Jahr erscheinen.

“In dieser sich immer schneller drehenden, unübersichtlichen Welt, befällt uns ab und an die große Sehnsucht: Nach dem, was mal war, nach dem, was man mochte – und immer noch mag. Und wir suchen, was davon noch übrig ist: von der soliden Handarbeit, vom legendären Design, von Bildern und Tönen”, heißt es im Intro.

Ich selbst habe mich beim Kauf etwas von der Kassetten-Geschichte aufm Titel leiten lassen, was hier vor kurzem auch ein Thema war. Neben einer kurzen Chronologie (1985 wurden übrigens 900 Millionen Tapes verkauft) erzählen bekannte und unbekannte Menschen ihre Beziehung zu Kassetten.

Ansonsten wird halt altes Zeug vorgestellt..

…wie Möbel oder technische Produkte…

…und ein Redakteur besucht ein letztes mal sein ehemaliges Kinderzimmer…

…oder geht der Geschichte von Quelle von nach….

…und spürt in England den “Tweed Run” auf.

Circa 150 Männer radeln auf heute wieder modernen Eingangrädern in klassischer Uniform durch London. Würde auch Busy Icer stehen.

Schicke Autos gibt es übrigens auch zu sehen, die Bebilderung ist allgemein recht schön, das Layout im gängigen cleanen, minimalistischen Magazinstil. Ob ich es mir nochmals kaufen würde, bezweifel ich allerdings. Die nächste Ausgabe erscheint am 30. April.

www.rt-magazin.de

14 Comments

  • Volker sagt:

    Hmm. Naja. Da werden jetzt die 1.000.000 Webseiten zu dem Thema in ein zweimonatiges Heftchen gepresst?
    Die Geschäftsidee hält doch höchstens 2 Ausgaben …

  • robson sagt:

    bin das nur ich oder gibt es eine generelle tendenz, sich der erstellung von neuen inhalten zu verweigern? ich sehe überall aufgewärmtes: retro-brillengestelle, retro-leggins, retro-crossover (cali anthem: schon lange nix so schwaches mehr gehört). und als magazin kann man das zweitverwertete jetzt nochmal zweitverwerten, voll fett! vielleicht liegts ja am internet, da wird ja ständig recyelt oder ge-reviewt oder gerankt.

  • martin sagt:

    hm tendenz würde ich das nicht bezeichnen, war doch letztendlich schon immer so. ich mein, wieviele 80er revivals gab es allein in den letzten 10 jahren?

  • catha sagt:

    Mh – also ich hatte das Magazin im Laden in der Hand und war gewillt es zu kaufen. Der Preis schreckte mich aber ein wenig ab. Bei Blickfang gab es dieses Heft dann for free und ich habe es mit. Es ist nett aufgemacht und nicht schlecht, soweit ich das beurteilen kann – hab es noch nicht komplett durch – aber ich denke für den Preis …

  • martin sagt:

    stimmt, vergessen zu erwähnen, 6 euro ist jetzt nicht ganz ohne…

  • robson sagt:

    @martin: da hst du auch wieder recht. seltsam, dass jetzt hipster in dem outfit rumlaufen, in dem man früher haue bekommen hat. im gegenzug ist es aber doch schön, ass so sachen wie die unsäglichen chevignon-sweater nicht wiederkommen.

  • cHiller sagt:

    ich warte nur auf den (schrecklichen) satz: “6 Euro?!? Das sind 12 Mark!!!”

  • max sagt:

    na toll, grade den bmw rauslassen?! 😛

  • DJN sagt:

    ich bin polaroid fan und will sie wieder haben!

  • Tobi Tobsen sagt:

    jan, du kannst beruhigt sein – polaroid-kassette gibt es bald wieder zu kaufen (also neue), zwar vorerst nur s/w aber es ist wenigstens mal n anfang..!

  • stegoe sagt:

    6 Euro?!? Das sind 12 Mark!!!

  • Hallo,

    hier ist der Chefredakteur von retrotrend. Freue mich, dass Ihr über uns sprecht. Vielen Dank an Martin für die kleine Leseschau mit Kritik. Hinsichtlich derjenigen, die sich danach abfällig äußern, ohne das Magazin zu kennen: Finde es immer besser, es wird über etwas gesprochen, wovon man auch Ahnung hat. Kritik wie “Das kann man alles millionenfach im Internet lesen” zeigt, dass retrotrend eben nicht gelesen wurde. Unsere Geschichten haben Hintergrund, sind fein recherchiert. Im Internet gibts nur Häppchen und bunte Bilder – aber keine Texte mit hohem Aufwand in der Recherche.

    Was den Preis angeht: 6 Euro sind nicht wenig, das wissen wir. retrotrend ist aber günstiger als brand eins, Cicero oder Mare. Wir liegen gleich auf mit Dummy. Zeitschriften ohne Millionenauflage müssen sich nun mal in erster Linie durch den Magazinverkauf und durch Abos (dann sind es bei uns nur 5 Euro pro Heft) finanzieren. Anzeigen sind in der heutigen Zeit schwer zu bekommen und tragen zur Finanzierung nicht mehr so viel bei.

    Trotzdem muss ich Volker enttäuschen. Die zweite Ausgabe von retrotrend ist schon fertig und für die nächsten zwei Jahre steht die Finanzierung. Wir werden keine Eintagsfliege sein – und Retrothemen gibt es noch und nöcher.

    Warum das Aufgewärmtes sein soll – wie robson schreibt – , verstehe ich nicht. Es gibt für Autos, fürs Tauchen, fürs Gartenglück Zeitschriften, warum soll es dann keine für Retrothemen geben? Wir wenden unsere Themen aber stets so, dass wir auch gucken, was das mit dem Thema in der Gegenwart und in der Zukunft los ist. So werden wir in der nächsten Nummer 90 Jahre TippKick bestaunen, die Renaissance der Schalplatte (und den neuen Mono-Kult) oder Stahlrahmen-Bikes begucken.

    Ein Magazin soll Spaß machen – beim Lesen. Wir versuchen das.

  • martin sagt:

    Hi Jürgen, danke für dein Statement. Ich teile deine Meinung, dass man nach wie vor mit einem Magazin etwas erreichen kann, wenn man gute/interessante/ausführliche Geschichten liefert und wünsche viel Erfolg mit dem Titel.

  • Gregor sagt:

    …gestern bei den Fussballmagazinen entdeckt, sind sich wohl im Handel nicht sicher wo das Magazin eingeordnet werden soll und dachten mit Podolski aufm Cover gehörts zum Kicker und 11 Freunde.

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