Neue Fahrradständer feierlich eingeweiht

Mit viel Prominenz wurden vergangenes Wochenende die neuen Fahrradständer in der Stuttgarter Innenstadt eingeweiht. Der „Horizonto 7001“ wurde in Kooperation mit der Stadt, dem Land, der Deutschen Bahn, dem Schweinemuseum und dem siebenfachen Tour de France-Gewinner Lance Armstrong entwickelt.

Letzterer war ebenso Vorort wie natürlich auch Oberbürgermeister Wolfgang Schuster, Bahnchef Grube und Ministerpräsident Stefan „Big Mac“ Mappus. Der bullige Landesvater vertrat außerdem das Schweinemuseum, das im Mai eröffnen wird. Gerüchten zur Folge will Mappus dann den Landtag ins Museum verlegen, damit er schon morgens die erste Sau vespern kann.

Tübingens OBle Boris Palmer wurde im Gegensatz zum lustigen Prellbockanheben dieses Mal ohne große Sperenzchen auf der Liste vermerkt.

Uwe Reiser wiederum nutzte prompt den Anlass, um vor der versammelten lokalen Medienlandschaft (StZ/StN/Stadtanzeiger/S´Westblättle) seine bereits angetraute Frau kurzerhand ein zweites Mal zu ehelichen. Zeitgleich verteilte Mappus im Volk Big Macs und Haxen. Promotion ist einfach alles im Leben.

„Bürgerinnen und Bürger der Stadt Stuttgart, ich will seit 15 Jahren ziemlich tief runter, aber ab und zu man muss auch mal hoch hinaus“, setzte Schuster seine tiefemotionale Rede an. „Mit dem Horizonto 7001 will die Stadt zeigen, dass sie eine fahrradfreundliche Stadt – ja – eine grüne Stadt ist.“

Donnernder Jubel brannte unter den rund 100.000 versammelten Stuttgartern auf, die sich dieses Mega-Event nicht entgehen lassen wollten. Kein Wunder, es gab ja auch Big Macs und Haxen.

Der Horizonto 7001 ist ein Paradebeispiel, wie gut die Stadt Stuttgart und ihre Bürger zusammen arbeiten können. 97 Prozent der Bevölkerung waren von Beginn an für die revolutionäre Parkmöglichkeit ihrer geliebten Drahtesel, die bereits 1972 zum ersten Mal vorgestellt wurde, aber damals technisch absolut nicht realisierbar war. Erst die Ingenieurkunst des neuen Jahrtausends machte die Umsetzung auf breiter Ebene möglich.

Kritische Stimmen kamen während all den Jahren selten auf und wenn, dann sehr leise. Gerade kleiner gewachsene Menschen wie Baris Icer mokierten sich zunächst über das System: „Wie soll ich bitte da oben mein Fixie abschließen?“

Oberbürgermeister Schuster ging gewohnt souverän auf die Kritik ein und versprach die sofortige Einführung des Horizonto 1,60, der Ständer für die kleinen Leute.

Gespannt warteten die Stuttgarter vergangenes Wochenende auch auf die Rede von Lance Armstrong, der wie üblich im Windschatten des Peloton einfuhr und beim Überqueren des Zebrastreifens die Zähne fletschte, als würde er wieder mal als erster Alpe D´Heuz erklimmen.

„Ich bin gerade die Hasenbergsteige ohne Probleme hoch gekommen, ich denke 2010 wird mein Jahr“, verkündete der bald 80-Jährige zunächst, der dieses Jahr zum 90. Mal an der Tour teilnimmt zunächst. Jubel.

Nach einer kurzen Pause sprach er zu den Stuttgartern, wie es nur Amerikaner können. „Die Bürger meiner Wahlheimat New York City würden vor Neid erblassen, wenn sie den Horizonto 7001 sehen könnten!“, rief Armstrong der tosenden Menge zu und reckte die Faust in die Höhe. „I bin a Stuttgarterle!“

Zur Stunde überlegt man nun im Rathaus, die Scholz & Friends-Kampagne “Das neue Herz Europas” durch den Claim “Der Nabel der Welt” zu ersetzen.

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