Yo! KTV Raps (04)

Was soll ich sagen: Die Blogger-Kollegen vom Spreeblick haben den Tatbestand in Sachen Deutschrap so gut zusammen gefasst, dass dem nichts mehr hinzuzufügen ist (okay – Beginner: Gustav Gans).

Zum Glück hat aber unsere 268-köpfige Yo! KTV Raps-Redaktion auch diesmal wieder so viel Stuff aus Übersee am Stizzy, dass man über den erbärmlichen Zustand von Rap-Deutschland getrost wegsehen kann (Orsons und andere Ausnahmen mal ausgenommen).

Hab übrigens seit ein paar Tagen das neue Dendemann-Album hier und es haut mich echt nicht um – sorry, Majde!

Jedenfalls viel Spass mit dem Rest!

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Starten wir wie die letzten Male auch mit dem Free Mixtape-Stuff: Joe Scudda aus der Justus League (nicht zu verwechseln mit der J.U.S.T.I.C.E. League, siehe unten) hat sein neues Ding “Not Your Average Joe” zusammen gestellt und das ist – wie zu erwarten – ein echt ordentliches Päckchen Rap-Mucke.

Gehostet vom unverwüstlichen Statik Selektah, Beats von Khrysis, Features von Naledge (Kidz In The Hall), Freddie Gibbs und Evidence. Gute Sache, lacht. Gibt es hier zum sehr bequemen Free Download mit Pre-Listening-Möglichkeit.


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Newcomer Laws hat mit dem Produzententeam J.U.S.T.I.C.E. League (die machen immer diese epischen Dinger für Ricky Raus) einen amtlichen Supporter im Rücken.

Seinen nächsten Schritt ins Rap-Spiel macht er nun mit dem von Don Kanone präsentierten Free Mixtape “4:57”, das Produktionen von 9th Wonder, UK-Houser Calvin Harris (!), DJ Khalil und natürlich der League selbst sportet (die außerdem auch gleich Clavin Harris “Flashback” für einen Track re-editen).

Klingt alles irgendwie sehr, nun, “europäisch”, was sicherlich auch an Laws Style liegt, der mich ein bisschen an Drake erinnert und auch generell zielgruppentechnisch in die Wale-, Kid Cudi- und Co-Ecke zielt. Das Teil gibt es hier zum Free Download.

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Hehe, und weil es Kollege Weh beim letzten Mal zu wenig Gossip war, hier eine lustige News aus der Welt des nicht ganz so echten Rap: Möchtegern-Gängster Yung Berg wurde – schon wieder – seine Kette abgezogen.

Nachdem er vor gar nicht allzu langer Zeit bereits um seine hässliche Transformers-Chain erleichtert wurde, haben ihm nun bewaffnete Unbekannte bei einer Party erst seinen Schmuck abgeknöpft und ihm dann auch noch ein paar Schellen verpasst.

Yung Berg sieht das alles natürlich GANZ anders und hat gleich mal ein kleines Video verbreitet, aber hey: Street Credibility sieht anders aus. Zwei mal Kette geklaut, öffentliche Backpfeifen von Maino und irgendwelchen Thugs – um es mit den Worten von Mickey Fresh zu sagen: “At this point Justin Bieber has more street cred than Berg”.

(Inspiriert von Yung Bergs 2008er Kettenklau hatten übrigens damals die Jungs von complex.com “The Unauthorized History Of Chain Snatching” veröffentlicht – immer noch sehr amüsant und absolut lesenswert. Sein “Autobot”-Piece nahm ihm damals übrigens der Detroiter Underground-Rapper Diezel The Hit Man ab, der aus dem Umfeld von Nachtclubbesitzer / Detroit OG / Eminem-Homie Trick Trick stammt…).

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So richtig Rap sind hingegen diese zehn jungen Spitter, welche das Traditions-Magazin XXL für ihre Freshmen-Ausgabe gewählt hat, in der die upcoming Rookies des Jahres vorgestellt werden.

Alle zehn kommen aufs Cover und alle zehn stellen sich freundlicherweise per Video-Freestyle auf der XXL-Seite vor, bevor die Ausgabe im Zeitschriftenregal stehen wird. Die Videos haben zwar alle keine Credits, aber wer zuletzt bissl aufgepasst hat, weiß, wer dabei ist.

(Wer hingegen gepennt hat und jetzt trotzdem bei seinen Kumpels im Hallschlag / Tonstudio / Corso Bar glänzen will, hier der Yo! KTV Raps-Spickzettel (die Zahlen sind natürlich die Video-Nummern):

1 Pill
2 Wiz Khalifa
3 Nipsey Hussle
4 Fashawn
5 J. Cole
6 Big Sean
7 Freddie Gibbs
8 OJ da Juuuuuuhman
9 Donnis
10 angeblich Jay Rock (noch nicht erschienen)
)

Man muss ja nicht erwähnen, dass die Wahl in der realen Welt im Netz wie immer ausgesprochen heiß diskutiert wird – und die Blogwars aufgrund der ausgesprochen unterschiedlichen Reimqualitäten der Buben auch durchaus nachzuvollziehen sind. Beispiel gefällig?

Freddie Gibbs:

AYE AYE OKAY! WELL! DAMN! AYE! BURRRRRR! (OJ da Juiceman):

Ich find die Auswahl aber ganz ordentlich und gelungen – und dass OJ drin ist, läuft denk ich einfach unter dem Punkt “gezielte Provokation”.

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Kanye Wests Blog war ja – soweit ich mich erinnern kann – eine der Hauptinspirationen für Martin, kessel.tv zu gründen. Deshalb hier kurz die Info, dass Kanye seinen Blog neu aufgesetzt hat und zukünftig direkt auf www.kanyewest.com bloggt.

Außerdem ist diese News eine gute Gelegenheit, noch ein bissl Titten Ärsche nackte Haut ästhetisch schöne Bilder reinzunehmen. Sex sells, weisch. (Die Funktionalität des neuen Blogs vom Kanye find ich aber übrigens total scheiße, nur so nebenbei…)

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Noch mehr Gossip? Aber gerne: Snoop hat ein kleines Geldproblem – laut rap.de wurden “bereits am 19. Januar der Rapper und seine Frau deshalb, laut der Detroit News, von der IRS, der Bundessteuerbehörde der Vereinigten Staaten, auf Steuerschulden in Höhe von insgesamt 598.309$ verklagt.”

Haufen Schotter, und das trotz fettem Job bei Priority. Soll er halt nicht so viel Grünzeug mit Kid Cudi paffen, dann klappt´s auch mit der Zahlungsmoral…

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Schon beim letzten mal hatten wir ja von Adult Swim, dem Zeichentrick-Sender für Erwachsene, und dessen Nähe zum HipHop berichtet. Jetzt haben die Macher ein neues “Musical” angekündigt: Bei “Freaknik” spricht T-Pain die Hauptrolle, in weiteren Rollen sind Snoop, Rick Ross, Lil Wayne, Cee-Lo Green, Lil Jon, Kelis und die Alt-Funker George Clinton und Bootsy Collins zu hören. Ich freu mich schon drauf…

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Der fiktive Reporter Dick Shitman (sic!) von “Hood Newz” dürfte dem einen oder anderen als lustiger Comedy-Sidekick der Tapes von DJ Whoo Kid bekannt sein.

Nun hat die Horst Schlämmer-HipHop-Variante aufgedeckt, dass es von dem aus künstlerischer Sicht eh schon schlimm daneben gegangenen “We Are The World 2010” auch eine Version mit Rappern gibt und die natürlich gleich rausgetan.

Ja, verdammt, man muss die Beteiligten und ihre Geschichten kennen, um darüber lachen zu können, aber ich hab mich fast bepisst beim Anhören, vor allem über die (natürlich komplett gefakten) Parts DMX, Lil Wayne und Eminem.

Ist aber Geschmackssache, ich weiß. Mit dabei sind außerdem noch DJ Khaled, T-Pain, Dr. Dre, Drake, Kid Cudi, Rick Ross, Young Jeezy, Akon, M.O.P. und Christopher Walken (“i get 50 to slap the shit out of you!”). Ey: “Where is Coolio when you need him?” Hammer (und fette Kassettenoptik extra für den Maddin!).

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So, Free Mixtapes ham´wer abgehakt, Gossip auch, was fehlt noch? Ach ja, natürlich: Bewegtbilder!

Mein Lieblings-Grummler Püh! ist der big Name, mit dem die Underground-Crew Timeless Truth für ihr erstes Video aufwarten kann. “Priceless” ist ganz klassischer Dope Beat-NY-Underground-Shit, keine Faxen, keine Scherze.

Inklusive der typischen Posse-auf-der-Brücke-, Posse-im-Barbershop-, Posse-im-Hinterhof- und Posse-haut-dir-auf-die-Fresse-Shots. Und der Klamottenstyle ist auch schön Golden Era / 90ies, da haben die Eier Platz zum Baumeln und sportiv ist das Ganze auch. So mag Vaddi das. Produziert von P.F. Cuttin… Klingelt´s? Jetzt vielleicht?

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Freddie Gibbs ist wie schon oben genannt einer der upcoming Artists des Jahres und ein Zeilenschwinger, den man im Blick behalten sollte. Ihr wollt Beweise? Klaro:

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Gut, gell? Ach komm, da geht noch einer – diesmal mit Mikkey Halsted. Freddie, die Zweite:


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Das gemeinsame Projekt “The H” von Ricky Rauss und Birdman nimmt immer deutlichere Züge an – jetzt gibt es ein weiteres Video von den beiden. Böser Backpulver-Shit, knackige zweieinhalb Minuten Länge, Rick Ross hat dickere Glocken als Amber Rose. Check:

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So, liebe Schlafzimmer-Hobby-Produzenten, und jetzt zeigt euch noch Cam´rons neuer Haus- und Hof-Beatbastler Araab Muzik, wie man richtig mit einer MPC umgeht:

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Aight, das wär´s, wir sind raus wie´s HipHop Open und wünschen ein schönes Wochenende – und immer dran denken: “We Are The World, masafagga”!

Peace, Le Mischi für Yo! KTV Raps

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PS: Fortgeschrittenen-Mucke für Jutesack-Rapper gefällig? Aber gerne: Johnny Polygon ist ein sympathischer Typ, der auf den Spuren von Andre3000 und Theophilus London wandelt.

Ist mir zum ersten Mal auf dem grandiosen Free Album “Spandex, Rhymes & Soul” von Amanda Diva aufgefallen (das es auf ihrer Seite immer noch zum downloaden). Fetter Bontempi-Orgel-Beat, by the way.

15 Comments

  • martin sagt:

    der typ an der mpc ist ja der knaller… und ja das we are the world ding ist wirklich lustig 🙂

    aber auch ein geiles tool, dieser “kassettenplayer”

  • Mischi sagt:

    passend zu den “tape-tagen” auf kessel.tv 🙂

  • handzon sagt:

    Welche Bedeutung hat das Grace Jones Zitat? Und wieso ist Fashawn bei XXL nur auf Platz 4?

  • Le Mischi sagt:

    hmm, also das amber rose-pic ist wohl noch ein überbleibsel von irgend nem covershooting gewesen, hat glaub ich keine nähere bedeutung.

    und die reihenfolge der xxl-videos ist keine chartswertung oder so – das ist einfach die reihenfolge, in der die videos veröffentlicht wurden …

  • die Adi sagt:

    ist ein überbleibsel des COMPLEX-Shootings, sie coverte die posen von Grace Jones, wie der Martin währen der Doppelgänger-Wochen auf FB

    http://jezebel.com/5337618/why.....-in-a-cage

  • alx sagt:

    Fashawn habe ich vor einer Woche entdeckt, bin sehr glücklich darüber!

  • Le Mischi sagt:

    yeah, fashawn ist mir auch am liebsten von den zehn. wobei die glaub ich alle (außer donnis und big sean) dieses jahr mehr oder weniger groß werden. oj ist auf der nächsten single von mariah carey drauf, bei nips ist es eh nur noch eine frage der zeit, bis snoop ihn auf priority signt, pill hat ein paar dicke mixtapes in petto und gangsta gibbs ist eh hype wie sau…

  • alx sagt:

    … auf priority signt? gott ich bin alt…..

  • Le Mischi sagt:

    nanana, gerade wenn du schon so “alt” bist müsstest du doch priority-records kennen 🙂
    http://en.wikipedia.org/wiki/Priority_Records

  • alx sagt:

    aaaah jetzt…..nein. Ich bin reiner Konsument und hatte mich früher nie für Labels oder dergleichen interessiert. Was sicherlich dumm war, aber ich stand mit meinem Geschmack ohnehin alleine da, wer hätte es mir beibringen sollen, so ganz ohne Internet

    danke 😉

  • Le Mischi sagt:

    hehe, kein ding 🙂
    ich habhalt schon früh angefangen, nach labels, producern etc zu gehen, eben weil es auch zu meiner zeit anfang 90ies noch nicht die informationsfülle im internet gab… booklet auswendig lernen war eben angesagt 🙂

  • ada sagt:

    laaaaber, erbärmlicher zustand rap-deutschlands? grad geht doch mal soo viel. besonders köln, nimm allein mal german dream: morgen neues überkrasses farid bang album (diese punchlines… überhaupt, dieser mann! beste seit laaangem und mit klügeren wortspielen als alle lahmen studentenrapper), die neue von savas is auch cool. bass sultan hengzt bringt sogar mehrere alben dieses jahr und er fickt sie eh alle. dann kollegah, favorite usw usw
    und nein, bevor die “ich bin alt ich weiß bescheid, du bist unter 20 und ersguterjungegeneration” schiene kommt: ich bin keine blingblingbushido-gaangsta goldkette kragen hoch mit handy am ohr tussi, ich feier durchaus auch anderes, ha sogar trus’me (kennste dam-funk? soo gut), oder überhaupt cosmic, balearic, italo disco und all das zeugs und höre musik nicht ausschließlich über die lautsprecher meines handys in der sbahn. aber come on, battlerap im moment ist for the l.o.v.e und ok wenn dir farid zu sehr fck-deine-mutter-slang ist: nimm huss & hodn zb., die zitate ep war der überflower..

  • MäD sagt:

    Köln? GermanDream?
    Na ja, außer Farid B. gibts ja bei GD nicht sooo viel erwähnenswertes zu berichten. Okay, der kleine Ekrem macht teilweise musikalisch gesehen auch ne gute Figur aber der Rest…? *gääähn*

  • martin sagt:

    “for the l.o.v.e.” muss ich mir merken.

  • Le Mischi sagt:

    @ ada: easy, bei yo! ktv raps wird niemand für seinen geschmack gebasht 😉

    und wie das bei einem blog so ist, ist das hier alles natürlich höchst subjektiv und ohne anspruch auf vollständigkeit. und ja, es gibt sicherlich ein paar gute in d, die welle machen (wobei ich außer huss&hodn und sav alle anderen der von dir genannten nicht dazu zähle), aber im großen und ganzen reißen die halt einfach zu wenig im vergleich zum großen, stinkenden rest, der keine präsenz, lahme live-shows vom band und langweilige themenauswahl sportet – mich turnt das alles einfach nicht an.

    ich würde mir da einfach mehr wünschen – mehr gute beats, mehr technik, mehr flow, mehr charisma, eine wieder größere präsenz des djs – aber außer den oben genannten fallen mir da vielleicht gerade mal eine handvoll künstler ein. und das hat auch nix mit studentenrappertum oder grundsätzlichem “früher war alles besser”-gedöns zu tun.

    und klar kenn ich dam-funk 🙂

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