Yo! KTV Raps by Mischi

HipHop is dead? Teilweise mag das stimmen. Die “Innovationen”, beziehungsweise stilprĂ€genden flashenden Veröffentlichungen von großverdienenden Schwunggebern des vergangenen Jahrzehnts wie Missy, Pharrell oder Timbaland aber auch einem Kanye liegen lĂ€ngst zurĂŒck – und waren natĂŒrlich auch immer nur eine Seite von HipHop.

Es ist freilich schwierig, stĂ€ndig das Rad neu zu erfinden. HipHop ist 35 Jahre jung. Das soll aber nicht heißen, dass es keine guten, neuen HipHop VÖs mehr gibt. Ganz im Gegenteil, man verliert vielleicht heutzutage einfach nur die Übersicht, so geht es zumindest teilweise mir.

Unser Experte Mischi, hauptberuflich beim re.flect tĂ€tig, hat sich schon vor einiger Zeit angeboten, eine regelmĂ€ssige HipHop Kolumne fĂŒr unseren Blog zu verfassen. Er wĂ€re gut drin in dem Thema meinte er und deswegen wollen wir damit heute einfach mal loslegen.

Der Ton soll dabei nicht “bring HipHop back” sein, denn HipHop muss man nicht backbringen, sondern Mischi bĂŒndelt ganz nach seinem Geschmack regelmĂ€ssig die breite Release-Flut und informiert den Leser was er gerade als gut empfindet. Zum Abschluss gibt es noch etwas Bunte-Gossip.

Viel Spass dabei.

Dass sich Diplo seit je her fĂŒr Ghetto-Zeugs jeglicher Machart interessiert, ist ja dank seines Labels Mad Decent oder dem großen, bösen Major Lazer-Projekt hinlĂ€nglich bekannt. Baile Funk oder B-More, Dancehall oder Dirty South – wennÂŽs Gheddo ist und Bass hat, ist Diplo nicht weit.

Nun hat er sich der Mucke des derzeit einsitzenden Gucci Mane angenommen und unter dem Titel „Free Gucci“ ein amtliches Remix-Album klar gemacht. Oder wie es im Mad Decent-Blog heißt:

„Diplo rounded up some of our favorite friends to remix tracks from Gucci Mane’s “Cold War” mixtape series.“

Mit dabei sind neben Diplo himself auch Jungs wie Flying Lotus, Salem oder Benzi. Das Mixtape gibt es fĂŒr umme auf der Mad Decent-Seite. Tipp: das Formular kann man auch mit jeder Menge Buchstabenquatsch fĂŒllen, wir sind hier ja nicht bei google, gell.

Und noch nen Mixtape for free:

Hi-Tiggedy-Tek und Talib Kweli a.k.a. Reflection Eternal machen dick Promo fĂŒr ihre Reunion mit dem vom großartigen Statik Selektah gemixten „The Re:Union“-Mixtape.

Dieses gibt es ebenfalls gratis auf der Homepage von Kwelis Blacksmith-Label zum Download und besteht aus ein paar Ă€lteren Joints der beiden, Booties, Stuff von Hi-Teks „Hi-Teknology“-Reihe und einigen Exclusives wie dem oberfetten „Come Around“ featuring Royce da 5’9 und Termanology, der darauf seine patentierte Big Pun-KettensĂ€ge auspackt. Killer.

Das kommende, sehnsĂŒchtig erwartete Ghostface, Method Man und Raekwon-Collabo-Album „The Wu Massacre“ wird derzeit mit drei Clips im „Sieben“-Style angeteasert.

Diese hat der HipHop-Video-Veteran Rik Cordero abgekurbelt. Verdammt, dieses Album MUSS Bombe werden – immerhin hat Backpulverboss Raekwon mit dem Jahreshitlisten-Ruler „Only Built 4 Cuban Linx 2“ ganz schön weit vorgelegt. Hier die besagten Clips:

9th Wonder und sein Homie Khrysis sollten hingegen jedem Trueschool-Backpacker fĂŒr ihre saftigen Sample-Meisterwerke fĂŒr Little Brother, Away Team, Erykah Badu oder DestinyÂŽs Child (huch!) bekannt sein.

Jetzt haben die beiden keinen Bock mehr gehabt, nur vor Fruity Loops rumzusitzen und sind deshalb selber ans Mic gesteppt. Das Resultat ist „Make It Big“, was 9th Wonder höchstpersönlich an diverse Durchlauferhitzer Computergangster Blogs verschickt hat, welche auch erwartungsgemĂ€ĂŸ direkt „NĂŒsse gingen“, oder so. Ach ja: der erste ist 9th, der zweite Khrysis.

Ansonsten? Das Fashawn-Album „Boy meets World“ ist uneingeschrĂ€nkt empfehlenswert, inklusive kompletter Album-Produktion von Exile und Features von Evidence, Mistah Fab und Blu.

Und wenn wir schon bei Blu sind: der hat ein sampletriefendes, superroughes Album fĂŒr den Brooklyner Underground-MC Sene produziert, das dieser Tage auf dem superben Mini-Imprint Shaman Work (u.a. Emanon, Wale Oyejide, DOOM) erschienen ist.

Und noch ein bissl ein Gossip? Aber gerne: Justin Timberlake (!) ist bei einem Gig von Trueschooler Brother Ali (!!) bei der JH Snowboarder Magazine Party auf die BĂŒhne gehĂŒpft und hat spontan gebeatboxt (!!!einself!!). Das Beste ist aber, dass Ali JT zuerst gar nicht erkannt hat und ihn, als er auf die BĂŒhne wollte, erstmal runtergekickt hat, hehe.

NichÂŽ so doll lief es zuletzt fĂŒr Usher: Erst ist sein kommendes Album komplett ins Netz geleakt und dann wurde auch noch seine Karre auf einem Parkplatz ausgerĂ€umt. Irgendwo freuen sich jetzt ein paar crackrauchende Lausbuben ĂŒber Blingbling, Klamotten, Pelze und Elektronikkram im Wert von ĂŒber einer Million toter PrĂ€sidenten. Aber hey: wer lĂ€sst auch soviel Zeugs in seinem Karren rumfahren? (Ich lass nicht mal mein uraltes Nokia sichtbar im Auto liegen!).

Rihanna turtelt ziemlich öffentlich mit Baseball-Beau Matt Kempp herum und Hova und Swizzy haben ein schickes Video fĂŒr „On To The Next One“ am Start:

Und noch ein bissle „Bravo HipHop“-News: Am 04. Februar kommt Bushidos Semi-Biopic „8 Mile“ „Zeiten Ă€ndern dich“, produziert von Bernd Eichinger, ins Kino. Mit dabei sind neben der rappenden Monobraue auch Hannelore Elsner, Moe Bleibtreu, Mina Tander, Katja Flint, Fler und Uwe Ochsenknecht.

So, das wĂ€rÂŽs erst mal – und nicht vergessen: Rap ist nicht tot, nur ein bisschen durmelig.

Peace!

PS: Zum Abschluss nix mit Bummtschak, sondern „Love Like That feat. Aby Wolf“. Der außergewöhnlichste und irgendwie dickste Tune des Albums „Radio Do Canibal“ von Brother AliÂŽs DJ BK-One, das eigentlich ein straightes Rap-Album mit Features von Scarface, Black Thought, Raekwon, Slug, Murs, Phonte, The grouch und Aceyalone ist. Passt irgendwie zur Jahreszeit.

21 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.