Wie ich zum Kessel wurde

FrĂŒher hatte ich drei Idole. Pierre Littbarski, Hulk Hogan und Nick Hornby. Heute ist mir das zu anstrengend, so vielen Typen nachzueifern, deshalb hab ich nur noch ein Vorbild: den RAM, Alter.

Das ist recht praktisch, denn der RAM hat die gleichen O-Beine wie Litti, ist mittlerweile ein derberes Tier als Hulk, wird genau so grĂŒn wie Hogan, wenn er mit mir schnĂ€pselt und besser schreiben als der Hornby kann er mittlerweile auch.

Klaro also, dass ich immer alles Ă€hnlich tight machen will, wie der Radamsky, daher war ich ĂŒber den Jahreswechsel wie Herr R. im letzten Jahr auch in den Staaten im Urlaub.

Ab hier ist dann aber einiges anders gelaufen. Denn wĂ€hrend Martin mit seinem Astralkörper ĂŒber den Tanzflur hoppelt, hĂ€nge ich mit einem Astra-Körper in den Seilen.

Wahrscheinlich lag es am ErnĂ€hrungsplan in den States. Vielleicht am FrĂŒhstĂŒck?

Oder doch am Mittagessen?

Wenigstens abends habe ich mich zurĂŒckgehalten.

Zwischendrin hab ich sogar gesundes Zeugs gezischelt. Das ist der Orangensaft des grĂ¶ĂŸten Indianer-Stammes in Florida, den Seminolen.

Weil der weiße Ami mittlerweile ein schlechtes Gewissen hat, dass er in den letzten 250 Jahren so ziemlich jeden Eingeborenen um die Ecke gebracht hat, haben die Seminolen vor 30 Jahren die Lizenz zum GlĂŒcksspiel bekommen. Mit ihren Casinos machen die Indianer mittlerweile so viel Asche, dass sie sich kĂŒrzlich die Hard-Rock-CafĂ©-Kette gekauft haben.

Witzigerweise haben die RothĂ€ute auf allen Produkten die selben Farben wie unser duftes Vaterland auf dem FĂ€hnchen. Hab ich im Urlaub natĂŒrlich erst mal einen Schreck bekommen und gedacht, dass die HĂ€uptlinge nach dem Hard Rock CafĂ© auch noch Deutschland gekauft haben.

Kurz RAM angerufen und nach der Nummer von der Angie gefragt. Die im Kanzleramt haben mich aber gleich beruhigt. Deutschland geht’s zwar scheiße, musste aber noch nicht verkauft werden.

So, abgeschweift. Seit dem Urlaub kann ich meine Schuhe nicht mehr sehen, weil ein Hindernis im Weg ist. Jetzt hat mich der RAM letzten Freitag drauf gebracht, was es ist. „Junger, hast du einen Kessel bekommen“, hat er mich ausgelacht.

Hab ich ihm endlich verraten können, was mein guter Vorsatz fĂŒr 2010 ist. Mein Bauch ist ein Bekenntnis zu diesem Blog, die Wampe ist quasi Kessel.tv-Branding, my own private Kessel. Körper Merchandising, völlig neue Werbeform halt. Wollte er mir komischerweise nicht glauben.

So, muss jetzt Schluss machen. Mittagessen ruft.

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