KTV-Classic: Klopapier

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Elementare Themen vor: Gerade eben habe ich diesen Packen Klopapier fĂŒrs BĂŒro gekauft. Weils ja sonst keiner macht und Klopapier immer da sein muss.

Im Eckladen des sympathischen Griechen (Dialog unter Landsleuten: “Ey Malaga ich sag dir…”, kein Scheiß) stieß mir dieser SuperpĂ€ck ins Auge. 40 Rollen feinstöfflichstes zweilagiges Klopapier fĂŒr 15 Tacken. Hat er mir guten Preis gemacht. Da dachte ich mir, fĂŒr meine Jungs nur das Beste vom Besten und hab zugeschlagen. Ein PĂ€ckchen Kaffeepads gabs oben drauf. Der Korben wĂŒrde jetzt sagen: Kaffee, Kippe…

QuietschvergnĂŒgt ĂŒber meinen abgeschlossenen Megadeal, der garantiert kein Megadeal war, weil beim Malaga auch die Angebote etwas teurer sind, schlenderte ich mit meinen neuen Freunden, den 40 Rollen Feinstöfflichsten, zurĂŒck ins BĂŒro.

Das sind gerade mal 150 Meter, aber auf diesen 150 Meter kam mir wieder ein brisantes Thema in den Kopf, das ich in letzter Zeit immer öfters höre: Einige Menschen schĂ€men sich angeblich mit Toilettenpapier durch die Gegend zu laufen. Also so vom Einkaufen nach Hause oder so. GerĂŒchten zur Folge wickeln manche Menschen ihren Pack Klopapier sogar schon in eine BILD-Zeitung ein, selbst das wĂ€re cooler.

Mir ist das absolut unverstĂ€ndlich. Ich meine, egal ob Mann oder Frau, irgendwas muss doch immer raus. FĂŒr den Stoffwechsel kann keiner was und wenn dann maximal der liebe Gott.

FrĂŒher, keine Ahnung wann das Toilettenpapier erfunden wurde, hat man sich schĂ€tzungsweise nachm Kacken einfach die Hose wieder hochgezogen. Da hatte der Begriff Bremsspur wenigstens noch eine ordentliche Berechtigung!

Also was soll das Getue? Wir haben saubere Ärsche und sollten uns ĂŒber Klopapier freuen.

Und mal ehrlich, was sollen die Leute schon reden? Beispiel: Ich laufe also mit 40 Rollen Toilettenpapier unterm Arm durch die Gegend und das wird auf der anderen Straßenseite gesehen. Was denken nun die Leute, Herr Jauch?

a) Ui, der muss aber viel aufs Klo.

b) Die arme SchĂŒssel muss ordentlich was verkraften.

c) Ha, da wird halt noch ordentlich gewichst.

d) Zweilagig – fĂŒr mehr hats wohl auch nicht gereicht. (Sozialneid 2009)

e) Oooh guck mal, die arme Brillenschlange da drĂŒben hat aber coole Sneaker(s) an.

FĂŒr die Antwort muss ich wirklich niemanden anrufen, denn ich sage: maximal Letzteres! Also falls man meine Schuhe sieht.

Warum soll Mensch sich auch etwas anderes denken? Warum soll Mensch sich ĂŒberhaupt irgendetwas denken, wenn einer von A nach B mit Klopapier lĂ€uft? Ich denk mir doch auch nichts bei, wie ich mir auch nichts dabei denke wenn ich jemanden mit einer riesigen BĂ€ckertĂŒte sehe.

Aber scheinbar ist das so. Die TĂŒte von Dr. MĂŒllers ist lĂ€ngst in unserer Gesellschaft akzeptiert (“guck mal Schatz, da könnten wir auch mal wieder shoppen gehen”), das arme Klopapier wird zum verschmĂ€hten Außenseiter. Deswegen: Free Toilettenpapier! Weg mit den Vorurteilen! ItÂŽs all about our BedĂŒrfnisse! Ich melde jetzt eine Demo an.

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