Radfahrer haben nur Feinde

stuttgart_radweg

Radfahrer, so ist es einfach, haben nur Feinde und dabei sind Radfahrer eigentlich die besseren Menschen (umweltfreundlich, gutgelaunt, gesund Рweiß man ja).

Autofahrer sind schon immer der Feind der Radler.¬†In der Stadt der Autos ist das schon mal kein Spa√ü. Wer vorne einen Stern hat, macht seine Fahrert√ľr auf, wenn er es f√ľr richtig h√§lt. Da wird er bestimmt nicht die Erlaubnis eines nahenden Radlers abwarten.

Nun stellt sich f√ľr mich immer mehr heraus, dass die Fu√üg√§nger in diesem Krieg auf der Seite der Autofahrer sind. Wahrscheinlich weil die meisten Fu√üg√§nger auch Autofahrer sind, aber keine Radfahrer. Also bleiben f√ľr uns Radfahrer nur noch Feinde.

Zu den Feinden gesellen sich schlechte Rahmenbedingungen (Kessel) und mangelnde Radwege. Hat man endlich mal einen Radweg gefunden, ist er entweder mit einem Lieferwagen zugeparkt oder er endet einfach, ohne Vorwarnung.

Ich f√ľr meinen Teil kann damit leben, denn ich fahr auch gerne Gehweg. Doch dort lauert schon wieder der Feind. Als gelassener Radfahrer st√∂rt es mich nat√ľrlich nicht, wenn mir b√∂seste Beschimpfungen zufliegen, weil ich es wage den 3 Meter breiten Gehweg am Cityring mitzubenutzen. (Gestern sagte doch tats√§chlich einer, man solle mich √ľber’s Knie legen. Bitte?!)

Auch der w√∂chentliche Renter-Angriff, die mich wahlweise mit einem beherzten Griff an Lenker oder √Ąrmel direkt vom Rad holen wollen, stehe ich – ganz der l√§ssige Radler – locker weg. Wir sind ja die besseren Menschen. Ich lass mich nicht provozieren. Aber wehe, die begegnen mir mal, wenn ich im Auto sitze…

21 Comments

  • Thorsten W. sagt:

    Ich find ja auch dass Stuttgart ziemlich Fahrrad-unfreundlich ist – mir war das eigentlich auch immer zu gef√§hrlich, als ich noch mitten im Zentrum gewohnt hab. Und die neuen Fahrradwege, die’s jetzt √ľberall gibt, sind auch sowas von l√§cherlich – die h√∂ren dann an irgend ner Kreuzung einfach auf.

  • martin sagt:

    ja, der auf einmal endende radweg… fast schon von philosophischer natur und nur in stuttgart… oder so.

    ich f√ľr meinen teil muss sagen, dass ich aufm rad im gegensatz zum autofahren (o-ton kumpel: “Du f√§hrsch wie mei oma”) ein ziemlicher “rowdy” bin. kreuz und quer, gehweg, stra√üe, rote ampel, alles geht

  • die schlimmsten radfahren sind doch die autofahren!? dacht ich immer, hehe

    als radfahrer hat man es nicht leicht. selbst mit radwegkarten sind radwege schwer zufinden.

  • Jimbou sagt:

    Hm ich glaub ich bin wie martin ein Grund warum alle √ľber die Radfahrer schimpfen, ich fahr wie Drecksau und die Bedeutung von Verkehrsschildern und Ampeln hab ich sobald ich in die Pedale trete vergessen. Es tut mir leid.

  • Jana sagt:

    Letzte Woche spricht mich ein Polizist an warum ich auf dem Gehweg fahre. Meine ich, hier gibt’s keinen Radweg. Meint er, ich m√ľsse zwei Parallelstra√üen weiter fahren und dort den Radweg benutzen und wenn der endet, wieder hier herunter auf meine eigentliche Stra√üe fahren. Is klar.

  • LKTROSNDY sagt:

    Ich fahrgenauso wie Martin, auf der Star√üe fahren und die rote Ampel mit der gr√ľnen Fussg√§ngerampel umgehen, rauf aufn Gehweg und dann wieder runter.

    Aber ich muss sagen, da√ü die Autofahrer in hier ziemlich aufmerksam sind und mich relativ oft durchwinken. Nur die Fussg√§nger sind immer total blind und rennen einfach auf die Stra√üe ohne zu gucken ob da jemand kommt oder nicht. UNd wenn sie von meiner Klingel erschreckt werden, sich dann noch aufregen. ūüėČ

  • Thorsten sagt:

    So mag ich nervende Radfahrer am liebsten:
    http://www.cm145.net/vati/schlamm1.1.jpeg

  • Tobi Tobsen sagt:

    ich bin als fahrrad- und sternfahrer ein rowdy ūüėÄ

  • Don sagt:

    Radfahrer sind der Abschaum des Strassenverkehrs!!!doppeltunddreifacheinself!!!!!

    Kommt man mal in das zweifelhafte Vergn√ľgen in flachen Studentenst√§dten wie M√ľnster, Groningen oder Oldenburg Auto zu fahren hat man ca. nach 30min das unb√§ndige Verlangen sich einen Bullenf√§nger zu montieren und mal herzhaft Gas und Bremse zu verwechseln.

    Und insbesondere Nachts: Also ich k√∂nnte mir schon Absch√ľsse zuschreiben, wenn ich nicht noch im letzten Moment die Radfahrer ohne Licht doch noch gesehen h√§tte. Fazit: Vollbremsungen kann ich.

    Ich warte noch auf den Tag, an dem ich die Polizei dabei live beobachten darf, dass sie Fahrradfahrer aufgrund ihres r√ľpelhaften Verhaltens kr√§ftig zur Kasse bitten.

    Ach ja…nat√ľrlich habe ich auch ein Fahrrad *g*

  • Tobi Tobsen sagt:

    tun sie doch schon! machen voll den aufstand wenn man ohne bremsen unterwegs ist..

  • martin sagt:

    ich hab mal ne reportage √ľber fahrrad-cops in m√ľnster gesehen und mir gedacht, schimpft noch einer √ľber die “schei√ü bullenstadt stuttgart”.

    da wird ja alles bestraft!

  • Martin Sp. sagt:

    Wieso fahrt ihr alle so gerne Radwege? Schneller und vor allem sicherer ist es im Blickfeld der Autofahrer, auf der Strasse!

  • Don sagt:

    @Tobi: Ich wills halt mal live erleben.

  • joy sagt:

    Auszug aus meinem Brief an die Stadt Stuttgart im Sommer:


    ….
    Das Radfahren ist eine Katastrophe. Kaum Radwege. Oft muss man √ľber Fu√üg√§nger-Ampeln, manchmal enden Radwege einfach am Rand wo die Autos parken. Im Grunde kommt man ohne die Gehwege gar nicht sicher ans Ziel. Und hier lauern Polizisten, die einen anhalten und verwarnen. Dabei fahren gleich danaben auf der Stra√üe die Autos viel zu schnell vorbei. Oder auf den wenigen Radwegen schlendern gem√ľtlich Passanten und sind noch genervt wenn man vorbei will. Wohlgemerkt auf dem Radweg. Da verwarnt kein einziger Polizist die Leute.

    Auf einer einzigen Tour kann es so schon mal stressig werden. Dabei sind immer die Radfahrer die Bösen. Sei es notgedrungen auf dem Gehweg, weil die Straße einfach zu gefährlich ist, sei es auf dem Radweg der durch Passanten behindert wird oder sei es auf der Straße, wo Autofahrer herrschen. Als Radfahrer hat man es echt schwer in Stuttgart!
    …”

    Antwort kam vom Claus Köhnlein
    – Fahrradbeauftragter-:

    “…
    In Stuttgart ist es besonders schwierig in einem bereits aufgeteilten
    Verkehrsraum nachtr√§glich erforderliche Fl√§chen f√ľr den Fahrradverkehr zur Verf√ľgung zu stellen.
    Erst in den letzten Jahren wird bewusst der Fahrradverkehr verstärkt
    gef√∂rdert. Allerdings ist hierf√ľr eine ausreichende Fl√§che erforderlich,
    die Politik muss hinter den Planungen stehen und auch das daf√ľr notwendige Geld zur Verf√ľgung stellen. Hier hat sich einiges getan. Bis die Planungen allerdings realisiert werden, dauert es einige Zeit.
    Aber Stuttgart ist mit Sicherheit auf dem richtigen Weg zu einer
    fahradfreundlicheren Stadt zu werden….”

  • martin sagt:

    na ja, klingt erst mal wenigstens hoffnungsvoll, aber cool dass sie wenigstens antworten. wie lange hats gedauert?

  • Whiskydrinker sagt:

    Rentnerattacken? Dagegen hilft die Nazikeule!

    Der Satz “Ja, ja, vor 70 Jahren h√§tte es so was nicht gegeben.” sorgt da immer f√ľr ein apruptes Ende der Diskussion von Seiten des Rentners aus.

  • Joy sagt:

    hat ca 2 Wochen gedauert mit der Antwort – immerhin! Das Problem ist denen schon bewusst, aber die Priorit√§ten liegen wohl woanders. Am meisten nerven aber die Polizisten, die einem laut hinterherschreien: “Hey Gehweg! Absteigen!”… Die m√∂chte ich sehen wie sie sich auf nem Fahrrad in Stuttgart f√ľhlen w√ľrden.

  • Martin Sp. sagt:

    Jo, solche Polizisten nerven wirklich. Die sollten nämlich gleich ein Ordnungsgeld verhängen, damit diese Unsitte mal eingedämmt wird. Gehwege gehören Fußgängern. Fahrzeuge gehören auf die Fahrbahn.

  • Zocher sagt:

    die Leute machen Fahrräder und Sachen kaputt und stehlen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.