Ein Bus und ein Container

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Am Samstag bin ich beim Schlossplatz an diesem Bus aus Beton vorbeigelaufen. Der steht da ja nicht immer, und als interessierter und in dem Moment auch nicht besonders eiliger BĂŒrger hab ich mal geschaut, warum auf dem Schlossplatz ein Bus aus Beton steht.

Es handelt sich bei dem Bus um das “Mahnmal Weissenau“, das an das Schicksal psychisch kranker und behinderter Menschen wĂ€hrend des zweiten Weltkriegs erinnern soll, die in solchen Bussen abtransportiert wurden. Gute Aktion also.

Zumindest gut gemeint war wohl auch eine andere Aktion, die bereits am 17. Oktober vor der Stuttgarter Oper, nur ein paar Schritte vom Schlossplatz entfernt, stattfand. Dort hatte die Elterninitiative “AktionsbĂŒndnis Amoklauf Winnenden” nĂ€mlich einen großen Baucontainer aufgestellt, in das reumĂŒtige Kids ihre “Killerspiele” entsorgen sollten.

Ich möchte jetzt nicht Partei fĂŒr oder gegen “Killerspiele” ergreifen, aber so ganz erschließt sich mir der Sinn der Aktion und der Bezug zu Winnenden nicht ganz.

Bis zum Nachmittag fanden sich auf jeden Fall nur an die vier “Killerspiele” im Container, wie heute auf Spiegel Online zu lesen ist. Die Entsorgung dieser wurde dann aber möglichst medienwirksam inszeniert, was wiederum von jemand anderem gefilmt wurde und die ganze Aktion dann doch irgendwie lĂ€cherlich macht – beides findet sich natĂŒrlich bei YouTube:

11 Comments

  • julia sagt:

    die kids, die ihre spiele da entsorgt haben, sind sowas von geheilt im bezug auf amoklaufen, da kann nix mehr passieren. stuttgarts schulen sind safe! geile aktion echt, find das bissle lĂ€cherlich und wĂŒrde da lieber auf andere art und weise versuchen was zu vermitteln.

  • Moritz sagt:

    Na da hat der Saturn an diesem Tag immerhin schon mal 2 Spiele verkauft….
    Wieder einmal mehr gewollt als gekonnt wĂŒrd ich sagen…

  • knoxville sagt:

    schon sehr witzig, wie der kameramann die dinger dann selbst so vor sich hin schmeißt und das filmt… 😉

  • Björn B. sagt:

    in der Stuttgarter Zeitung stand am Wochenende was von 24 Spielen…dumm nur, dass inzwischen jeder im Internet selbst recherchieren kann und die LĂŒge aufgedeckt hat. Die neueste Formulierung war dann in der Art von “der Container blieb weitgehened leer”.
    Dumme Aktion, leider nicht gegen das wahre Übel gerichtet!

  • derPaddo sagt:

    Gott, ist das peinlich! 😀

  • kutmaster sagt:

    Boah, das Plakat zu der Aktion. Junger! Die zwei L in Form von Knarren und der Blutstropfen am E.

    Das ist Satire, oder? Sagt mir, das das Satire ist!

  • Sundee sagt:

    Baucontainer mieten: 350 Euro
    Kameramann engagieren: 150 Euro
    Schlechter Grafiker und Druckkosten fĂŒr Plakate: 200 Euro
    Vier Videospiele bei Saturn kaufen: 200 Euro
    Zwei schauspielende Kids anhauen: 20 Euro
    Zwei peinliche Videos zur Aktion bei Youtube: unbezahlbar!

    🙂

  • Lino sagt:

    Juhuu, nie mehr Amok! Man hat sich ja schon gar nicht mehr auf die Schulhöfe getraut, um sein Crack zu verchecken, aus lauter Angst dass so ein bleicher PC-Nerd einen aus Versehen umballert.

  • knoxville sagt:

    …hier’n kommentar auf youtube:

    “Sie hatten am ende *Trommelwirbel* 4 Spiele.
    Laut Piratenwiki davon:

    2x GTA/DefJam Orginalverpackt:
    Vom AAW selbst mitgebracht und mehrfach fĂŒr die Medien eingeworfen (siehe oben).

    1x OpenArena(von der Piratenwartei dem AAW geschenkt und von diesen dann eingeworfen)

    1xSmall Soldier von einem Gamer scheinbar teils? fĂŒr das Trikot teil als Scherz.

    Mal sehen ob der Gamer das Trikot bekommt oder der AAW es den Vorzeigekindern zuschießt.”

  • Annette sagt:

    Gehört zu dem Bus mit seinem lila BĂ€ndchen dann auch die lila Linie, die quer durch Stuttgart (und ĂŒbrigens auch mein winzig kleines Heimatdorf 30 min entfernt) fĂŒhrt?

    Nachtrag: Scheint so: Google hilft eben doch meistens:
    http://www.ez-online.de/lokal/.....464801.cfm

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