Grippenspiel

grippenspiel

Von wegen nichts mehr los in deutschen Wohnzimmern. Immer mehr Menschen bringen Spiel, Spass und Spannung aus ihrem Urlaub zurück: Das Grippenspiel erobert hiesige Haushalte.
Dabei ist das Grippenspiel eine Weiterentwicklung traditioneller Grippen. Dargestellt wird die Krankheitsgeschichte, die von der Geburt des Schweinegrippe-Virus handelt. Aufgeführt wird das Grippenspiel derzeit erfolgreich in zahlreichen Blutbahnen, meist in Menschen, die gerade vom Sangria-Saufen aus Mallorca kommen.
Die Spielregeln sind so simpel wie genial: Ein oder mehrere Mitspieler zelebrieren das Spiel wahlweise entweder alleine im eigenen Schlafzimmer oder gemeinsam mit anderen Grippebegeisterten in größeren Gemeinschaften, genannt Krankenhäusern. Mitspielen geht ganz leicht: Einfach einen erfahrenen Spieler heraussuchen, der sich schon bestens im Spielen auskennt, mit dem möglichst persönlichen Kontakt aufnehmen und schon ist man dabei.
Der Lohn der lustigen Aufführung: Spielt man schlecht, wird man immer noch mit einer Woche Quarantäne in den eigenen vier Wänden belohnt. Zockt man dagegen richtig gut, winkt das komplette Grippenspiel-Bonussystem: Husten, Schnupfen, Heiserkeit, mehr als Abgezockte werden sogar mit einer gehörigen Portion Fieber belohnt. Ganz in Ruhe im eigenen Saft schmoren, endlich wieder mal Das Boot im Director’s Cut auf DVD gucken und vor allem die ganzen Sackgesichter im Büro ein paar Tage nicht sehen müssen – was will man mehr.
Wo Erfolg ist, sind die Neider garantiert nicht fern: Kritiker werfen den Anhängern des Grippenspiels eine unnötige Kommerzialisierung vor. Die Pharma-Industrie, eine über jegliche Vorwürfe erhabene, grundintegre Gesellschaftsgruppe, propagiere das Grippenspiel nur aus finanziellem Interesse, um möglichst viele Hobby-Spieler im eigentlich harmlosen Spiel zu dopen. Ein Experte, der nicht näher genannt werden möchte, spricht bereits von einem „ flächendeckenden Doping im Genre des Grippenspiels. Da wird der Zuschauer systematisch verarscht.“
Grippefans lassen solche Vorwürfe kalt wie Schüttelfrost. Grippespieler verweisen überdies gerne auf die große Tradition der Virenzelebrierung. Schon im Mittelalter war das Grippenspiel ein zünftiges Schauspiel von Viren, hervorgegangen aus den Urkrankheiten der Menschheitsgeschichte. Bereits im 10. Jahrhundert gab es das Grippenspiel im Rückenmark um Maria, den Muttervirus, Josef, den Virenpapa und das Virenkindle. Auch die Verkündigung der Geburt des Virus an die Medien-Hirten (Hirtenspiel) und die Huldigung der Krankheit durch die Heiligen Drei Scheiß-Zeitungen BILD, Weltwoche und Bild am Sonntag wird bis heute mit großem Bohei und Hatschi zelebriert.
Der Überlieferung nach geht das Grippenspiel auf das Jahr 1223 zurück. Damals zog sich angeblich Franz von Assisi im Wald von Greccio im Ausblick auf das Dreikönigsfest einen furchtbaren Schnupfen zu. Seitdem fördern nicht nur die Franziskaner bei einem Weizen im Biergraten das Grippenspiel. Die unabhängige Spielejury

Grüss Gottle, hier ist der Aussenreporter. Das ist mein erster eigener Eintrag bei Kessel.tv. Inspiriert vom bisher schönsten Tippfehler auf dem Kessel – Martin machte kürzlich aus dem Krippenspiel ein Grippenspiel – huldigen wir hier dem „Spiel des Jahres“.

Von wegen nichts mehr los in deutschen Wohnzimmern. Immer mehr Menschen bringen Spiel, Spass und Spannung aus ihrem Urlaub zurück: Das Grippenspiel erobert hiesige Haushalte.

Dabei ist das Grippenspiel eine Weiterentwicklung traditioneller Grippen. Dargestellt wird die Krankheitsgeschichte, die von der Geburt des Schweinegrippe-Virus handelt. Aufgeführt wird das Grippenspiel derzeit erfolgreich in zahlreichen Blutbahnen, meist in Menschen, die gerade vom Sangria-Saufen aus Mallorca kommen.

Die Spielregeln sind so simpel wie genial: Ein oder mehrere Mitspieler zelebrieren das Spiel wahlweise entweder alleine im eigenen Schlafzimmer oder gemeinsam mit anderen Grippebegeisterten in größeren Gemeinschaften, genannt Krankenhäusern.

Mitspielen geht ganz leicht: Einfach einen erfahrenen Spieler heraussuchen, der sich schon bestens im Spielen auskennt, mit dem möglichst persönlichen Kontakt aufnehmen und schon ist man dabei.

Der Lohn der lustigen Aufführung: Spielt man schlecht, wird man immer noch mit einer Woche Quarantäne in den eigenen vier Wänden belohnt. Zockt man dagegen richtig gut, winkt das komplette Grippenspiel-Bonussystem: Husten, Schnupfen, Heiserkeit, mehr als Abgezockte werden sogar mit einer gehörigen Portion Fieber belohnt.

Ganz in Ruhe im eigenen Saft schmoren, endlich wieder mal Das Boot im Director’s Cut auf DVD gucken und vor allem die ganzen Sackgesichter im Büro ein paar Tage nicht sehen müssen – was will man mehr.

Wo Erfolg ist, sind die Neider garantiert nicht fern: Kritiker werfen den Anhängern des Grippenspiels eine unnötige Kommerzialisierung vor. Die Pharma-Industrie, eine über jegliche Vorwürfe erhabene, grundintegre Gesellschaftsgruppe, propagiere das Grippenspiel nur aus finanziellem Interesse, um möglichst viele Hobby-Spieler im eigentlich harmlosen Spiel zu dopen.

Ein Experte, der nicht näher genannt werden möchte, spricht bereits von einem „flächendeckenden Doping im Genre des Grippenspiels. Da wird der Zuschauer systematisch verarscht.“

Grippefans lassen solche Vorwürfe kalt wie Schüttelfrost. Grippespieler verweisen überdies gerne auf die große Tradition der Virenzelebrierung.

Schon im Mittelalter war das Grippenspiel ein zünftiges Schauspiel von Viren, hervorgegangen aus den Urkrankheiten der Menschheitsgeschichte. Bereits im 10. Jahrhundert gab es das Grippenspiel im Rückenmark um Maria, den Muttervirus, Josef, den Virenpapa und das Virenkindle.

Auch die Verkündigung der Geburt des Virus an die Medien-Hirten (Hirtenspiel) und die Huldigung der Krankheit durch die Heiligen Drei Scheiß-Zeitungen BILD, Weltwoche und Bild am Sonntag wird bis heute mit großem Bohei und Hatschi zelebriert.

Der Überlieferung nach geht das Grippenspiel auf das Jahr 1223 zurück. Damals zog sich angeblich Franz von Assisi im Wald von Greccio im Ausblick auf das Dreikönigsfest einen furchtbaren Schnupfen zu. Seitdem fördern nicht nur die Franziskaner bei einem Weizen im Biergraten das Grippenspiel.

Noch mehr Grund zum Feiern: Die unabhängige Spielejury wählte das Grippenspiel jüngst zum Spiel des Jahres 2009. Wir gratulieren.

2 Comments

  • Schwester sagt:

    Ein sehr schöner Beitrag Herr Außenreporter. Im Haushalt der Schwester findet auch ein Grippenspiel statt, es nennt sich pfeiffersches Drüsenfieber und wird als Solo-Stück vom Mitbewohner aufgeführt. Das pfeiffersches Drüsenfieber ist ein besonders langes Grippenspiel, es dauert mehrere Wochen! Leider kann ich aufgrund meiner Immunität die aus einer Teilnahme dieses Stückes in meinen Jugendjahren entstand nicht noch einmal an diesem Grippenspiel teilnehmen. Wer aber für eine längere Zeit auf die Gesichter an seinem Arbeitsplatz verzichten will, sei herzlich auf einen Kaffee mit meinem lieben Mitbewohner eingeladen!

  • franz von assisi sagt:

    ich hatte halt vor 786 jahren schon ein schwaches immunsystem…kein grund auf mir rumzuhacken und mich als den ursprung allen übels auszumachen 🙁

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