Radel-Thön

Tja, die einen gönnen sich mal kurz vier Tage in London, die armen Leute müssen sich hingegen mit dem Radelthon zufrieden geben. 

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Angefixt von Fixie und Co. KG, angenehmen Wetter am Pfingstmontag und weil Fahrradfahren ein super Ausgleich zum Laufen ist, schwangen wir uns gestern auf die Räder. Für die ungeübte Fraktion kamen Berge nicht in Frage, also sind wir durch den Stadtpark zum Neckar um in Richtung Esslingen auf dem Radelthon zu landen.

Der Radel-Thon, so eine Info-Platte beim Leuze (und falls es jemand nicht wissen sollte), ist eine 80 Kilometer lange Strecke einmal rund um Stuttgart. Kann man mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 km/h in sechs Stunden schaffen (Stunde Pause mit eingerechnet), meint zumindest die Info-Tafel. 

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(Mit diesem Rad wird Lance Armstrong dieses Jahr die Tour bestreiten. 1 cm Werbefläche auf dem Rahmen kosten 100.000 Euro. Aber beim Soundshop und bei uns läufts einfach.) 

Den Radelthon könnte man auch als Wirtschaft-Radeln bezeichnen. Immer schön einkehren. Von Eis zu Eis, von der Roten zur Roten. So ungefähr haben wir es auch gemacht. 

Leider ist das erste Teilstück bis Hedelfingen nicht so pralle. Auf der einen Seite gehts straight an der arschlauten B10 entlang, auf der anderen am wunderschönen Daimler Motorenwerk. Da wird einem erst mal wieder bewusst wie groß unser Daimler isch. Mächtiges Ufo. 

Spätestens wenn man dann noch die Gießerei in Mettingen gekreuzt hat wird die Route richtig romantisch. Und schwupps ist man schon in Esslingen. 

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Wunderschönes Städtle. Gibt sogar einen Starbucks (mittlerweile). Aber es bleibt die bittere Erkenntnis, dass jede deutsche Groß- wie Kleinstadt in der Fußgängerzone irgendwie doch gleich aussieht. Üble Ladenmafia am Start. Aber was will man machen, gell. 

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Nach drei Kugeln Eis und einer ordentlichen Arschmuskelmassage über dem herrlichen Kopfsteinpflaster Esslingens machte sich das Peleton wieder auf den Weg in Richtung Heimat. In einem wahnsinnigen Kraftakt erreichte Team Reuchlin die Verpflegungsstelle Stadtstrand. 

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Da war ich halt auch noch nie. Prompt hab ich wieder meinen alten Abi-Kollegen Daniel getroffen (mega Rennrad am Start plus iPhone, so geht man auf Radtour), den ich auch in schöner Regelmässigkeit im Nachtleben sehe, 13 Jahre nach unserer Schulzeit. Er hat es nur von der Stadtmitte bis zum Strand geschafft und war von unserer “Leistung” sichtlich beeindruckt. 

Am Stadtstrand ist es ehrlich gesagt ganz angenehm. Die Bratwurst war lecker und das Publikum sehr breitgefächert. Vom Werber-Pärchen über Kinderwagengeschiebe bis Beachvolleyballer. 

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Thorstens Lieblingsclub, das Partyfloss, ist auch gerade vollbesetzt eingelaufen. 

Nach der Aufnahme des Verpflegungsbeutels stand noch die schwere Bergankunft in S-West auf dem Programm. Spätestens da hat es das Peleton ordentlich gesprengt. Dabei säumte stadtbekannte A-Prominenz die Wegstrecke. 

Zum krönenden Abschluss ist uns nämlich noch ein leicht verblasener Busy Icer in seinen superspecialextralimited Stylo Solebox Pumas in der Augusten entgegen gekommen (“Hab vier Tage gefeiert.”). Er geht jetzt in die Stadt runter, “Einfluss nehmen”, wie er meint. Äh hä.

Na denn – wir wünschen eine wunderschöne Woche.

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