Welches Tier bist du? Ein Wal!

Subculture Editorial Januar 2007

Ach, man klickt sich so durchs Internet, was man im Jahr 2006 sowieso wieder viel zu viel gemacht hat, weil man sich den billigen 6mbit Anschluss von Arcor f├╝r Hobby-DSLer holen musste, den man eigentlich gar nicht braucht, da man ja doch wieder in den Laden rennt und das neue Album von Jay-Z auf Schallplatte kauft und nicht bei iTunes und schon zweimal nicht auf CD, vorher noch eher als Musikkassette f├╝rs Auto, und prompt befindet man sich auf der Seite von Marcnesium, der einst mit 5Sterne Deluxe gro├če Erfolge feierte, und liest da einen unglaublich guten Satz: ÔÇ×Spa├č muss sein, sonst kommt keiner zur Beerdigung.ÔÇť

Sofort f├Ąngt man an zu ├╝berlegen, ob man mit bald zarten 30, die man mir nat├╝rlich nicht ansieht, auch wenn mein Schnapskonsum im Jahr 2006 vor allem unter der Woche aufgrund der Verzweiflung, die solch ein Magazin manchmal mit sich bringt, exponential in die H├Âhe gestiegen ist,┬ágen├╝gend Spa├č im Leben hatte.

Und ob somit eine stattliche Meute auf der Matte steht, falls man v├Âllig unerwartet das einfache Dasein vor einem Flachbildschirm gegen ein Leben im Himmel eintauscht oder als Wal wiedergeboren wird. (Ich geh einfach mal davon aus, dass ich nicht in die H├Âlle komme, auch wenn mir die Innenrichtung eines Gotteshaus eher fremd ist.)

Ich glaube nat├╝rlich ├╝berhaupt gar nicht an Wiedergeburt. Aber ich habe mir schon paar Mal ├╝berlegt, also falls es so etwas doch geben sollte, werde ich auf jeden Fall als Wal wiedergeboren.

Ich habe auch gar keine Ahnung, wie ich darauf komme, denn ich bin weder bei Greenpeace aktiv noch interessiere ich mich besonders f├╝r unsere geheimnisvollen Ozeane und ihre Bewohner, also auch nicht f├╝r Korallenriffs, ├ľltanker oder Containerschiffe (Container sollen ├╝brigens eine super Geldanlage sein, hab ich mich mal informiert, f├╝r 10 Mille bekommt man drei St├╝ck).

Auf jeden Fall finde ich den Gedanken ganz cool, als Wal wiedergeboren zu werden, denn ich stelle mir ein Leben als Wal sehr angenehm vor. Man ist gro├č und schwer und immer unterwegs und muss sich sicherlich nicht um irgendwelche G├Ąstelistenpl├Ątze k├╝mmern, weil man hat ja kein Telefon oder Email, geschweige denn eine myspace-Seite.

Im Endeffekt habe ich nat├╝rlich ├╝berhaupt gar keine Ahnung was ein Wal den ganzen Tag so macht, au├čer st├Ąndig vor irgendwelchen Walfang-Arschl├Âchern auf der Hut zu sein, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass man abgesehen von so ein paar modernen Kapit├Ąn Ahabs einer der wahren Kings im Teich ist.

Der King zu sein ist freilich ein sehr schmeichelhafter Gedanke, denn das hat bislang noch nicht ganz geklappt, auch wenn ich mich sonst nicht beschweren kann. Sagen wir so: Bis jetzt lief alles glatt. Deswegen gehe ich davon aus, dass auf meine Beerdigung schon ein paar Leute kommen und wenn es nur ein paar Studenten sind, die schauen wollen, ob er an seiner Arroganz und seinem Halbwissen auch wirklich erstickt ist.

(SC Januar `07) 

P.S.: Ich bin mittelpr├Ąchtig im Bett, kenn das Nachtleben wie die K├Ąsetheke vom Edeka, w├Ąre als Comic-Figur Goofy und als DJ am liebsten der Nachbar. Jetzt noch Namensanalyse:

M – 1 mein Lieblingsclub

A – ggressiv

R – eich & sch├Ân

T – itan war nur der Kahn

I – ngmar hei├čt mein liebster KSC Fan

N – eidisch

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