Stuttgarter Blog-Pionier:
From Heslach With Love

he-love

Eins ist sicher: Das Bloggen haben wir garantiert nicht erfunden. Ganz im Gegenteil, wir sind richtige Spätzünder. Schon eher ein Pionier auf diesem Gebiet, zumindest im Raum Stuttgart, ist unser Mitstreiter und hochverehrter Ex-Moslem Kutmaster Krupa.

Er ging im Jahre 2004 mit www.fromheslachwithlove.de online. Zu jener Zeit waren wir noch gemeinsam im Heslacher Medienhaus. Gekonnt, bissig und pfiffig erörtere der Krupa Stuttgarter Großstadtphänomene und andere Fürze. Nach nicht mal einem Jahr Backnang-Dissing und massiv Schdiggers kleben all over the place hat er das ganze wieder gesteckt. Wir salutieren.

Krupa als Garderobenaushilfe 

“Bitte, das wird die Hölle – ich will dort nicht die ganze Nacht allein mit diesen Jackenträgern sein.” sprach’s und bevor man es sich versah, hatte man für den heutigen Abend einen Aushilfsjob als Garderobenmädchen-Entertainer am Hals, der in den nächsten Tagen mit selbsterlegten, handgeschabten Leckereien aus der Heimat und hoffentlich hingebungsvoller, unendlicher Dankbarkeit bezahlt wird.

Kaum angekommen im Club des Höhepunkts, geht es auch schon los. Das altbekannte Eulenrudel feat. Zungenpiercing-meets-leicht-übergewichtige-High-Class-Wannabe-Chicks-on-Speed-aus-Backnang-Programm. “Hey aber aufpassen, ich hab da 3 Gramm Koks inna Jacke, gell!” Haha, sehr lustig.

Der Strom der Freigetränke erschwert das Anschwimmen zum Ausgang, immer wieder wird man von “Hey, was machst denn du hier, lange nicht gesehen!”-Sagern zurückgeworfen. Die Frontverteidigung schiesst mit nie enden wollenden Sambuca Salven zurück und zwingt schliesslich zur Kapitulation.

Etwa acht Stunden später, just mit dem Aufflackern des Putzlichts, das garantiert einige gerade sehr empfindliche Pupillen plötzlich auf Hochtouren bringt und sogar vereinzelte Schmerzschreie hervorruft, verlässt man mit dem gülden gelocktem Mitstreiter geschlagen das Feld und zieht sich zurück gen Heimat.

Wenigstens ist der eigene Unterkiefer entspannt!

Schwäbisches Theater

Manchmal, und bei Fieber im Besonderen, wirkt die abendliche Stadt-Szenerie um Einen selbst wie ein laufendes, improvisiertes Theaterstück zum Mitmachen.

Es gibt die verschiedensten Klischee-Rollen:

die eigentlich längst ausgestorben geglaubten Raver mit ihren lächerlichen Männer-Röcken, Schlaghosen, Vogelnestfrisuren und Felljacken, die Augen weit geöffnet, auf der Suche nach dem MDMA-Glück vom Checker auf der Treppe;

die Rapper, die Stuttgart-Plieningen für ein Ghetto halten oder der “Backnang-Bronx” abstämmig sind und mit verkümmertem Englisch-Wortschatz noch verkümmertere Hirne beeindrucken;

die aufgedonnerten Chicks, die ihren Verstand vorsichtshalber mal im Auto gelassen haben, für den Fall, dass es heute Abend keine Garderobe gibt;

die Styler im schicken BerlinCityHip, der gegen Unsummen ausnahmslos über die Ladentheke eines einzigen abseitigen Klamottenladens in Stuttgart-Mitte gewandert ist und die, die darauf keinen Bock haben und erst mal Einen bauen gehen.

Vorhang, Verneigen, Klatschen. Zugabe!

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