Pumpen Re-Reloaded

bosch_areal_puls

Wie schon angedeutet, war ich nun auch mal pumpen – und ich war ein nasser Sack. 

Der Krupa hat mir neulich erklärt, dass er mit dem Rauchen aufgehört hat und seitdem ziemlich viel futtert. Aber es würde bei ihm ja nicht ansetzen, weil der gesamte Zucker in sein kleines Kraftwerk unter seinem Schädel fließt. Meint er. Da könnte schon was dran sein, denn der Krupa weiß ziemlich viel. Also zumindest stets mehr als ich, muss ich zugeben. Sehr viel weiß er z.B. über Überwachungskameras und seinem besten Freund Wolfgang Schäuble. 

Meine Kraftwerke stecken also nicht ganz im Hirn und garantiert nicht in den Oberarmen, wie ich nun feststellen musste, sondern vielleicht maximal irgendwo ab der Gürtellinie abwärts (also nicht mein Samenspender, sondern die Monster links und rechts davon, nein, ich mein auch nicht meine Eier).

Ermöglicht hat das Pumpen eine verlorene Wette gegen meinen Kumpel Moritz. Der ist nicht nur DJ, sondern hauptsächlich Diplom-Gesundheitsmanager, Gesundheitstrainer und begeisterter Kraft- und Ausdauersportler seit fast 15 Jahren.

Außerdem betreibt er den Blog Kesseltraining, bei dem ich täglich reinschaue und schon den einen oder anderen gut Tipp gezogen habe. Und da ich eben verloren hab, wollte er mich im Studio mal “so richtig knechten” oder so ähnlich. Denn “cardio is for pussys” heißt es unter Kraftsportlern. Cardio ist das was ich mach, also stur 20 Kilometer geradeaus laufen. Kann im Prinzip jeder und somit wohl eben auch “pussys”, also so deute ich zumindest mal diese Aussage. 

Da ich längst keine Vorurteile mehr gegen Fitnessstudios hab (okay, waschechte Muckibuden gibts sicherlich auch noch und man hört ja von hier und dort schon die eine oder andere Horrorstory, wie z.B. 50 Cent für Warmwasser beim Duschen???), ich mich mal über etwas Abwechslung freute und sowieso noch in die Sauna wollte, machte ich mich also völlig angstfrei auf den Weg ins Bosch-Areal. 

Wie es im Puls aussieht hat der Thorsten bereits exakt geschildert. Really nice. Ich hab aber auch kein Vergleich, ich bin absoluter Studio-Novize und hab noch nie eins von innen gesehen. Doch, über nem Bekannten war ich mal vor 10 Jahren bei einer Weihnachtsfeier in einem in der Olgastraße. Puh. Das war harte Nummer. Sah ungefähr aus wie in der Turnhalle meiner Grundschule Anfang 80, bloß eben mit Foltergeräten.

Aber im Puls fühlt man sich wohl. War auch relativ chilly an diesem Nachmittag und der Pate war auch nicht da. Zunächst machten wir uns etwas auf so einer Art Stepper, ich denk mal das war der von Thorsten zitierte “Tread Climber”. Das kann ich. Im Anschluss kneteten wir am Boden auf so einem Styropor-Zylinder unsere Beinmuskulatur. Das hat meinen geschundenen Monstern schon etwas weh getan.

Danach ging es direkt mal auf eine Rückbank im sogenannten Freihantelbereich. Thorsten´s Lieblingsbereich und laut ihm eine der letzten Männerbastionen überhaupt auf dieser Erde. Zu meinem Glück waren in der Bastion kaum Männer anwesend. Moritz zeigte mir den Bewegungsablauf. Ich legte mich auf den Rücken. “Hier Martin, zwei mal 10 Kilo, das schaffste”. Boah, uffz. Die Dinger quetschten ganz schön meine Brust zusammen.

Also lag ich da und versuchte die Gewichte senkrecht gen Studiodecke zu stemmen. Die ersten 10 Mal gingen noch, bei der zweiten Runde mussten wir auf 8 Kilo runter und dann auf 7,5. Ganz schwacher Start. Aber hat mich ja keiner gesehen. Moritz vergnügte sich derweil zwischendurch mit zwei mal 35 Kilo.

Aber ey Thorsten, nimm´s mir nicht persönlich, aber ehrlich gesagt, kann ich mir dich im Freihantelbereich auch nicht so wirklich vorstellen, obwohl du ein harter Ducati-Rider bist ;). 

Nach dem blamablen Einstieg stellte mich Moritz an diverse Geräte mit tricky Seilzug-Konstruktionen, die Rücken, Bauch, Beine und Po und so stärken sollten. Ich weiß nicht mehr wie viel Gewicht er immer auflegte, aber ich glaub da machte ich mich ganz okay. War aber schon schwer. Aber war auch wiederum spassig. 

Zum Abschluss des Trainings kam dann das Highlight für mich. Ich stellte mich zum allerersten Mal in meinem Leben auf ein Hi-Tech-Laufband und Moritz programmierte mir eine halbe Stunde Intervalltraining. Ist eigentlich für gute Zeiten absolute Pflicht, denn so trimmt man die Monster auf Speed. Bloss ich mach das am Bärensee auch halt so Pi mal Daumen. Pi mal Daumen gibts aufm Laufband hingegen nicht. Zweieinhalb Minuten Vollgas bei 16 km/h, eine Minute Ruhephase bei 7 km/h und das acht mal hintereinander. Da ging was und ich fühlte mich wie ein Fisch im Wasser.

Noch besser gings mir beim Ausklingen im wirklich sehr schönen Wellnessbereich. Ein wahres Eldorado mit mehreren Saunen, Dampfbädern, Whirlpool und Ruhebereich. Gute Alternative zum Mineralbad Cannstatt. 

Ich hatte einen super Nachmittag dort und überleg mir echt, mich dort im nächsten Winter anzumelden, gerade eben wegen Laufband und Saunieren und natürlich auch um den Thorsten mal im Freihantelbereich zu sehen. Außerdem wollten der Patze und ich mal squashen gehen – was ist eigentlich daraus geworden, Kleiner? Aber das Wort “Winter” streichen wir nun erst mal aus unserem Wortschatz…

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