Eine für keine

eine

Also, ich hab’s echt getan. Ich hab mir eben mal die erste Folge von “Eine für alle” reingezogen, weil ich wollte natürlich wissen, ob man mich durchs Fenster in meinem Büro sitzen sieht oder so. In der ARD Mediathek, weil sorry, um 18.50 Uhr sitz ich noch nicht vor der Glotze. Und was soll ich sagen – es ist genau so schlimm wie ich es mir vorgestellt hatte.

Bei den Darstellern gibt es zwei Kategorien – die einen, die man schon jeweils aus mindestens drei anderen Soaps oder deutschen Betroffenheits-Fernsehfilmen kennt, und die anderen, die mit ihrem schauspielerischen Talent nicht mal im Schultheater als Wolke taugen würden. Um was es in der Serie geht ist eigentlich völlig wurscht, dafür gibt es kein Klischée, das ausgelassen wurde. Da gibt es einen französischen Ehemann, der seiner Frau ein Croissant ans Bett bringt; da gibt es die Partyqueen mit Pseudo-Ed-Hardy-Shirt, Paris Hilton-Sonnenbrille und One-Night-Stand; da gibt es die “patente” Mutter, die früher Rennfahrerin war und in Latzhosen mit einem Porschefahrer essen geht.

Vier Mädels arbeiten auf jeden Fall in einer Fabrik (die Wetzmann-Werke, deren Pforte wie gesagt vor meinem Büro liegt, wo es aber eigentlich ins Werkcafé und zu den Pulsmachern geht), drei davon als Schweißerinnen (“Und Cheff, was brutzeln wir heute?”). Und natürlich sind nur die drei in Action, und die anderen Schaffer außenrum räumen nur die Regale ein. Fehlen darf natürlich auch nicht ein Vollpfosten mit Elvis-Tolle, Goldkettchen und Hemd mit abgerissenen Ärmeln, in den sich Frau Hilton-Sonnenbrille verguckt.

Ansonsten ist das Ganze natürlich dramaturgisch ausgefeilt, meistens läuft schlechte Popmusik im Hintergrund (beim Schweißen “All Summer Long” von Kid Rock), wenn die fiesen Manager im Hochhaus in Frankfurt gezeigt werden, läuft gefährliche Musik (so wie früher bei den Guldenburgs, erinnert sich noch jemand?), wenn der Porsche in die Modelleisenbahnidylle-Stadt fährt (ich tipp mal auf Marbach) läuft Dudelmusik.

Also mir reicht’s nach der ersten Folge wirklich, das halt ich nicht mal für den Ludwigsburg-Wiedererkennungswert aus.

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