50 Years of Motown

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Als Ergänzung zu Rams Wochenend-Ausblick hier noch meine Samstag-Abend-Beschäftigung:

Es gab bestimmt schon Doktorarbeiten darüber, wieso ausgerechnet aus einer zumindest früher blühenden Autoindustriestadt wie Detroit (Michigan) weltweit bedeutende Musikströmungen entstehen. Und ja, liebe Kinder, nicht nur Techno wurde in Detroit erfunden, sondern auch Soul – zumindest die erfolgreichste Spielart davon.

Von Berry Gordy 1959 als Tamla gegründet, wurde das später in Motown (abgeleitet von Motor Town Detroit) umbenannte Label schnell zur Hitfabrik – was vor allem am Komponisten-/Produzenten-Gespann Holland-Dozier-Holland lag. Von 1961 bis 1971 hatte Motown nicht weniger als 110 Top-10-Hits in den USA von Künstlern wie Stevie Wonder, Marvin Gaye, Diana Ross & The Supremes, The Four Tops oder Jackson 5. In diesem Jahr feiert Motown also 50. Geburtstag (immerhin 20 Jahre älter als HipHop), und ich möchte erst mal gratulieren.

In der Stuttgarter Clublandschaft kommt Motown-Soul leider immer etwas zu kurz – wahrscheinlich wird die Musik als “Oldies” getarnt bei Ü40-Partys gespielt und natürlich bei den seltenen Soul-Partys in der Stadt. Tom und ich haben immer gern Motown-Runden bei Soul Glow gemacht, es gibt da wirklich so eine große Masse an unglaublich schönen Liedern, das ist unfassbar.

Interessanterweise geht Motown auch für die Northern Soul-Anhänger in Ordnung, die ja sonst sehr, höflich formuliert, “wählerisch” im Musikgeschmack sind und nur Lieder gut finden, die maximal 3 mal auf 7″ gepresst wurden.

Am Samstag erfülle ich mir im Beat!Club anlässlich des Motown-Geburtstages einen heimlichen Wunsch und spiele einen ganzen Abend lang nur Motown-Songs. Wirklich, ohne Ausnahme. Es werden auch ein paar Remixe dabei sein, vielleicht auch der ein oder andere spätere Motown-Song etwa von Erykah Badu oder Boyz II Men, aber in der Mehrheit natürlich die süßlichen Soul-Stomper mit maximal 2.30 min. Länge aus den 60ern.

Das wird schon anstrengend, und ich hoffe, dass nicht zu viele Northern Souler kommen, weil die werden mich wahrscheinlich verprügeln wenn sie sehen, dass ich mit Laptop auflege – aber mein 7″-Köfferchen hab ich dabei, da versteck ich mich dann dahinter. Ich freu mich auf jeden Fall wie Bolle!

Nachtrag

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Wenn sich jemand noch mehr in das Thema vertiefen möchte: Es gibt einen sehr interessanten Podcast von Motown zu 50 Jahre Motown mit Interviews mit allen großen Motown-Künstlern von Smokey Robinson über Marvin Gaye bis Stevie Wonder aber auch anderen Leuten wie Q-Tip. Zudem hat Motown eine CD-Box veröffentlicht, die 192 (!) Nr. 1 Hits (international) von Motown enthält, plus 10 Coverversionen. Wer es haptisch mag, für den ist die Box in Form des ersten Motown-Headquarters “Hitsville U.S.A.” genau richtig, wer einfach nur die Musik will bekommt die Compilation auch bei iTunes zum Sparpreis von 39,99 Euro.

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